Montag, 16. november 2009
Das Linksbündnis

Ausgetretene kommunale Mandatsträger aus Schleswig-Holstein haben sich in dem neu gegründeten Verein „Linksbündnis e.V.“ zusammengeschlossen, um weiterhin eine aktive Politik auf der Grundlage der Kommunalwahlprogramme, frei von den Lasten der Partei „Die Linke“ machen zu können. Weitere ehemalige Mitglieder haben sich dem Linksbündnis angeschlossen. Eine basisorientierte und pluralistische Politik, die auf Selbstbestimmung und Mitbestimmungsrecht fußt, soll der Ausgangspunkt für eine unverwässerte linke Politik und die Zusammenarbeit mit der linken Bewegung sein. Was bisher bei der Partei DIE LINKE so gut wie nie geschehen ist, möchte das Linksbündnis nun aktiv in Angriff nehmen, nämlich die Kontakte zu allen linken Gruppierungen, denen es darum geht, linke Positionen in die Gesellschaft einzubringen. Da wir mittlerweile in ganz Deutschland mit KritikerInnen innerhalb und außerhalb der Partei DIE LINKE Kontakte haben, möchten wir zu einem bundesweiten Treffen in Kassel einladen.

EINLADUNG

Am 28.11.2009 findet in Kassel im Hotel Lenz, Frankfurter Straße 176, um 10:00 Uhr ein Treffen statt, welches zum Ziel hat, ein Netzwerk aller linken Gruppierungen aufzubauen und das Linksbündnis als politische Alternative bundesweit zu etablieren. Hierzu laden wir Euch herzlich ein.

Die vorläufige Tagesordnung

10:00 - 10:30 Eintreffen der Teilnehmer
10:30 - 10:40 Begrüßung der Teilnehmer
10:40 - 11:00 Kurzvorstellung der Teilnehmer
11:00 - 11:30 Vorstellung und Zielrichtung des LINKSBÜNDNIS e.V.
11:30 - 12:00 Fragen und Aussprache
12:00 - 12:45 Mittagspause
12:45 - 13:30 Wohin treibt DIE LINKE
13:30 - 14:15 Aussprache
14:15 - 15:00 Diskussion zur Basisdemokratie
15:00 - 15:45 Aussprache
15:45 - 16:15 Kaffeepause
16:15 - 16:45 Resümee, Zukunftsaussichten, weiterer Termin
16:45 - 17.00 Verabschiedung


Wir können gespannt sein, was sich hieraus entwickelt: www.linksbuendnis.net

Der Vorstand des Linksbündnisses e.V. Schleswig-Holstein


Anmeldungen, um dem Hotel Lenz eine ungefähre Anzahl der Teilnehmer mitzuteilen, richten Sie bitte an

Linksbuendnis-Ploen@hannappel.info

Oder Handy-Nr. 01702434051 (Angelika Hannappel)



Leserbrief von Frank Braun zu ‚Das hatte wir uns anders vorgestellt....' von Angelika Hannappel in ‚scharf-links' vom 30.10. - 01-11-09 02:03
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Montag, 16. november 2009
In der deutschen Unterschicht werde das Geld versoffen, so Heinz Buschkowsky, Berliner Bezirksbürgermeister und Sozialdemokrat aus dem Multikulti-Stadtteil Neuköln. Und unsere Superökonomen sorgen dafür, dass solche Reden eine wissenschaftliche Weihe bekommen: “Es sei der Sozialstaat, der die Unterschicht überhaupt erst hervorgebracht habe”, so Hans-Werner Sinn(vgl. SID-GFS). Dünnbrettbohrer Peter Sloterdijk treibt diese Hetze in einem Spiegel-Interview vom 26.10.09 noch auf die Spitze, ohne dass man unterstellen kann, dass mit ihm nur die eine oder andere Metapher durchgegangen sei, weiß er diese doch, wie sich gleich herausstellen wird, durchaus korrekt zu deuten:


Spiegel:
Sie sprechen von “Stolzkultur”. Ist das Ihr ideologischer Kampfbegriff für die Besserverdienenden?

