Was nicht verkauft wurde darf nicht weiter verwendet werden, obwohl es technisch eben verwendet werden kann. Wir sind so sehr Opfer dieses Gesellschaftsdenkens, dass
wir diesen Mangel nicht wahrnehmen, ja sogar Angst haben, mit der Arbeit unser Ausgebeutetsein zu verlieren!!!
Wir schauen fragend nach Lateinamerika. Dorther kann aber nur de Anstoß für einen Weltprozess kommen. Es erscheint mir vorstellbar, dass sich dort eine sozialistische Revolution entfaltet, aber
unmöglich, dass sie ein hohes, für die Weltentwicklung nötiges Maß erreicht. Hier kommt Meißners Gedankengang zum Tragen, dass die weitere Entfaltung des Weltkapitalismus eine immer
einschneidendere Bedrohung der Menschheitsexistenz ist. So stellt sich letztlich die Dialektik von Pk –Pv dar. Wenn es der Menschheit als Ganzes nicht begreiflich gemacht wird, dass es so nicht
weiter geht, geht sie unter. Offen wäre dann nur, ob schlagartig oder in einem mittelfristigen Fäulnisprozess einer Art Umwelt-Krebserkrankung. Hier irrt Meißner ein wenig, wenn er sagt „Nicht aus
dem bisher angenommenen Konflikt zwischen Produktivkräften und Eigentumsverhältnissen, sondern aus diesem Hauptkonflikt der Gegenwart…“. Dieser „Hauptkonflikt“ IST nämlich die Form des
Zusammenpralls von Produktivkräften und den Produktionsverhältnissen, die ihnen die Richtung geben. Noch ist es ein langer Weg, dies zu erkennen – selbst für Marxisten. Meißner hat die aufgeworfene Frage für sich mit nein beantwortet. Der
inneren Logik seiner Argumente folgend ist sie zu bejahen – nur eben auf der höchsten Stufe, der Stufe der Menschheit, die aber der Existenz des Kommunismus entspricht…
Der Affront gegen Kanzlerin Merkel artikuliert einen weitreichenden Streit. Kommentar von Gerhard Dilger (taz)
Von Gerhard Dilger
Die Tageszeitung - taz
Wieder einmal hat Hugo Chávez eine seiner berüchtigten Attacken gefahren. Angela Merkel gehöre "der deutschen Rechten an, derselben, die Hitler und den Faschismus unterstützt hat", sagte
Venezuelas Ölsozialist in seiner TV-Show "Aló Presidente". Wie nach seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung 2006, als er George W. Bush als "Teufel" bezeichnet hatte, dürften sich nun so
einige fragen: Ist Chávez jetzt völlig durchgeknallt?
Nein - mit seinem gezielten, im Plauderton vorgetragenen Affront reagierte Chávez auf die Aussage der Bundeskanzlerin, er sei nicht die Stimme Lateinamerikas. Noch mehr dürfte ihn Merkels
oberlehrerhafte Abmahnung der Linksregierungen gereizt haben, die angeblich die Teilhabe ihrer Bürger am Wohlstand erschwerten.
Dies nämlich ist der Kern der politischen Kontroverse: Können Chávez, Morales & Co. die Lage der Armen in ihren Ländern dauerhaft verbessern, indem sie die Rolle des Staates in der
Wirtschaft stärken? Wirtschaftsliberale wie Merkel, deren Deutungshoheit in der EU fast grenzenlos scheint, bestreiten dies. Dabei übersehen sie geflissentlich: Die Wahlerfolge der
Latino-Linken seit 1998 sind vor allem eine Reaktion auf zwanzig Jahre ungebremsten Neoliberalismus, durch den Millionen in Armut gestürzt wurden. Dass es schwierig ist, dem funktionierende
Alternativen entgegenzusetzen, erfahren die Regierungslinken tagtäglich.
Immerhin behindert sie die Handels- und Investitionsoffensive der EU mehr als irgendeinen anderen Erdteil. Dies ist aus der Sicht Merkels das eigentlich Störende an Chávez, der auf dem
Subkontinent alles andere als isoliert ist. Brasiliens moderater Staatschef Lula lobte ihn jetzt im Spiegel als "besten Präsidenten Venezuelas in den letzten hundert Jahren", was Chávez
wiederum genüsslich zitierte. Der Einfluss des Venezolaners werde jedoch gerne überschätzt, ergänzte Lula zu Recht, Europa brauche keine Angst vor den Linken in Lateinamerika zu haben.
Mit seiner Lust an der Polemik gelingt es Chávez oft, die eigentlichen Themen überhaupt erst in die Medien zu bringen. Manchmal gehen sie im anschließenden Getöse unter, doch das nimmt er in
Kauf.
Den Originaltext der Tageszeitung taz finden Sie hier.
Das Volk, der Feind (jW, 14.05.)
Vor dem EU-Lateinamerika-Gipfel kommen in Lima
soziale Organisationen zum Alternativtreffen zusammen.
Hintergrund (jW, 14.05.) Gipfeltreffen von EU und Lateinamerika
Alternativen
verknüpfen (jW, 14.05.)
Verschiedene Initiativen rufen für die Zeit vom 14. bis 17. Mai
zu einem Alternativgipfel in Lima auf.
"Angela Merkel spricht
nicht für die EU" (Amerika21, 14.05.)
Erklärung der venezolanischen Regierung zu dem Disput
zwischen der deutschen Kanzlerin und Hugo Chavez
Gute Reise! (taz, 13.05.) Da bleibt sie cool, die Kanzlerin:
Unbeeindruckt von der Hitler-Parallele, die Venezuelas Präsident Hugo Chavez zieht, startet Angela Merkel (CDU) heute ihre Lateinamerika-Reise. Dort gibt es weit Wichtigeres als Verbalinjurien.
Es geht um Handel, Ökologie und Nachhaltigkeit (und Macht ... das vergaß die taz hier!!!)
Biokraftstoff oder Regenwald (taz, 13.05.)
