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Thursday, 31. may 2012 4 31 /05 /Mai /2012 19:51

Prinzipiell ist es richtig, von Mainstream-Medien zu sprechen und damit auszudrücken, dass sie aine allgemeine Volksverdummungsfunktion erfüllen. Es ist auch richtig, dass dabei das journalistische Niveau tendenziell weiter sinkt.

Inmitten dieses Trends gibt es abe aben noch Alibi-Beiträge, die in einem bürgerlichen Blatt stehen, obwohl sie auch in einem linken hätten stehen können (und manchmal sollen). Das, was hier in welt online zu lesen ist, gehört dazu. Der Autor wagt sogar die Gratwanderung, den einen Sachverhalt nicht als spetakulären Außenseiter-Einzelfall abzutun, sondern die Frage aufzuwerfen, unter welchem Umfeld solch "Einzelfall eben praktisch funktioniert. (Natürlich geht er nicht so weit, das Ganze Gegenkraft-befreiten Kapitalismus zu nennen.)

Dem ganzen Artikel haftet dann letztlich die Verwunderung eines Autoren an, der die letzte Analysebrille nicht aufsetzen darf: In Medien mit Profitziel kann eben nicht "real exitierender Klassenkampf" bzw. real existierende intensiv erweiterte Ausbeutung nicht als Klassenkampf "verkauft" werden, sondern als Showevent ... evtl. mit der Zusatzbotschaft, "Freut euch, wenn es euch nicht so hart trifft" ...

veröffentlicht in: politische Praxis - Community: Mehr menschlichkeit
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Thursday, 31. may 2012 4 31 /05 /Mai /2012 06:21

...  wie wir in die Zukunft blicken können, brauchen wir eine solche Gesellschaftswissenschaft. Wir brauchen sowohl etwas Philosophie als auch politische Ökonomie als auch einen „wissenschaftlichen Kommunismus“. Etwas kleiner: den „dialektischen und historischen Materialismus“. Dessen philosophischen Kern würde ich am kürzesten so beschreiben:

Alles, was existiert, ist materiell und insoweit erkennbar (nur evtl. noch nicht erkannt) und dementsprechend veränderbar. Unser Bewusstsein spiegelt das Materielle wider, verändert es aber auch dabei.

Dialektik ist eine Weltsicht in Zusammenhängen. Alles ist Gewordenes (und Vergehendes) und steht in Wechselwirkung mit der „restlichen“ materiellen Welt. Das Materielle in der menschlichen Gesellschaft sind seine wirtschaftlichen Beziehungen, die aus dem Entwicklungsstand der „Produktivkräfte“ erwachsen: Die Menschen treten in „Verkehrsverhältnisse“ zueinander – und zwar so, wie die technischen Möglichkeiten einer Produktion entwickelt sind. Wenn wir also wissen wie viel und wie produziert wird in einer Zeit, wissen wir schon fast alles. Zumindest machen wir Fehler, wenn wir diesen Aspekt nicht mit betrachten.

Diese Verhältnisse also bilden einen Rahmen, der langfristig die menschliche Entwicklung bestimmt und der gesprengt werden muss, wenn er dem Entwicklungsstand der Produktivkräfte nicht mehr entspricht. Schließlich sind die einmal entstandenen Verhältnisse auch noch da, wenn die technischen Bedingungen der Produktion längst weiter entwickelt sind.

Das hat selbst für gebildete „Marxisten“ gemeine Fallstricke. Die Gesetze der menschlichen Gesellschaft wirken zwar in gewisser Weise wie Naturgesetze. Allerdings kann - so wie bei den Fallgesetzen Newtons die Erde (und der Gravitations-Gegenkörper) vorhanden sein muss - ein „gesellschaftliches Gesetz“ nur durch das Handeln von Menschen in der Gesellschaft existieren und funktionieren. Das aber ist wiederum nicht ohne ein bestimmtes Bewusstsein zu haben. Und das sind Beziehungen, die nicht der Schulmathematik entsprechen, weil das Handeln von Gruppen die Gesamtheit des Handelns der dazu gehörenden Menschen ist und jedes einzelne Bewusstsein durch mehr Faktoren beeinflusst wird, als für den konkreten Einzel-Fall relevant wären.