Sloterdijk: Ich interessiere mich nicht für die Besserverdienenden, sondern für alle, die genug verdienen, damit sich bei ihnen der fiskalische Zugriff lohnt. Stolz ist außerdem kein Kampfbegriff. Es ist ein Weckruf, der darauf hinweist, dass die Gesellschaftsmaschine bis auf weiteres nur von den Leistungen der Steueraktiven lebt, und die bilden eine relative Minderheit. Leider hat man bei uns die Tatsachen und die Zahlen in den Keller gesperrt. Rund 25 Millionen Menschen  zahlen in Deutschland in nennenswertem Umfang Steuern, sofern man von den Konsumsteuern absieht. Rein fiskalisch gesehen sind diese 25 Millionen Leistungsträger, die den Rest der 82-Millionen-Population in Deutschland mittragen. Nicht nur Junge und Alte, was völlig in Ordnung ist, sondern auch ein wachsendes Heer an Leistungsfernen, die, da sind sich die Experten einig, tendenziell nie wieder in der Leistungszone auftauchen werden, weil sie durch das Transfersystem in eine maligne Abhängigkeit getrieben werden.

Spiegel: Maligne bedeutet in der Medizin bösartig.

Sloterdijk: Bösartig ist, was sich weder von selbst noch durch die laufende Behandlung bessert (...)

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Montag, 16. november 2009
Online-Petition für Finanztransaktionssteuer jetzt unterzeichnen


13.11.09
PolitikPolitik, Wirtschaft, Bewegungen, TopNews 

 

50.000 Unterschriften innerhalb von drei Wochen nötig

Bürgerinnen und Bürger, die die Eindämmung von Spekulation an den Finanzmärkten unterstützen und Armut bekämpfen wollen, können im Internet ab sofort eine Online-Bundestagspetition zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer unterzeichnen.

Dies teilte das globalisierungskritische Netzwerk Attac am Freitag mit. Eingereicht hat die Petition das Kampagnenbündnis "Steuer gegen Armut", dem Attac zusammen mit weiteren 36 namhaften Organisationen angehört. Damit sich der Bundestag mit der Petition befassen muss, muss sie innerhalb von drei Wochen von 50.000 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet werden.

Die Finanztransaktionssteuer gehört zu den Gründungsforderungen von Attac. Inzwischen sprechen sich selbst die Bundeskanzlerin und der Bundespräsident für sie aus. "Mehr als medienträchtige Lippenbekenntnisse haben wir bisher aber nicht gehört. Immer wenn es hart auf hart ging, wie zuletzt beim G20-Finanzministertreffen in St. Andrews, hat die Bundesregierung gekniffen. Deshalb müssen wir jetzt Druck machen. Dafür brauchen wir die breite Unterstützung der Zivilgesellschaft", sagte Detlev von Larcher vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. Denn die Finanzindustrie sträube sich vehement gegen jeden kleinen Schritt zur Schrumpfung der Kapitalmärkte.

Bereits ein Steuersatz von maximal 0,1 Prozent auf alle spekulationsrelevanten Finanztransaktionen würde nach Ansicht von Experten reichen, um Spekulation, Kapitalflucht und Geldwäsche einzudämmen. Zudem würde die Steuer öffentliche Einnahmen in Milliardenhöhe generieren, mit denen sich Armut und die sozialen Folgen der Weltwirtschaftskrise weltweit eindämmen ließen. Detlev von Larcher: "Und die Finanztransaktionssteuer ist gerecht, weil mit ihr diejenigen zur Kasse gebeten werden, die die Krise maßgeblich mit verursacht haben."

Die Finanztransaktionssteuer findet inzwischen breite gesellschaftliche Unterstützung. So hat sich jüngst der Trierer Bischof Stephan Ackermann als Vorsitzender der katholischen Organisation Justitia et Pax in einem gemeinsamen Statement mit Attac und dem DGB für ihre Einführung stark gemacht. Zu den Trägern der Kampagne "Steuer gegen Armut" gehören 37 namhafte Organisationen - darunter Adveniat, Ärzte für die Dritte Welt, Attac, die Deutsche Kommission Justitia et Pax, der DGB, der Evangelische Entwicklungsdienst EED, Medico International, Misereor, Oxfam, Venro und die Welthungerhilfe. Auch prominente Einzelpersonen wie der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach, der Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister und die ehemalige Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul unterstützen die Kampagne.