Das deutsch-brasilianische Energieabkommen liegt vor.
Umweltgruppen warnen davor
Erst das Essen, dann der Export (taz, 13.05.) Linke Regierungen und NGOs wollen sich
in Lima
gegen die Offensive der EU wehren
Rückkehr nach Lateinamerika12 (Amerika21, 12.05.) Bundestag debattierte neue "strategische Partnerschaft"
mit dem Süden des amerikanischen Kontinents
"Mein Platz in der Welt" (taz, 13.05.)
Argentinien hat eine reiche künstlerische Tradition. Ein Gespräch mit der Schriftstellerin Cecilia Pavon über das Leben in Buenos Aires, den kulturellen Aufbruch nach der Phase des ökonomischen
Zusammenbruchs und die Digitalisierung des Marktes
Bolivien Referendum spaltet die Rechte (jW, 14.05.) Evo Morales genehmigt Abstimmung über
Amtsenthebung am 10. August.
Kuba Privilegierter Partner (jW, 13.05.)
Evelin Wittich kann ihren Stolz kaum verbergen. "Vor einer Woche haben wir einen Rahmenvertrag mit der Republik Kuba geschlossen", sagt die Geschäftsführerin der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS).
Als erste deutsche Stiftung.
Mexico Wankender Riese (jW, 13.05.)
Der mexikanische Erd�lkonzern PEMEX gerät immer mehr unter Druck. 70 Jahre nach seiner Gründung steckt das Staatsunternehmen in finanziellen Schwierigkeiten und arbeitet mit veralteter
Technologie. Kritikern zufolge sind zudem mehrere Milliarden Dollar für Schmiergeldzahlungen und andere Gefälligkeiten aufgewendet worden.
Hugo Chavez steigt ins Stahlgeschäft ein (taz, 14.05.) Venezuelas größter Eisen- und Stahlproduzent Sidor
wird nationalisiert. Übernahmeverhandlungen laufen noch
Nein, ich gehe nicht mit einem Gysi konform. Israel ist nichts von vornherein Akzeptables. Dem Volk der Juden stehen auf der Erde dieselben
Rechte zu wie allen – und das meine ich so – allen anderen Völkern, also nicht nur nicht weniger, sondern auch nicht mehr.
Einverstanden. Das Volk der Juden hat weltweit mehr Verfolgung erlebt in der Geschichte als die meisten anderen. Der Holocaust, veranstaltet
durch deutsche Faschisten, ist dabei nur die Spitze eines über Jahrhunderte gewachsenen Eisberges. Ein jeder werfe den berühmten ersten Stein, der sich da frei dünkt an Schuld.
Aber das ist Geschichte. Dass viele Faktoren zusammen kamen, die dem versprengten Volk eine Chance gaben, in einem eigenen Staat endlich bessere
Normen des Zusammenlebens zu leben, ist letztlich egal. Der Staat Israel ist entstanden, die Kibuzzim enthielten Körner von Hoffnung, und niemand wäge ab, welche Gerechtigkeiten anderen
Völkern ihre Staaten ermöglichten.
Trotzdem. Die Geschichte des Staates Israel sollte uns eine Lehre sein: Das Wissen darum, lange unterdrückt worden zu sein, verführt, den Spieß
umzudrehen. Mit großer Selbstverständlichkeit ist ein Land vom Geist der Militanz durchdrungen, vom Gefühl, von allen Seiten Bedrohungen meistern zu müssen, obwohl die eigene Stärke
inzwischen längst alle Seiten überholt hat. Das Volk, das einst von anderen Völkern gejagt und unterdrückt wurde, merkt kaum, dass es dies jetzt mit jenem Volk tut, das das Land, das Israel
beansprucht, seit Jahrhunderten bewohnt hat. Kann man Ungerechtigkeiten mit andauernden Gegen-Ungerechtigkeiten ausmerzen? Wann war die Grenze überschritten? Sicher nicht, als die vereinigten
feudalarabischen Staaten, die die Existenz des neuen Staates verhindern wollten, zurückgedrängt wurden. Ein Recht, sich zu wehren, hat jeder. Ein Recht, Atommacht zu sein, muss nicht jeder
verwirklichen. Ein Recht, anderen ihren Umgang mit Atomenergie vorzuschreiben, nur weil er schon Atommacht ist, steht keinem zu. Zum Beispiel.
Denken wir daran, dass jüdische Israelis mit Palästinensern und anderen Völkern eines gemeinsam haben: Es sind Menschen. Das schließt eigentlich
die Pflicht zur Menschlichkeit ein. Auch, nein gerade dann, wenn man der Starkere ist.
„Ist eure Regierung so konservativ, so schwerfällig? Warum wählt ihr sie nicht ab?
Ersetzt sie durch kreativere Führer!“
„Du meinst Rat? Der ist nicht wichtig. Nur Ersatz, wenn Gemeinschaft kann kommen zusammen nicht. Ich wüsste keine kreativeren Führer. Funktioniert denn das bei euch?“
„Ja, eben, …“
Nonscho bemerkt, dass der Mensch unsicher stockt.
„Wenn wir die eine Partei satt haben, dann stimmen wir für die andere und umgekehrt. Aber eigentlich hast du Recht. Irgendwie
bleibt immer alles gleich. Deshalb wählen ja überhaupt nur noch wenige Menschen. Ist doch logisch: Wenn du es einmal nach oben geschafft hast, wirst du dich nicht von irgendwelchem Pöbel wieder
abschießen lassen. Das brauchst du ja auch nicht, denn du hast die Mittel der Macht: Manipulation, verstehst du? Also mit geeigneten Informationen, egal, ob sie stimmen oder nicht, kannst du
jeden dazu bringen, dass er sich sogar noch freut, wenn es ihm schlechter geht als vorher.“ Plötzlich unterbricht er seine Eingabe. „Aber das verstehst du wohl nicht.“
„Vernünftig kommt vor es mir nicht.“
Unsicher leuchtet Nonscho Shi über seinen Rücken an: Willst du ihn etwa einweihen,
dass du im Güllscho bist?