Sprich: Der Marxismus erfasst richtig den „Klassenkampf“ als Triebkraft der menschlichen Entwicklung. Aber obwohl es Interessen gibt, die große Menschengruppen aufgrund ihrer Stellung in der materiellen Produktion objektiv gemeinsam haben, die sie also zu „Klassen“ machen, heißt dies noch lange nicht, dass sie sich dessen bewusst sind und entsprechend handeln wollen – und dann handeln sie auch nicht. So wie die Existenz von Gravitation dort belanglos ist, wo es nur einen Körper gibt. Was aber hat das mit den Katastrophen des 20. Jahrhunderts zu tun?

 

Inzwischen habe ich das Manuskript von "Komodo - Kommunismus ohne Dogmen"also überarbeitet. Mit etwas Glück ist dies die vorletzte Fassung vor der endgültigen Veröffentlichung. Einige Passagen eignen sich nicht zur Präsentation in einem Blog. Die habe ich ausgelassen. Das ganze Kapitel, allerdings ebenfalls gekürzt, kann man hier nachlesen. Ich hoffe auf Daumendrücker ....

 

veröffentlicht in: Kommunismus - Community: Linke Literatur & Toleranz
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Wednesday, 30. may 2012 3 30 /05 /Mai /2012 06:10

Die Geschichte verläuft insgesamt nach „Gesetzen“. Also, dass es gekommen ist, wie es dann wirklich kam, lässt sich sachlich begründen. Das ändert nichts daran, dass die Geschichte Punkte hatte, an denen es anders hätte kommen können, der ganze Rest in andere, auch vernünftig zu begründete Bahnen eingeschwenkt wäre, von denen einige uns wesentlich besser getan hätten.

Für mich war dabei das zwanzigste das Jahrhundert mit den fürchterlichsten Menschheitskatastrophen. Das siehst du vielleicht genauso. Aber wenn ich sage, welche ich für die schlimmste halte, da werde ich bestimmt wenig Zustimmung finden. Und das, obwohl die Nachwirkungen uns immer noch berühren und vielleicht irgendwann irgendwelche Aliens sagen werden, damit begann das Ende der Menschheit. Nach meinem Verständnis ist diese größte Katastrophe der jüngeren Menschheitsgeschichte die Niederlage der Novemberrevolution in Deutschland. Hoffentlich liegt das nur daran, dass ich eben Deutscher und damit gewohnt bin, in meiner Heimat den Mittelpunkt des Universums zu sehen.

Der „Sieg“ der russischen Oktoberrevolution, genauer: die Art, in der er nur möglich geworden und in der bereits der Keim für sein Ende enthalten war, krankte nämlich am deutschen Scheitern.

Reisen wir gedanklich gut 100 Jahre in der Zeit rückwärts. Selbst bürgerliche Historiker geben mitunter zu, dass damals „Kapitalismus“ herrschte, ja „Imperialismus“. Nun brauchen wir uns nicht darüber auszulassen, dass der Erste Weltkrieg kein unerwarteter Schicksalsschlag war, in den die unschuldigen Nationen Europas und der Welt „hineingerissen“ wurden, weil ein „Irrer“ einen Thronfolger ermordet hatte. Wir wissen um das aggressive Wesen des Imperialismus, seine gesetzmäßig ungleichmäßige Entwicklung und die dabei Deutschland als Zu-spät-Kommer zugefallene Rolle, eine vollzogene Aufteilung der Welt ändern zu wollen. Aber eigentlich brachte jeder imperialistische Staat konkrete wirtschaftliche Hoffnungen in seine Kriegspolitik ein. Der Krieg war eine zwangsweise Folge der Vollendung des „Imperialismus“: Nach Jahrzehnten des Wettlaufs, relativ wehrlose Völkerschaften unter die eigene koloniale Herrschaft zu bekommen, war nun alles so weit aufgeteilt, dass nur noch eine Umverteilung möglich war. Dass der Weltkrieg begann, war also notwendige Folge dieser Entwicklung. Die Katastrophe lag erst in seinem Verlauf und einem Ende, in dem die Ausgangspositionen für den nächsten Weltkrieg bereits „eingebaut“ waren.