Im Internet:
Online-Petition unterzeichnen:
http://kurzlink.de/Petition_FTT

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Montag, 16. november 2009
Die Frage des Urknalls ist ja die Frage des Anfangs oder eines Anfangs, berührt also unser Sein bzw. Geschöpft-worden-Sein.
Anders ausgedrückt: Der Urknall berührt das mathematische Problem der Unendlichkeit, das in Gestalt einer "Schöpfung" ein philosophisches wird.
An dieser Stelle sind die Mathematiker eine besonders überhebliche Zunft. Sie können fast unendliche Diskussionen darüber führen, ob dreimal unendlich etwas Anderes sei als sechsmal unendlich. Dabei ist "unendlich" keine "Zahl" mehr, sondern eine mathematische Formulierung für eine nicht mehr mathematisch greifbare Größe. Sie hat nur eine Eigenschaft: Sie ist eben nicht real darstellbar, wil JEDE Darstellung endlich ist. Wer Anderes versucht, kommt zu solchen absurden Aussagen, dass sich in der Unendlichkeit Parallelen berührten. Diese Behauptung aber ist ausschließlich dem Versuch geschuldet, etwas Unfassbares fassbar zu machen. Unendlich heißt ja genau, dass hinter jedem Punkt ... noch unendlich viele weitere folgen.
Es ist die Meisterleistung der denkenden Menschheit, für etwas, was unfassbar ist, Begriffe zu formulieren, die es fassen - und das Problem des Einzelnen, dies eben wieder nicht erfassen zu können.
Hat man solch ein "unendliches" System, erscheinen einem 13 Milliarden Erdenjahre als kleine Zeitgröße.
Man kann ausschließen, dass man sinnlich wahrnehmen kann, was vor über 15 Milliarden Jahren an jenem Punkt der Welt war, an dem sich heute die Erde befindet. Nur die Mathematiker bilden sich ein, dies errechnen zu können. Sie übersehen dabei, dass ALLE mathematischen Kategorien Widerspiegelungen der Welt in menschlichem Verständnishorizont sind - und sei es als "dritte Ableitung".
Aus diesen Arbeitshypothesen ergibt sich, dass ich die Existenz "unseres" Urknalls nicht bestreiten möchte. Er fügt sich in ein immer umfangreicheres Geflecht von ihn bestätigenden Beobachtungen.
Aus philosophischen Erwägungen heraus behaupte ich jedoch das Auftreten von "unendlich" vielen Urknallen in einem unendlich großen Raum. Das für uns erforschbare endliche Stück Raum in einem endlichen Zeitraum, der mit unserem "Urknall" begann, nennen wir Universum.
Wir sind nicht einmal in der Lage zu überprüfen, in welchem Abstand sich das nächste Universum befindet. Es ist aber möglich, dass andere Universen das unsere umgeben, die älter sind und seine Ausbreitung abbremsen. Aus der Warte der Raumunendlichkeit ist diese Erklärung für die Abweichung der tatsächlichen von der errechneten Ausdehnungsbewegung nicht weniger wahrscheinlich wie fiktiv einzusetzende "schwarze Massen", die innere gravitatorische Gegenkräfte entwickelten.
Das Weltmodell wäre dann eines einer Unmenge nebeneinander liegender, sich seit unterschiedlichem Startzeitpunkt unterschiedlich stark ausdehnenden Bälle.
Es ist das Problem unserer schlechten Vorstellungskraft, dass eben 10 Milliarden Erdenjahre in der Weltzeit wenig sind, um solch Modell wegen der Vorstellung, die Randkörper der Nachbarbälle müssten dann bereits in unser Universum eindringen, nicht leicht annehmen zu können. Dabei ist die Explosionswelle des Urknalls noch ausreichend groß.
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Sonntag, 15. november 2009
 

Liebe Genossinnen und Genossen,

 

unter folgendem Link

 

 http://www.bildungsgemeinschaft-salz.de/objekte/denkwerkstatt/theorie/ubersicht/ubersicht.html

 

befindet sich die

 

Übersicht
Eine offene Debatte - Einige Beiträge zur Zukunft der Linken

1) Zum Einstieg: Wildcat-Artikel zum Antiimperialismus
2)
Fragen und Anmerkungen Brief von Michael Rieger mit Anmerkungen der Wildcat-Redaktion
3)
Weitere Anmerkungen von Michael Rieger

 

Wir sind bestrebt auf der SALZ - Webseite unter Denkwerkstatt eine

Debatte über den Wildcat-Artikel zum Antiimperialismus unter

Einbeziehung der ersten Fragen und Anmerkungen von Michael Rieger

zu führen.

 

Die bei uns dazu eingehenden Beiträge erscheinen dann auf der Webseite

www.bildungsgemeinschaft-salz.de

Linken / Eine offene Debatte - Einige Beiträge zur Zukunft der Linken) und

dienen der weitergehenden Diskussion.