Shis ganzer Rücken ist jetzt grün. Nonscho hofft, dass der TS des
Fremden nicht mit übersetzt hat. Schnell schreibt er für den Menschen. „Sollen zeigen wir dir einige der
Kristalle?“
„Warum nicht“, antwortet Mc Phearson. „Aber so nebenbei hätte ich gern gewusst, was das für Zeug ist.“
„Das du hättest fragen müssen unsere Ahnen. Denn die Entstehung der Kristalle ist
Legende. Das Forschungszentrum, in dem gezüchtet worden sein sollen die ersten, ist abgebrannt. Wir wissen nur, dass das Zeug verwandt sein müsste eigentlich mit Karbonium und Silizium und
verglichen werden kann mit einem Lebewesen. Es bildet Gitter und wächst, indem es sammelt Energie. Unsere Vorfahren experimentierten viel mit extrem großen Kernen. Wahrscheinlich es war trotzdem
Zufall, dass sie erreichten bei Kernladungszahl 256 plötzlich ein neues stabiles Element mit total verrückten Eigenschaften. Wir haben aufgegeben, das Innere der Kristalle zu untersuchen, weil
wir zerstören müssten dann wieder eines. Eine Neuzüchtung ist gelungen nicht nachher. Wozu auch – aber das ich habe erklärt ja schon. Die vorhandenen reichen aus. Als unsere Vorfahren fanden
endlich Methoden zur gesteuerten Entnahme von Energie, es war nur noch ein kleiner Schritt bis zu unserenMaterialisatoren. So wurden glücklich
wir wunschlos. Aber nicht junge Ko wie Shi.“
„Warum wohnt ihr dann so spartanisch?“, tippt Mc Phearson ein. Nun zeigt der TS „Nicht definiert“ an. „… so äußerlich ärmlich?“
korrigiert Mc Phearson seinen Ausdruck.
„Was wir brauchen denn? Wir haben alles, und wenn wir vermissen etwas gerade einmal,
wir materialisieren es. Durch die Verschmelzungen wir werden geistig reicher immer neu und wirklich. Indem wir sind alle anders, wir sind alle gleich letztlich.“
Wahrscheinlich hätte Shi weiter Vorträge in den TS eingegeben. Aber Nonscho mischt sich nun doch ein: „Wollten wir unserem Gast nicht unser Kristalllager zeigen?“ Er öffnet eine Tür, deren Bedienplatte unbenutzt aussieht. In dem Gang dahinter bewegt sich
Nonscho vor den anderen her. Trotzdem entgeht ihm die Erregung nicht, die den Menschen erfasst hat.
„So, da wir wären. Das unser Reservelager ist mit den Kristallen ohne aktuellen
Einsatz und Energiesammlungsfunktion.“
„Wie ein Diamantenschuppen. Ein unermesslicher Reichtum.“ Mc Phearson nickt mit dem Kopf. „Da werdet ihr wohl noch eine Weile
mit auskommen.“
„Manchmal ich glaube, dieser Reichtum ist das Schlimmste, was passieren konnte
unserem Volk. Jeder Schlangenbaum in unseren Wäldern, der die Ur-Ko zwang zur Aufmerksamkeit, ihnen war Herausforderung, und der Entwicklung ihrer Gehirne tat besser als das hier. Bald wir
entwickeln uns auch zurück nach außen sichtbar. Innerlich wir sind dabei schon.“
„Shi, nun übertreib nicht immer so! Was soll denn unser Gast von uns
denken?“
Der aber tippt in sein TS: „Welcher Mensch würde sich über einen Reichtum wie euren nicht freuen?“
„Wenn ihr sucht solche Freude, wir helfen gern euch. Das kein Problem ist. Ihr könnt
pflegen doch euren Flugkristall später. Bestimmt bekommt ihr mit noch ein paar kleine von hier als Geschenk.“
Nonscho bemerkt, wie sich der Mund des Menschen bewegt. Als ob er mit den Lippen trommelt. Leider zeigt der TS keinen Sinn
an.
„Ich sollte an meinen Arbeitsplatz mal wieder“, verabschiedet er sich von den
beiden Besuchern. „Ihr scheint wirklich wenig Wert auf diesen Reichtum zu legen?“ sieht er den Menschen weiter fragen. Auch Shis Antwort fängt sein TS noch ein. „Ihr habt seltsame Ausdrücke.
Reichtum klingt wie besonders schön oder nützlich. Dabei diese Kristalle hier nichts als Reserve. Überhaupt kein Sinn…“ Mehr liest Nonscho nicht mit. Es ist ihm zu kompliziert. Außerdem scheint
auch der Mensch sein anfängliches Interesse verloren zu haben.
Eigentlich ist es eine interessante Begegnung gewesen. Warum fühlt sich Nonscho dann nur so bedrückt? Obwohl er keinen Grund zum
Ärgern weiß, schimpft er sich vergeblich einen Grün-Ko, was der TS den Menschen wohl als Trottel übersetzt hätte. Was hat er nur falsch gemacht?
...und zur Erleichterung ist die Passage mit Hitler hervorgehoben. Nun darf gestritten werden, ob ein Präsident öffentlich so sprechen darf. Allerdings stelle man
sich Alo presidente mit uns Angela vor...
Wir dokumentieren nachstehend einen 15-minütigen Videoauszug sowie die deutsche Übersetzung aus der siebenstündigen Sendung Aló Presidente Nr. 311 vom vergangenen Sonntag, 11. Mai. Der
Zeitpunkt der Aufnahme ist 5 Stunden und 40 Minuten nach Beginn der Sendung. Etwa eine Minute lang erwähnt Chávez darin die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel - und dafür all die
Aufregung?