Dieses Kriegsende, wie es ausgesehen hat und was hätte kommen sollen oder müssen, ist das Problem.

 

Inzwischen habe ich das Manuskript von "Komodo - Kommunismus ohne Dogmen"also überarbeitet. Mit etwas Glück ist dies die vorletzte Fassung vor der endgültigen Veröffentlichung. Einige Passagen eignen sich nicht zur Präsentation in einem Blog. Die habe ich ausgelassen. Das ganze Kapitel, allerdings ebenfalls gekürzt, kann man hier nachlesen. Ich hoffe auf Daumendrücker ....

 

Man wird doch noch träumen dürfen! Die Hoffnung ist zumindest da, dass es nicht mehr lange dauert, dass ein guter Verlag JA sagt und zu der vorliegenden eine tatächliche Druckfassung folgt, bei der sich vielleicht noch interessante Nuancen ergeben. Aber die Bemühungen, Menschen vom Gedanken zu überzeugen, dass Kommunismus eben nicht das ist, was sich als Bild in ihrem Kopf aufbaut, wenn sie das Wort hören, sondern etwas sehr Individuelles, die gebe ich so oder so nicht auf ...  

veröffentlicht in: Kommunismus - Community: Linke Literatur & Toleranz
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Tuesday, 29. may 2012 2 29 /05 /Mai /2012 06:45

Man könnte es super kurz machen:

Katja Kipping wäre eine prima Vorsitzende ... der Piratenpartei.

Die Selbstprofilierung vollzog sich durch die Werbung für das Projekt des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE). Dieses Projekt kann - positiv bewertet - eines des Liberalismus sein. Es ist allerdings ungeeignet, den Kapitalismus auf Umwegen zu überwältigen, und akzeptiert einfach die Entfremdung der Arbeit anstatt sie im Marxschen Sinne "aufzuheben".

In den Führungsgremien der Piratenpartei könnte KK gut für künftige Koalitionen mit der LINKEN wirken ... wenn sie das dann noch wollte. Ob ihr eine gesellschaftliche Gesamtsicht vermittelt wurde, kann ich nicht sagen. Ob sie moderierende Führungsqualitäten besitzt, auch nicht. Ob sie auf einem Tandem mit der Katastrophalen NRW-Wahlverliererin einer sich organisierenden gesellschaftlichen Alternative das Erfolg versprechende Gesicht verleihen kann auch. Wenigstens ist Frau Schwabedissen ein gerüttelt Maß an Chuzpe zuzubilligen: So kurz nach einer Blamage hat wohl kaum eine Politikerpersönlichkeit gewagt, sich für den Sturz nach oben anzubieten.

Eine Frauenführung für die Zukunftspartei Die Linke ist eine gute Idee. Aber die "erste" Frau müsste für Öffentlichkeitswirkung und fundierte Alternative stehen. Da sehe ich leider nur Sahra Wagenknecht. Dass die sich dann mit kreativen jungen Flügeln zum Abheben umgibt, sollte für eine undogmatische Partei gut sein. Aber es darf nichts Be-Liebig-es dabei heauskommen ...

veröffentlicht in: Debatte - Community: Linke Literatur & Toleranz
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Monday, 28. may 2012 1 28 /05 /Mai /2012 06:11