 

Bezüglich der Berliner Verbredungen, auf der SALZ - Seite eine Forum für

den wissenschaftlichen Beirat einzurichten, sind die ersten Schritte bereits

unternommen worden. Michael richtet es ein. So bald es erstellt worden ist,

steht die Seite den wissenschaftlichen Beiratsmitgliedern zur Verfügung. 

 

Die eingehenden Beiträge zur Diskussion des wildcat - Artikels bitte an literaturundmehr@yahoo.de sowie per cC an salzkreis@yahoo.de schicken, damit sie auf die Webseite gelangen und/oder

an InteressentInnen verteilt werden können.

 

Im kommenden Jahr wird es eine zweite Debatte auf der SALZ - Seite

geben, die sich initiativ mit den verschiedenen Positionen der

antikapitalistischen, marxistischen Linken und deren Praxis auseinandersetzen

wird.

Aus beiden Ansätzen können sich danach u.E. sehr gute Impulse für unsere

Arbeit entwickeln.

 

Herzlich,

Peter


***************************

 

 

Wildcat 85
Nur wenn wir das antiimperialistische Erbe überwinden…
… eröffnet sich die Perspektive der sozialen Revolution!
http://www.wildcat-www.de/wildcat/85/w85_antiimp.htm

»Die Erde wird rot«

Antiimperialismus ist seit den 50er Jahren die politische Ausrichtung des Kampfes gegen das imperialistische Zentrum USA, dem alle anderen Erwägungen untergeordnet werden. Er entstand aus der Annäherung der Führer der antikolonialen Befreiungskämpfe in Asien, Lateinamerika und Afrika an das »sozialistische Lager«. Eine Zeitlang sah es so aus, als würde die weltweite Landkarte rot, wenn ein Land nach dem anderen – oft mit militärischer Unterstützung durch die Sowjetunion oder China – die nationale Selbständigkeit erreichte

Der antikoloniale Kampf in Algerien hatte ein weitverzweigtes Unterstützungsnetz in Frankreich und der BRD. Der Vietnamkrieg löste eine weltweite Solidaritätsbewegung aus, die sich an der immer brutaleren Kriegsführung der USA radikalisierte (Sabotageaktionen, verstecken und über die Grenze bringen von desertierten GIs usw.). Der Schahbesuch und der Mord an Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 in Berlin radikalisierte eine ganze Generation. Die Unterstützung der »Befreiungsbewegungen« in Angola, Zimbabwe und Namibia, überhaupt die Solidarität mit den Kämpfen im »Trikont« wurde in den 70er Jahren zur Orientierungslinie für eine ganze Generation. Eine Orientierung, die ohne große Theorie auskam, weil sie gegen die blanke Ungerechtigkeit in der Welt Sturm lief.1 Auf der einen Seite argumentierte man moralisch: »Ausbeutung der Dritten Welt«, ungleicher Tausch, abhängige Entwicklung, usw. Auf der anderen Seite begeisterte man sich für den radikalen Kampf, wobei radikal fälschlicherweise mit bewaffnet gleichgesetzt wurde. Es war auch eine Suche nach der existentiellen Entscheidung.

Trotz verheerender Erfahrungen mit der Niederschlagung dieser Bewegungen – und noch schlimmer: mit den erfolgreichen Befreiungsbewegungen an der Macht (Zimbabwe, Südafrika, Nicaragua…), folgen heute in Bezug auf Venezuela viele immer noch der paranoiden Logik: »der Feind meines Feindes ist mein Freund«. Kritik an Chavez nutze nur dem US-Imperialismus usw. Berichte über die reale soziale Situation in Venezuela erreichen die Fans dieses »Sozialismus des 21. Jahrhunderts« gar nicht. Deshalb stellen wir den folgenden Artikeln ein paar Überlegungen voran. Da wir uns kurz fassen wollen, machen wir dabei ausgiebig Gebrauch von links auf ältere Artikel. Im nächsten Heft werden wir mit einem Artikel zur iranischen Revolution 1979 nochmal ausführlich auf diese Fragen zurückkommen.