Deutsche Übersetzung:
Nun also, schaut euch an, was Lula ihnen gesagt hat, damit sie wenigstens das begreifen. Sie haben versucht dass Lula und ich, ich habe nie mit Lula gestritten und er auch nicht mit mir,
aber sie haben versucht, uns aufeinander zu hetzen, so wie die Jungs: der ist besser als du, nein der ist besser… Nun ja, das ist wie bei den Jungs. Wir sind Jungs. Wir sehen sehr klar, wo
wir stehen. Seht also, was Lula sagt:
Hamburg, Deutschland. Der Präsident Brasiliens, Luis Inacio Lula da Silva, sagt: ‚Der Sieg von Hugo Chávez,’ – das sagt Lula – Evo Morales in Bolivien und den anderen, zuletzt Fernando Lugo
in Paraguay, bedeuten demokratischen Fortschritt. Es war überfällig, dass Präsidenten gewählt wurden, die tatsächlich aus dem Volk stammen’, sagte Lula in der englischen, Entschuldigung, in
der deutschen Wochenzeitung Der Spiegel.
Und weiter sagt Lula das Folgende… Da wir gerade von Deutschland sprechen: die deutsche Kanzlerin, die der deutschen Rechten angehört, (trinkt einen Schluck
Wasser) derselben Rechten die Hitler unterstützte und den Faschismus, sie ist heute die Kanzlerin von Deutschland, hat gesagt, weil sie zum Gipfel von Lima kommt, und die Europäer
sagen, sie kommen um über Integration zu sprechen, aber schaut euch die Kanzlerin an, und deshalb spricht Lula solchen Klartext mit ihnen, und es ist nicht nur Lula, Correa reist in diesen
Tagen auch durch Europa, ab morgen, hoffentlich versteht Europa, was hier passiert.
Aber da kommt die deutsche Kanzlerin und sagte gestern oder vorgestern, dass sich die Regierungen Lateinamerikas von Regierungen wie der von Hugo Chávez fernhalten sollten. Gehen Sie, Frau
Kanzlerin. Da sie eine Dame ist, sage ich nichts weiter: Gehen Sie, mehr nicht. (Pause) Gehen Sie, Frau Kanzlerin… (unhörbarer Zwischenruf) Du kannst das komplettieren, aber nicht heute in
Aló Presidente, bitte nicht. Gehen Sie, Frau Kanzlerin. Nun gut, ich weiß noch nicht ob ich nach Lima fahre. Wenn ich nach Lima fahre, dann wollen sie, dass ich den Mund halte. Wenn ich
nach Lima fahre, gibt es dort vielleicht… Vielleicht sage ich etwas und sie wird wütend und vielleicht springt sie dann auf und ruft: ‚Warum hältst du nicht den Mund’. ‚Warum hältst du
nicht den Mund, verdammt!’ (Lachen im Publikum)
Weil es auf diesem Boden Würde gibt! (Beifall) Wir werden nicht den Mund halten! Wir schweigen vor nichts und niemandem! Hier herrscht Würde!
Sie kommen also und sagen, um uns zu helfen. Aber wo ist denn der Plan, um den Armen zu helfen. Fragen wir doch den Präsidenten von Haiti, wie viele Versprechen ihm Europa und die
Vereinigten Staaten gegeben haben. Und ihr werdet sehen, die einzigen, die ihr Versprechen halten, die bescheidenen Dinge, die wir tun können, sind Kuba und Venezuela, Brasilien,
Argentinien. Dort sind die kubanischen Ärzte und Venezuela, das keine Ärzte hat, um sie dorthin zu schicken, muss Ressourcen schicken, um ein Haus zu bauen. Wir bauen einige kleine Märkte.
Die Kinder von Haiti sterben vor Hunger und dort verbreiten sie Lügen, sie geben gar nichts. Aber die Vereinigten Staaten sagen: Nein, in Haiti haben wir ich weiß nicht wie viele Millionen.
Aber diese Millionen geben die Beamten bei ihren Reisen aus, in Hotels. Sie kommen nach Puerto Principe in Luxus-Hotels, um dort guten Whiskey zu trinken, um zu solchen Orten zu gehen, um
spazieren zu gehen und ein gutes Leben zu führen. Fast alles geben sie für die Reisen aus. Die Kubaner und die Venezolaner kommen in die Armenviertel, um dort mit dem Volk von Haiti zu
leben, im Schmerz des Elends. Dort sterben, seht, ich habe hier die letzten schrecklichen Nachrichten, die Kinder Haitis essen Kekse aus Lehm, so wie hier die Kinder Kekse aus Lehm gegessen
haben, und Kekse aus Hundefutter, hier, vor gerade einmal zehn Jahren! Aber dann ist diese Revolution gekommen und von hier werden wir niemals wieder gehen! (Beifall) Niemals wieder wird es
das hier geben!
Nun also, zum Leidwesen unserer europäischen Freunde, dort aus der hohen Aristokratie, den Blaublütigen, Europe, Europe, sagt Lula, einfach wie er ist, als er nach Chávez gefragt wird, sagt
er das Folgende, danke Lula,… Klar, die Freundschaft bringt ihn dazu, zu übertreiben. Du bist ein großer Präsident, Lula, und außerdem sind du und ich keine Präsidenten. Ich möchte
dir, Lula, Compañero, mein Freund, sagen, was mir Fidel eines Tages am Telefon sagte. Er sagte mir, als wir von allem möglichen sprachen, und Fidel fragte mich: wo bist du jetzt, Chávez?
Ich war gerade rausgegangen, um spazieren zu gehen. Da sagte er mir: aha, da läufst du rum, und um sich zu verabschieden sagte er, ich laufe hier auch gerade herum, und dann sagte er mir:
es ist so, dass du und ich, Chávez, keine Präsidenten sind, sondern wir sind zwei Typen, die hier so rumlaufen, zwei Typen, die da rumlaufen. Lula, du bist auch ein Typ, der da rumläuft.