Wir sollten nicht vergesslich sein. Erinnern wir uns, wie wenig Zeit der bürgerlich-demokratisch gewählten Allende-Regierung zum Handeln eingeräumt wurde. Kaum hatte das chilenische Volk gesprochen, schon wurde intensivste Wühlarbeit geleistet, Schwachpunkte der der Kuschel-Marxismus-Regierung gesucht und in der antikommunistischen Grundhaltung des Offizierskorps gefunden. Putschvorbereitung vom Feinsten. Und als ein General so loyal zur gewählten Regierung stand, wie das der treugläubige Allende erwartete, da wurde er vorsorglich ermordet. Es hätte ja sein können, dass Schneider die militärische Verteidigung seiner Regierung gegen ungewählte Putschisten organisiert hätte ...

Im Vergleich hierzu ist die Lebenszeit linker Regierungen im heutigen Lateinamerika verblüffend lange. Eine zutiefst betrübliche Antwort auf die Frage, warum das so ist, gibt ein aktueller jW-Artikel. Ich will ihn nicht widerholen. Er beschäftigt sich mit der rein wirtschaftlichen Seite des Extraktivismus, also der Konzentration der Volkswirtschaften auf Gewinnerwirtschaftung durch reine Vermarktung von Bodenschatz-Gewinnung. Er konstatiert dabei, dass daran nichts geändert wurde, wenn eine "linke" Regierung die "Macht" übernommen hat. Ein wenig Umverteilung der Erträge zugunsten der Armen. Schluss.

Mit der totalen Aburteilung des Extraktivismus bin ich vorsichtiger. Jemand, der über nichts als seinen Körper verfügt, ist ggf. gezwungen, sich zu prostituieren.  Natürlich können die, bei denen er sich prostituiert, grinsend abwarten, dass eben dieser Körper seinen natürlichen Wert verliert, wenn er älter wird, seine "Schönheit" eingebüßt hat.

Das Problem geht nämlich tiefer: 

Bei allen Schwächen, die das damalige nicht-"sozialistische Weltsystem" aufwies, so war es doch als potentieller Partner vorhanden. Es stand nicht nur potentiell zur Verfügung, als Abnehmer für Kupfer o.ä. einzuspringen, es konnte praktische Erfahrungen beim Aufbau und der Absicherung eines geschlossenen Systems vermitteln, mit dem sich Länder, die dies wünschten, aus der Einbindung ins kapitalistische System befreien konnten. Gerade diese Einbindung aber ist das Entscheidende.  Mir sind keine brandaktuellen Zahlen bekannt, aber bspw. das venezolanische Öl landet sicher immer noch überwiegend in den USA. Das wirtschaftliche Agieren des nuesten Glbal Player China ist letztlich ein kapitalistisches.  Nicht umsonst laufen hektische Aktionen, Rahmen für südamerikanische Integration zu erschaffen - wobei sich ALBA als politisch gleich gesinnte Gemeinschaft (halbwegs gleich gesinnt) bisher als nicht ausreichend lebenserhaltend erwiesen hat, man sich in die weltmachtpolitischen Ambitionen Brasiliens eingliedern muss ... hoffend, sich nicht total aufzugeben.

Dass also die euphorisch beschworenen sozialistischen Revolutionen stecken bleiben, zumindest aber extrem langsam verlaufen, hängt mit dem minimalen Spielraum innerhalb einer kapitalistisch globalisierten Weltwirtschaft zusammen. Ohne autarkes Hinterlandsind wirklich eigenständige Entwicklungen schwer, vielleicht fast gar nicht möglich.

Dies ist auch die Ausgangssituation für Griechenland. Der Schrecken einer "Linksregierung" ist nicht total astronomisch, weil sie letztlich die Option einschließt, zum Vollstrecker des Weltkapitalismus zu werden. Wie eine kommunistische (Mit-)Regierung mit dieser Abhängigkeit umginge ... wer weiß.