Marx oder Sozialdemokratie

Der US-amerikanische und europäische Imperialismus entstand mit der Herausbildung des auf serieller Massenproduktion basierenden Kapitalismus in der »long depression« im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. In der marxistischen Tradition war es von Anfang an umstritten, in welchem Verhältnis die Ausbeutung der Arbeiterklasse im Innern mit der Ausplünderung der dabei entstandenen »Dritten Welt« steht. Marx hatte in seinem Briefwechsel mit Wera Sassulitsch1881 von einer »besonderen historischen Möglichkeit« gesprochen, dass die Kämpfe der ArbeiterInnen in den entwickelten Gegenden mit denen der Landbevölkerung in Russland zusammen kommen. Die Sozialdemokratie hatte sich stattdessen drei Jahrzehnte später auf den Standpunkt des deutschen Kapitals gestellt, das »den Negern die Zivilisation bringen« müsse. Rosa Luxemburg hatte dagegen wieder im Gefolge von Marx den Zusammenhang von Imperialismus und Kapitalismus als permanente »ursprüngliche Akkumulation« zu fassen versucht, um eine revolutionäre Perspektive von unten zu erkunden. Letztlich geschichtsmächtig wurde aber Lenins Stadientheorie und das davon abgeleitete Bündnis mit den »unterdrückten Völkern«. Lenins Antiimperialismus ist das Gegenkonzept zu »Arbeiterklasse« und denkt die Revolution von oben.

2
 

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Sonntag, 15. november 2009
 

Die Wirkung der Existenz der Partei Die Linke auf die Kräfte links davon ist zwar Fakt, aber eben auch eine Tatsache, auf die man sich einstellen muss. Es ist sozusagen die "Strafe" dafür, dass sich zuviele aus dem revolutionär-sozialistischen Spektrum seinerzeit dem EAL-Prozess verweigert haben. Die isl und DKP-Genossen schlugen ein Wahlbündnis vor, weil wir rochen, dass sich etwas tut in Sachen Formierung links von SPD und Grünen. Andere wie SAV und RSB sagten "njet", weil ihnen mal wieder die "lupenreine" Linie gefährdet schien. Darum waren von vornherein andere prägend beim WASG-Die Linke-Bildungsprozess. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Der Zug ist abgefahren, und deshalb müssen wir innerhalb und außerhalb der Partei die Linke arbeiten, um die Tuchfühlung mit der Bewusstseinsbildung auf Massenebene nicht zu verlieren.

Zum zweiten Argument von Frank: Natürlich haben viele verschiedene Kräfte geholfen, Die Linke NRW links von den meisten anderen Landesverbänden zu positionieren. Es ist aber ein anderes Ding, Änderungsanträge zu einem Programm zu stellen, gute Anträge einzubringen, die auch durchkommen usw., als im Gesamtprozess eine führende (und das heißt auch immer: eine moderierende) Rolle zu spielen. Als Sprecher der Partei Die Linke oder als fragile linke Vorstandsmehrheit navigiert man das Schiff; das stellt andere Anforderungen. Dabei spielen isl-Mitglieder in NRW eine wichtige Rolle, und wenn die eines Tages abgesenst werden sollten, dann kann man zwar immer noch Anträge stellen, hat aber doch die Chance verspielt, den NRW-Landesverband insgesamt als linkes Gegenmodell zum Millerandismus aufzubauen.

Zum dritten Argument von Frank: Die isl leidet darunter, dass eine Reihe von Genossinnen und Genossen, wie ihr beide, die da hineingehören, nicht drin sind und stattdessen dazu tendieren, irgendwelche Ersatzgrüppchen aufzubauen. Je schwächer die isl bleibt, desto größer ist natürlich die Gefahr, dass einzelne isl-Mitglieder, die in viel breiteren Zusammenhängen eine verantwortliche Rolle spielen, sich unserem Diskussionszusammenhang entfremden. Mein Argument ist nicht einfach nur eins der Quantität; wir brauchen in der isl politischen Streit auf hohem Niveau, um unsere Orientierung besser präzisieren und durchführen zu können. Darum!