Das mit dem Präsidenten ist ein Umstand, wir laufen da rum. Und sie fragen also Lula nach dem Typen, der hier rumläuft und er sagt: ‚Zweifellos’ – danke, Lula, es ist die Freundschaft, die
ihn dazu bringt, so was zu sagen, und da er weiss, dass sie mich hier mit aller Macht weg kriegen wollen, deshalb sagt er: ‚Ohne Zweifel ist Chávez der beste Präsident Venezuelas in den
letzten hundert Jahren.’ (Beifall) Das sagt Lula. Danke, Lula. Du bist der beste Präsident, den Brasilien seit dem König gehabt hat, denn wir wollen uns ja nicht mit den Königen anlegen,
Vorsicht, Lula. Also seit Brasilien einen König gehabt hat. Wir legen uns nicht mit den Königen an, damit sich die Könige nicht mit dir anlegen. Also seit Brasilien einen König hatte ist
der beste Präsident, den Brasilien je hatte, Lula da Silva. Und dann sagt er, schaut euch an, was Lula hier sagt: ‚Dennoch’ – und hier sagt er eine große Wahrheit – ‚dennoch hat er bei
weitem nicht den Einfluss, der ihm nachgesagt wird.’ Das stimmt, sie wollen mir die Schuld an allem geben, was hier passiert, jetzt, in Lateinamerika, als wenn ich Zauberkräfte hätte, nein,
nein, in keinster Weise, überhaupt nicht, und Lula sagt: ‚Europa’ – hier kommt Lula und gibt Europa einen Rat – ‚Europa braucht keine Angst vor den Linken in Lateinamerika zu haben.’ Denn
Europa hat auch Angst, sie erschrecken sich, diese gläsernen, aristokratisierten Gesellschaften des guten Weins, des Beaujolais,– jetzt spreche ich schon Französisch, Deutsch, Französisch,
was weiss ich, alle diese Sprachen, aber hier reden nur wir. Diese europäische Aristokratie erschreckt sich also, so wie sie sich vor der Französischen Revolution erschreckte und fürchtete
wie vor zehntausend Schlangen und das revolutionäre Frankreich aus allen Richtungen überfielen und das französische Volk massakrierten. Und sie hielten die Revolution auf. Seht was mit
Spanien und dem Bürgerkrieg passierte, die ganze europäische Aristokratie kam gegen Spanien. Seht, was mit dem Nazismus geschah, wie viel Leid hat die europäische Aristokratie nicht
nur Europa zugefügt, sondern der ganzen Welt. Lula sagt ihnen also, sie brauchen keine Angst zu haben vor der Linken in Lateinamerika. Lula verglich die Linke in Lateinamerika mit den
linken Bewegungen in Europa in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die im Bürgerkrieg massakriert wurden. ‚Wo Hunger herrscht’, sagt Lula, hört gut zu: ‚Wo Hunger
herrscht, wo die Menschen von Bildung ausgeschlossen sind, treten die Politiker radikaler auf.’ Seht euch an, die ihr herkommt, was Lula sagt, schaut es euch an, hört zu und analysiert.
‚Dieser Kontinent’, sagt Lula, ‚war von Militärdiktaturen aufgewühlt. Noch vor 20 Jahren waren in vielen Ländern Guerrilleros aktiv. Heute sind wir uns alle – mit Ausnahme der FARC in
Kolumbien – einig, dass Wahlen der einzige legitime Weg sind, an die Macht zu kommen.’ Einem Verständigen reichen wenige Worte. Uribe ist allein mit seiner Absicht, dass wir hier in
Südamerika die FARC des Terrorismus beschuldigen. Nein, und hier sagt es Lula, es gab Guerrillas hier in Venezuela, in Brasilien, Argentinien, Bewegungen wie die Tupamaros, die Montoneros,
die Guerrilla hier in Falcón, auch hier in Zulia gab es Guerrilla, in Barinas gab es Guerrilla, ich habe als Kind Guerrilleros gesehen. Der Arzt meines Dorfes, der einzige Arzt, den es in
diesen Dörfern gab, ging in die Guerrilla. Und ich kannte den Doktor Escobar, den sie eines Morgens mitnahmen. Mein Vater war Gefangener, weil er mit einigen Guerrilleros befreundet war,
dort in Marqueseña in der Operationsbasis, dort, wo heute das Sozialistische Produktionszentrum Florentino ist. Ich habe einige gefangene Guerrilleros gesehen, als ich Offizier war, ich
habe gesehen, wie sie gefoltert wurden und habe mich eines Tages dagegen aufgelehnt. Ich sagte, ihr könnt sie im Kampf töten, wenn sie ein Gewehr haben, aber jetzt sind das nur Leute, die
beschuldigt wurden, Guerrilleros zu sein. Sie haben mir nicht gesagt, ob sie Guerrilleros waren. Hier gab es Guerrilla, aber Lula sagt es: Wir alle, die Linke heute, sind einverstanden
damit, dass die Wahlen der Weg sind. Einschließlich Fidel und Raúl, die in einer anderen Epoche Guerrillas in Lateinamerika von Kuba aus unterstützt haben. Heute nicht. Ich auch nicht, ich
bin nicht einverstanden. Wenn es etwas gibt, was ich gerne Marulanda sagen würde, mich mit ihm hinsetzen und über Politik zu sprechen: Komm mir nicht damit, Gewehre zu schicken, nein, nein,
nein, wir werden über Politik sprechen. Marulanda, wir werden analysieren, Iván Márquez, das habe ich Iván Márquez bereits gesagt, als wir mehrere Tage in Miraflores zusammengekommen waren,
und ich sagte ihm: Hältst du es nicht für besser, die Waffen niederzulegen, seht ihr nicht, dass sich die Landschaft Lateinamerikas verändert? Das ist eine der wenigen Guerrillabewegungen,
die auf der Welt noch existieren, eine der ältesten der Welt. Sie sind keine Terroristen, sie sind Guerrilla, sie haben ein politisches Projekt. Denkt darüber nach. Natürlich treffen sie
die Entscheidung, das ist ihre Sache. Außerdem, wie mir Iván Márquez sagte: Wie man zum Tanzen, wie es in dem Lied heisst (singt), zuletzt braucht man zum Küssen einen Mund und noch einen
Mund. Genauso, um den Krieg zu beenden, braucht es zwei Seiten. Und Uribe will keinen Frieden. Er will ihn nicht. Jede Anstrengung für Frieden, die mehr oder weniger vorankommt, bricht er
ab, sabotiert er, denn die Vereinigten Staaten wollen keinen Frieden, sie wollen Krieg in der Welt, um durch den Krieg die Welt beherrscht zu halten, durch Destabilisierung von Ländern, das
ist das eigentliche Problem. Nun gut, Lula, danke Compañero.