Ich finde es besonders erschreckend, dass der linksrevolutionäre Aufschwung in Lateinamerika gerade zu einem Zeitpunkt ins Stocken zu kommen scheint, zu dem an anderen Peripheren des Weltimperialismus die Systemfrage gestellt wird, ja, in einigen Zentren veschämte Reorganisationsprozesse einsetzen.

Der Ausstieg aus dem Kapitalismus ist ein Weltprozess. Wenn wir ihn mit der Brille der unmittelbar Beteiligten sehen, verzerrt sich mitunter das Bild. Niederlage und taktisch sinnvolle Reorganisationen sind mitunter schwer zu unterscheiden.Die Nichtexistenz eines auf Sozialismus orientierten Hinterlandes ist unersetzlich - trotzdem muss internationale Solidarität ein Stück "Ersatz" sein. Irgendwie sind wir eben doch Griechen, Hochlandindios, kubanische Ärzte, Antiterrorkämpfer wie die Cuban five ... 

veröffentlicht in: Venezuela u.a. - Community: Linke Literatur & Toleranz
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Sunday, 27. may 2012 7 27 /05 /Mai /2012 15:40


!!! DIE COMPANER@S BRAUCHEN UNSERE SOLIDARITÄT !!! 

Die Bergarbeitergewerkschaft von Mexiko hat seit mehreren Jahren eng mit CAT zusammengearbeitet und ruft zu einer internationalen Kampagne auf um das Leben, die körperliche Unversehrtheit und die Sicherheit von José Enrique Morales Montaño und der anderen Mitarbeiter/innen von CAT, die sich kontinuierlich für Menschen- und Arbeitsrechte in Mexiko eingesetzt haben, zu gewährleisten.

www.labourstart.org

 

 

Link folgen, prüfend lesen ... mitmachen, unterschreiben ...

veröffentlicht in: Venezuela u.a. - Community: Linke Literatur & Toleranz
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Sunday, 27. may 2012 7 27 /05 /Mai /2012 06:25

... die diesen Ausdruck "Analyse" auch wirklich verdient hat, findet man nunmehr in der "junge Welt". Georg Fülberth sammelt alles Notwendige zum Verständnis. Man sollte den Artikel langsam lesen, sich die Passagen auf der Zunge zergehen lassen.

Vielleicht trotzdem ein Punkt, bei dem der Durchschnittsleser überfordert sein könnte, der aber für das ökonomische Wachstumsfeld unumgänglich ist - und der mich zu der optimistischen Einschätzung führte, die PP sei eine Reaktion auf einen Produktivkraftstand, der Kommunismus praktisch nahelegte: die Allmende. Ursprünglich war dies ein Überrest urgesellschaftlicher, in gewisser Hinsicht urkommunistischer Verhältnisse: Neben den in festgeschriebenen Privateigentumsverhältnissen - egal ob Bauern oder Feudalherren - gab es häufig bis in den sich entfaltenden Kapitalismus hinein gemeinschaftliches Eigentum an Grund und Boden, dessen Eigentums"recht" überwiegend Gewohnheitsrecht war. Auf unterschiedliche Weise wurden öffentliche Nutzungen gesichert. So wie das Allmenderechtsdenken ein Überbleibsel vor-privatwirtschaftlichen Denkens war, ist es eine denkbare Form des Niedergangs privatwirtschaftlichen Denkens, eine Reaktion auf das kapitalistische Bestreben, keine nicht-warenwirtschaftlichen Beziehungen übrig zu lassen. Ein geistiger Raum, in der Wissen Allgemeingut wird bzw. bliebe wäre dabei ein Ansatzpunkt, bei dem nicht viele Verhältnisse verändert werden müssten, weil die Produktivkräfte die neuen Verhältnisse bereits selbst geschaffen haben. Eine Lizenz auf ein geistiges "Produkt" muss erst immer neu "geschaffen werden", während das Privateigentum an körperlichen Produktionsmitteln auf Raubereignisse vor vielen Generationen zurückgeht ...

 

"Warum Piraten?"