„Tatsächlich hat der Geschichtsverlauf gezeigt, daß gerade in Ländern mit sehr niedrigem Entwicklungsstand der Produktivkräfte, mit sehr niedrigem Lebensstandard und mit sehr geringen Demokratie-
und Politikerfahrungen eine revolutionäre Situation entstehen kann und daß dies auch gesellschaftsverändernd wirksam zu werden vermag.“
Dieser Behauptung möchte ich eine von Lenin formulierte Gesetzmäßigkeit von Revolutionen entgegen halten: Die Revolutionen brechen dort aus, wo die Widersprüche am krassesten sind.
Das hat „peripher“ mit Politikerfahrung etwas zu tun: Die herrschende Klasse hat keinen ausreichenden Apparat aufbauen können, ihre Macht zu stabilisieren. Für den Imperialismus ist das u.a. die
massenweise Korrumpierung einer bedeutsamen Arbeiteraristokratie. Insofern ist die „Peripherie“-These irreführend, geht aber von einem realen Trend aus.
Etwas anderes stützt sie allerdings: Der Begriff der „Rentnerstaaten“, der bei den „Klassikern“ auftaucht: Die Ungleichgewichtigkeit des Imperialismus führt dazu, dass sehr breite Schichten in den
„Siegermächten“ mit einem relativen Wohlstand gefügsam werden – eben auf Kosten der ökonomischen Halbkolonien. Somit ist die subjektive Erkenntnismöglichkeit des objektiven Ausgebeutetseins dort
größer. Sie müssen radikaler sein.
Gibt es historische Gesetze, die für die Revolutionen gelten und keine Ausnahmen kennen? (...) Nein, solche Gesetze gibt es nicht« (LW 28, S. 236)
Aber Beschleunigung und Verzögrung sind sehr von solchen ›Zufälligkeiten‹ abhängig – unter denen auch der ›Zufall‹ des Charakters der Leute, die zuerst an der Spitze der Bewegung stehn, figuriert«
(MEW 22, S. 542)
Marx spricht also von Beschleunigung und Verzögerung. Er denkt in historischen Dimensionen, die weit über einzelne Menschenleben hinausgehen. Er sieht HINTER den Ereignissen weiter den
geschichtlichen Zug in Richtung Fortschritt fahren, selbst wenn die Lok den Berg wieder zurückrutscht, weil sie nicht genug Energie gebunkert hat. Es war nur ein Testlauf fürs nächste Mal.
Der Verlauf des einzelnen Ereignisses jedoch ist real abhängig davon, ob gerade ein Lenin, Stalin oder Gorbatschow den Lokführer spielt.
»Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue höhere Produktionsverhältnisse treten nie an die Stelle, bevor die
materiellen Existenzbedingungen derselben im Schoß der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind« (MEW 13, S. 9).
Wie krümelkackerisch ausgewählt. Was bedeutet denn untergehen?
Zum einen hätte man Marx, wenn er das so gesagt und gemeint hätte, entgegenhalten müssen, dass man nie nie sagen sollte.
Dann klingt das sehr nach den Bedingungen bürgerlicher Revolutionen, deren „materiellen Existenzbedingungen“ im Schoße des Feudalismus voll „ausgebrütet worden sind“. Aber mit den an sich
siegreichen Revolutionen in den Niederlanden und Britannien ist der Feudalismus nicht untergegangen. Lord Nelson kam ein Sturm zur Hilfe…
„…alle Produktivkräfte…, für die sie weit genug ist“
Wissen wir nicht erst nachher, welche das gewesen sind?
Mit dem Blick des messenden Wissenschaftlers erkennen wir im Nachhinein, welche Produktivkräfte die Sklavenhalterordnung sprengten und welche feudal nicht zu meistern waren. Viel später feierte die
Sklaverei sogar ein Nischen-Comeback.
Erkannten sich aber die Akteure als das Mögliche im Notwendigen?Sie handelten historisch und in der Tendenz waren sie erfolgreich, wenn ihr Handeln dem Entwicklungsstand der Pk gerecht wurde.
Wenn wir nach einem echten Plan handeln, werden wir überlegen sein! Der erwächst aus technischen Möglichkeiten, die zu Zeiten der Kommandoplanung einfach nicht da war.
BERLINER WASSERTISCH
Eingeladen sind alle Gruppen, Initiativen,
Vereine und Privatpersonen
die sich für eine Rückführung des Berliner Wassers
in Bürgerhand einsetzen
Nächstes Treffen:
Dienstag, den 03. Juni 2008
19.00 Uhr
Muskauer Str. 20 a (Hinterhaus) Berlin-Kreuzberg
(Klingel: Berliner Compagnie)
Nähe U-Bhf. Görlitzer Bahnhof (U 1)
Weitere Informationen: www.berliner-wassertisch.net Claus.Kittsteiner@gmx.de
"Akzeptiert man die Privatisierung des Wassers
akzeptiert man die Vermarktung des Lebens."
Ricardo Petrella
...zum Auftreten der Bundeskanzlerin Merkel gegenüber Präsident Chavez. Dies ist dokumentiert bei RedGlobe. Das ist noch nicht der Originaltext der Chavezrede. Wobei
es immer schwerer ist, zu belegen, dass jemand etwas nicht gesagt hat als sich die Passage herauszupicken, in der etwas Zutreffendes steht. Den Hitler-Vergleich als nicht verwendet wegzuwischen,
indem in einem Text das Wort Hitler gesucht würde, wäre wohl zu einfach - und mit dem nach Schwefel stinkenden Teufel hat Chavez ja Bush schon vor der UNO verglichen ... mit den Lachern auf seiner
Seite.
Caracas fordert von Berlin Respekt
Dienstag, 13. Mai 2008
Außenministerium Venezuelas
In einer offiziellen Erklärung hat das venezolanische Außenministerium heute gegen die "unfreundlichen Kommentare" der deutschen Bundeskanzlerin Merkel in einem DPA-Interview
protestiert und vor einer Belastung der bilateralen Beziehungen gewarnt. Die Prinzipien der Gleichheit und der Nichteinmischung müssten beachtet werden, damit sich die bilateralen und
internationalen Beziehungen in einem Klima des Dialogs und der Verständigung entwickeln könnten.
Wir dokumentieren nachstehend den Wortlaut der Erklärung des venezolanischen Außenministeriums in einer nicht offiziellen Übersetzung.
Bolivarische Republik Venezuela
Ministerium der Volksmacht für Auswärtige Beziehungen
Erklärung
Caracas, 13. Mai 2008
Wenige Tage vor dem Beginn des V. Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs Lateinamerikas, der Karibik und der Europäischen Union in der Stadt Lima, einer Veranstaltung, deren Ziel
es ausnahmslos ist, den respektvollen Dialog zwischen den Ländern beider Regionen zu vertiefen, möchte die Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela angesichts der in einem der
Nachrichtenagentur DPA gewährten Interview geäußerten unfreundlichen Kommentare der Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Angela Dorothea Merkel, gegen den rechtmäßigen Präsidenten
der Republik, folgendes ausdrücken:
Es überrascht die Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela, dass die deutsche Kanzlerin am Vorabend ihres Besuches unserer Region, um am Gipfel von Lima teilzunehmen, den
Präsidenten Hugo Chávez, eine der demokratischen Führungspersönlichkeiten Lateinamerikas, angreift. Ihre Erklärungen verschlechtern nicht nur die bilaterale Beziehung, sondern ziehen auch
die Absicht der deutschen Regierung in Zweifel, die freundschaftliche Bande mit allen lateinamerikanischen und karibischen Völkern vertiefen zu wollen.
In ihren Beziehungen mit Deutschland hat die Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela immer dem Respekt Vorrang eingeräumt, weshalb sie die Regierung der Bundesrepublik Deutschland
auffordert, sich ebenso zu verhalten.
Ebenso erlaubt sich die Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela keine feindseligen Kommentare gegen irgendein Mitglied der Europäischen Union, sondern bemüht sich um eine Stärkung
ihrer Beziehungen mit dieser regionalen Gruppe. Deshalb lädt sie die Regierung der Bundesrepublik Deutschland ein, diesem Beispiel zu folgen, um in ihren Beziehungen mit Lateinamerika und
der Karibik voranzuschreiten.
In gleicher Weise erinnert die Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela die Regierung der Bundesrepublik Deutschland daran, dass der Respekt für die Prinzipien u.a. der Gleichheit
und der Nichteinmischung Vorrang haben müssen, damit sich die bilateralen, biregionalen und internationalen Beziehungen in einem Klima der Herzlichkeit, des Dialogs und der Verständigung
entwickeln.
Abschließend erinnert die Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela die Regierung der Bundesrepublik Deutschland daran, dass Venezuela weder in der Vergangenheit noch in der
Gegenwart ein Unruhefaktor in Lateinamerika, Europa oder der Welt gewesen ist und es befriedigt sie zu wissen, dass die Kanzlerin Merkel nicht die einzige Stimme der Europäischen Union
ist und dass ein Land allein weder die Beziehungen zwischen Venezuela und der Europäischen Union noch die biregionalen Beziehungen stören kann.
„Wir nutzen einen Kristall von fünfzehntausend Karat. Er soll liefern für den ganzen Flug bis zu eurer Raumbasis die Energie, und, falls etwas
geht schief, auch noch so viel, dass ihr durchkommt gleich bis zur Erde. Dazu Kontakte müssen gepunktet werden. Das Anzapfen der Kristalle ist eine verdammt komplizierte Sache.“Endlich hat Nonscho jemanden gefunden, der Dinge, die zum Allgemeinwissen jedes Ko gehören, noch
nicht gehört hat, und ihre Beschreibung offensichtlich interessant findet. Nach der Panne tut es Nonscho gut, für jemanden wichtig zu sein.
„Ein so kleiner Kristall soll die Energie für den Flug bis zur Erde liefern?“
„Es reichte sogar ein halb so großer. Aber vielleicht braucht ihr Reserven.“
„Kann ich mir denn einmal ansehen, wie diese Kristalle funktionieren?“
Das ist eine peinliche Frage für Nonscho. Weder weiß er, wie und warum diese Kristalle genau funktionieren, aber vor allem kann
man es nicht sichtbar machen. Shi rettet ihn aus dieser Verlegenheit.
„Aber sicher. Das sind doch die Kerne unserer Faulheit.“ Mit dieser Bemerkung im TS knüpft Shi scheinbar an das Gespräch an, das er zuvor mit dem Menschen geführt hat.
Nonscho merkt jetzt erst, dass Shi den Kontakthelm wieder abgesetzt hat. Auf dem Rücken hat er funkelnde grüne und blaue Flecken. Nonscho wundert sich. Sollte sich Shi etwa mit dem Menschen wegen
der von den Güllscho behaupteten Faulheit der Ko gestritten haben? Da möchte sich Nonscho besser zurückhalten. Er kommt aber gar nicht dazu, weiter über diese Frage nachzudenken, denn Shi
leuchtet ihn an: „Sag mir Bescheid, wenn wieder etwas ist. Frag nur nicht, was jetzt gestört hat. Ich weiß es nicht.