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Saturday, 26. may 2012 6 26 /05 /Mai /2012 15:48

"Das schwedische Unternehmen Ericsson, weltgrößter Hersteller von Komponenten für Mobilfunknetze, muss eine hohe Strafe an die USA zahlen, weil das Unternehmen die von den USA gegen Cuba verhängte Blockade missachtet hat. 
Und im nächsten Menschenrechtsbericht kritisieren die USA Cuba dann wahrscheinlich dafür, dass Cuba seinen Bürgern den Zugang zur mobilen Telefonie so schwer macht." (Bruni Stümper)

veröffentlicht in: Menschenrechte - Community: Mehr menschlichkeit
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Saturday, 26. may 2012 6 26 /05 /Mai /2012 06:24

Als SF-Autor muss ich mir natürlich auch Filme und Serien reinziehen, die sich mit Fragen der Menschheitszukunft beschäftigen. (Auf solche, die auf Techniken der Vernichtung eines fremden Gegners gerichtet sind,möchte ich allerdings weiter verzichten.)

Eine solche Serie ist / war "Terra Nova" (auf "MyVideo)".

Schade für die Autoren, dass ihnen marxistische Gesellschaftsanalyse fremd geblieben ist. Die Ursachen für das gezeichnete Zukunftsbild bleiben deshalb sehr vage. Ich würde sie so formulieren: Der Kapitalismus hat sich ausgetobt. Der Reichtum der Natur ist im Wesentlichen aufgebraucht, selbst Atemluft ist kostbar geworden. Eine "Populationskontrolle" bestraft Menschen, die Lust auf ein drittes Kind haben. Da wird eine Möglichkeit für wenige Menschen entdeckt, in die Erdfrühzeit der Saurier zurück zu reisen, noch einmal von vorn zu beginnen.

Sofort stehen sich zweierlei Kräfte gegenüber: Solche, die mit der Erfahrung des Erlebten einen Neuanfang in einer solidarischen Gemeinschaft versuchen wollen (es sind keine Kommunisten, aber eben Menschen) - auf der anderen Seite solche, die in der vorzeitlich unberührten Natur in erster Linie enorme ausbeutbare Schätze sehen, z.B. Bodenschätze im engen Sinn. Diese zweite Gruppe arbeitet dabei  an einem technischen Problem: Bisher kann der Zeitspalt im Wesentlichen nur in Richtung Vergangenheit passiert werden. An die Reichtümer kommt man nur, wenn man sie umgekehrt  ins dritte Jahrtausend unserer Zeitrechnung transportieren kann.

 Hauptfigur ist (Neben einer Flüchtlingsfamilie) der Commander der Neusiedler. Mehrere Folgen beschäftigen sich indirekt mit seinem Führungsstil. Sie stellen ihn in Frage ... um ihn letztlich als angemessen und menschlich zu begründen im Kampf ums Überleben, um das Glück der Gemeinschaft. Und das Auftreten dieses Commanders hat so viel vom Generalissimus Stalin, dass es mich mitunter ängstigte. Eingeschlossen dabei eigene Selbstherrlichkeit und umgekehrt peinlicher Personenkult. Die Serie macht aber gerade dies als notwendige Begleiterscheinung einer Umkreisung durch einen Gegners mit Spionen und Sabotage. Genau diese fördern im Lager die Akzeptanz militärischer Hierarchie und Unterordnung. Man sieht, dass es eben nicht "basisdemokratisch" geht.

Die erste Staffel der Serie ist zu Ende mit einer vorläufigen Lösung des Konflikts: Nachdem es den ... nennen wir es "Imperialisten" ... gelungen ist, bewaffnet in Terra Nova einzudringen und eine beidseitige Verbindung herzustellen, wird die ganze Verbindung zerstört, um der Bedrohung Herr zu werden. Logisch, dass ich das als Metapher zur Rechtfertigung der "Mauer" ansah - auch wenn die Autoren wohl nicht daran gedacht haben. Aber der Gedanke war klar herausgearbeitet, dass sich schwer etwas solidarisch friedliches Neues aufbauen lässt, wenn Andere aus den eigenen Schätzen ihren Reichtum machen wollen.