Bei mir funktionierten die Ströme sofort.“
Was Shi danach in den TS eingibt, ist offensichtlich nicht mehr für Nonscho bestimmt. Es scheint wieder an den vorangegangenen
Streit anzuknüpfen: „Sieh, die Technologien, die die Kristalle haben ermöglicht, zugleich sind Segen und Fluch für unsere Gemeinschaft. Sie haben befreit
uns schon vor langer Zeit von allen Sorgen der Energieversorgung. Die Materialisatoren schaffen heran alles Zeug, was eingeben wir ihnen. Die Eingabe erfolgt direkt, du hast gesehen es. Wir
müssen nur denken genau an das, was wir brauchen, und schon ist es da.“
„Aber das Wichtigste ist es doch, Macht zu haben“, antwortet Mc Phearson. „Ihr habt als ganzes Volk unbeschränkte Macht über die
Natur. Damit es bei euch weiter vorangehen kann, braucht ihr nur entschlossene Männer, die gezielt Macht auch über ihre Mitmenschen, ich meine Mitkraken, ausüben. Der Planet ist doch so
reich!“
„Ich weiß nicht, was du meinst mit Macht und reich. Das System funktionierte schon
lange, bevor wir wurden geboren. Sieh, was immer man erzählt dir über die fehlende praktische Raumfahrt bei uns, es ist erst jetzt wahr. Frühere Ko haben gemacht auch Fehler, aber haben gemacht
eben.“
„Wie meinst du das?“
Nonscho überlegt erst, ob der Mensch ihn angesprochen hat, weil dessen kleine Augen auf ihn gerichtet sind. Aber da antwortet
Shi schon. „Na, ganz einfach: Unsere Genügsamkeit hat verwandelt sich in Trägheit. Was sollen wir in einem Raum, in dem herrschen so viele unbekannte
Gefahren? Was wir sollten suchen, wo wir haben doch alles? Ja, selbst ihr seid gekommen zu uns, wenn auch nicht ganz freiwillig.“
...Hitler verglichen?
Für drastische Ausdrucksweise, eben ein volkstümliche, ist er bekannt. Dass die Rechte Angela Merkel ihm (wie ja per Lissabon-Vertrag ganz Europa) ein neoliberales Wirtschaften als das einzige
erlaubte vorschreiben will, ist auch nicht bestreitbar - und dass er sich dagegen verwahrt, zwingend.
Aber wird hier wieder Schmuddelkind-Bashing wie bei Chistel Wegner gespielt? Die Stimme aus dem Off, die sagt, was der (damals die) Böse gesagt haben soll, und alle fallen über ihn (sie) her?!
Also ich bin mindestens auf das Originalzitat gespannt und erlaube mir erstmal den Originaltext von Venezuela aktuell:
In seiner wöchentlichen Fernsehsendung "Aló Presidente" hat der venezolanische Präsident Hugo Chávez die hervorragenden Beziehungen zwischen Caracas und der Regierung des
brasilianischen Präsidenten Lula da Silva gewürdigt. Dieser hatte in einem Interview mit dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" gesagt, Chávez sei der "beste Präsident", den
Venezuela in den "letzten hundert Jahren" gehabt habe. Die Siege von Chávez, Evo Morales und jetzt Lugo in Paraguay seien Siege des Volkes gewesen, "niemand in Europa muß Angst vor der
lateinamerikanischen Linken haben".
In einem von der "Frankfurter Rundschau" veröffentlichten DPA-Interview hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel zuvor auf die Frage, ob Chávez mit seiner "linksnationalistischen Politik" den
Beziehungen zwischen der EU und Lateinamerika bereits "grundlegend geschadet" habe, geantwortet: "Ein Land allein kann die Beziehungen zwischen der EU und Lateinamerika nicht nachhaltig
beeinträchtigen. Präsident Chávez spricht nicht für Lateinamerika. Jedes Land hat seine eigene Stimme, mit der es seine eigenen Interessen verfolgt. Auch das venezolanische Volk hat mit
der Ablehnung des Referendums im Januar selbst Position bezogen."
Zugleich distanzierte sie sich von der sozialistischen Politik Venezuelas und anderer Länder des Kontinents und sagte: "Die soziale Marktwirtschaft ist für mich das Modell, das beide
Ziele am besten erreichen kann. Die Regierungen in Lateinamerika werden sich langfristig daran messen lassen müssen, wie sie mit den sozialen Problemen umgehen. In einigen Ländern
beobachten wir - und darauf zielt Ihre Frage ja auch - einen linken Populismus. Ich glaube nach unseren Erfahrungen in Europa nicht daran, dass Staatswirtschaften auf die drängenden
Probleme bessere und nachhaltige Antworten geben. Sie koppeln Länder eher ab von einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung und erschweren die Zusammenarbeit sowie und die Teilhabe der
Bürger am Wohlstand."
Diese unverhüllte Einmischung aus Europa wies Chávez zurück. Einige Regierungen in Europa sprächen von Integration, würden aber solche Erklärungen abgeben. "Wir werden uns von nichts und
niemandem den Mund verbieten lassen".
Diese Antwort von Hugo Chávez hat in den deutschen Medien einen völlig überdimensionierten Beißreflex ausgelöst. "Chávez vergleicht Merkel mit Hitler" titeln sie alle im Chor. Zugleich
war aber keiner der deutschen Fernsehsender in der Lage, diese Äußerung - in der Chávez offenbar darauf hinweist, dass Merkel der deutschen Rechten angehört - im Originalton wiederzugeben
- selbst im spanischsprachigen Kanal von Euronews hört man nur einen Sprecher aus dem Off, der über das Bild von Chávez die (angeblichen) Äußerungen zitiert. Leider ist in den
venezolanischen Medien noch keine Videoaufzeichnung oder Transkription der stundenlangen Sendung verfügbar. Sobald wir anhand des Originaltextes die Erklärungen des venezolanischen
Präsidenten kennen, werden wir hier darüber berichten.