Keine Ahnung, wie Menschen mit anderer Vorbildung die Serie sehen, was sie ihr entnehmen, wenn überhaupt. Es wird ja das Meiste von der gesellschaftlichen auf die individuelle Ebene verlagert, als Problem Vater - Sohn zum Beispiel. Aber für mich kam das Gesamtprodukt als Hohelied auf die Geburtsschmerzen eine neuen gesellschaftlichen Alternative an. Und es deutet sich die Folgefrage an: Der Commander Taylor ist immer noch der Herr im Lager, unangefochtener Vater und Führer. Wäre es nicht nun besser ... aber irgendwo gibt es neue Bedrohungen zur Rechtfertigung, eine notwendige Übergangsphase im eigenen Interesse zu verlängern ...

veröffentlicht in: Vernünftige Welt + Zweifel - Community: Geschichten - klar u. einfach
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Friday, 25. may 2012 5 25 /05 /Mai /2012 07:30

Stellungnahme der ASSOziation antikapitalistischer Kunstschaffender 

„ladet alle ein die ihr kennt es wirt zeit endlich mal zu sagen paradiesvögel ihr gehört nicht in dieses land" - "paradiesvogelschießen" - "jo das erste fest das ich kenne wo mann keine überteuerden schießbuden hat - jiiiiihhhhaaa - "headshots nur headshots" - "macht den schwuppen so richtig dampf - STRASSENKAMPF STRASSENKAMPF" 

Das sind die Worte neofaschistischer Idioten, die das Paradiesvogelfest vom 31. Mai bis 3. Juni im Schloss Weitersroda stören wollen. Das wäre alles weniger dramatisch, wenn es nicht schon wiederholt zu Übergriffen und Anschlägen gegen die Bewohner und den Besitzer des Lokalität gegeben hätte, am Freitag, den 18. Mai sehr wahrscheinlich in Form eines Brandanschlages auf ein Auto im Hof des Anwesens. 
Die Vermutung eines rechtsradikalen Hintergrundes kommt nicht von ungefähr. Der Schlossherr Prinz Chaos der II (Florian Kirner) ist bekannt. „Er gilt vielen natürlich als Sonderling im Dorf, als Musiker und Künstler zumal, aus München kommend, schwul. Das weckt Ressentiments, sorgt für Ablehnung.“ schreibt das „Freie Wort“ im Bericht zur mutmaßlichen Brandstiftung. Außerdem ist er aktiv gegen Nazis als linker Liedermacher. Ein Paradiesvogel eben, der dem braunen Mob so gar nicht ins Bild passt. 

Wir, die Mitglieder der ASSOziation antikapitalistischer Kunstschaffender, erklären unsere Solidarität mit Florian Kirner, unsere Bestürzung, Wut und Empörung wegen dieser wiederholten Anschläge. Schwulenhass und rechtsradikale Umtriebe haben keinen Platz in unserer Welt. Dass gegen Menschen die anders leben und Kultur machen gehetzt und gedroht wird ist unerträglich und muss beendet werden. 
Was muss noch passieren nach NSU Umtrieben und dem Massenmord in Norwegen? 
Wir fordern ein Ende der Behinderung antifaschistischer Organisationen und Bündnisse durch die sogenannte Demokratieerklärung für die Fördermittelvergabe des BMFSJ damit endlich vernünftige Arbeit gegen die Rechte Dummheit passieren kann. 
Wir fordern ein Verbot der NPD und aller anderen faschistischen Organisationen. 

Kommt alle zum Paradiesvogelfest nach Weitersroda bei Hildburghausen in Thüringen und zeigt Präsenz gegen Nazis und für ein tolles Fest mit viel Kultur, Spaß und Toleranz.

veröffentlicht in: Veranstaltungshinweise - Community: Antifa
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