Nun zu Horst: Du beziehst dich auf "entristische" Orientierungen vergangener Jahrzehnte. Die gab es, und die waren ziemlich verschieden. Heute spielen sich andere Dinge ab. Lass mich bitte auch einmal ein bisschen provokativ sein: Ich habe es mir nicht geleistet, Jahrzehnte lang außerhalb der Vierten Internationale und ihrer Orientierungsdebatten zu bleiben, du schon. Darum siehst du die anstehenden Fragestellungen mit einem archaischen Raster vor den Augen. Wir gehen davon aus, dass mit der weltgeschichtlichen Zäsur von 1989-1991 eine umfassende Neuformierung der politischen Linken einschließlich der revolutionären Strömungen in ihr ansteht. Frühere Abgrenzungen (und Nähen) stehen auf dem Prüfstand. Wir können nicht mehr als "Ersatzführung" der offiziellen (post)stalinistischen kommunistischen Bewegung auftreten. Wir müssen die selbstkritische Bilanz unserer in vielen Jahrzehnten relativ marginalen Positionsbildung ziehen und im Dialog mit anderen (die ebenfalls, aus ihrer jeweiligen Sicht, eine kritische Bilanz vorzunehmen haben) das Bewahrenswerte bewahren, neu formulieren und vor allem mit den neuen Politisierungsprozessen in Zusammenhang bringen. Das bringt auch eine veränderte Haltung gegenüber linksreformistischen Positionen (damit meine ich nicht die Mainstreampositionen der Partei Die Linke bzw. FDS, sondern etwa Positionen aus dem SL-Spektrum) hervor, mit denen wir einen langfristig angelegten Dialog über die Strategie zur Überwindung der kapitalistischen Klassengesellschaft anstreben. Denn weder die linksreformistischen noch unsere revolutionären Vorstellungen können ehrlicher Weise gestützt auf eine Erfolgsbilanz einfach behaupten, die richtigen fertigen Antworten zu haben. Im Unterschied zu den verschiedenen "entristischen" Taktiken sehen wir uns heute als nicht immer einfach nur oppositionellen Teil eines Formierungsprozesses, dessen längerfristiges Ziel der Aufbau revolutionärer Parteien und einer revolutionären Internationale für den Sozialismus des 21. Jahrhunderts ist. Aus diesem Herangehen resultieren die wichtigsten Unterschede zwischen uns und anderen Gruppen, die sich mehr oder weniger auf die "trotzkistische" Tradition berufen. Anhand der Bildung der NPA in Frankreich kann man sehen, was diese Orientierung unter Bedingungen bedeutet, die in mancherlei Hinsicht günstiger sind als derzeit in Deutschland.

Horst spricht zweitens umstandslos von der Partei Die Linke als von einer "Sozialdemokratie II". Das mag in polemischen Auseinandersetzungen mit Millerandisten ein netter Gag sein; hauptsächlich ist es aber nur Ausfluss schlechter Gewohnheiten bei linksradikalen Stammtischen und entsprechenden Zirkeln. Einer Analyse hält diese Bezeichnung nicht stand. Dies würde allenfalls dann zutreffen, wenn eine kristallisierte Bürokratie vollkommen mit den Institutionen der bürgerlich-parlamentarischen Demokratie verschmolzen wäre und es deshalb kein Zurück mehr geben könnte. Das trifft auf die SPD schon lange zu, nicht aber auf die Partei Die Linke. Für die ist der Ausgang noch offen. Natürlich, wenn keine großen Mobilisierungen von unten kommen und wenn die NRW-Linke platt gemacht wird, dann wird es so kommen. Biblisch gesprochen geht Die Linke dann "den Weg allen Fleisches". Aber seit wann haben Revolutionäre ihre Entscheidungen auf die negativste Variante möglicher Entwicklungen gegründet?
 

Es ist im Sinne revolutionärer Arbeit heute unproduktiv, sich vor den Schwierigkeiten in der Partei Die Linke zu drücken mit dem Argument, der Drops sei schon gelutscht. Natürlich kann man der Meinung sein, außeralb gebe es nützlicheres zu tun. Das ist etwas anderes, und jede revolutionäre Gruppierung ist gut beraten, solche Entscheidungen ihrer Mitglieder zu tolerieren und auch ihre Arbeit außerhalb der Partei zu fördern. Aber mit eurer Begründung außerhalb zu bleiben ist in Witrklichkeit einfachj die Entscheidung für eine Zirkelpolitik ohne den Versuch, auf der politisch wahrnehmbaren Ebene in einen Dialog mit den Massen zu kommen.

Schlussendlich folgendes, liebe Genossen: Wer sich programmatisch so nahe steht wie wir und in der Frage "Was tun?" gleichzeitig praxisrelevant divergiert, sollte den ersten dieser beiden Punkte nicht unterschätzen und nicht vergessen, dass wir uns alle zu gegebener Zeit in ein- und derselben revolutionären Partei und in ein- und derselben revolutionären Internationale wiederzufinden haben.

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Sonntag, 15. november 2009
 


>
> > 13. November 2009 / RUNDSCHREIBEN Nr. 24
> > des IVK-Verteilers »Aus eins mach' drei!« // Schneeballsystem: Bitte
> > diese E-Mail an mindestens zwei weitere Adressen oder Verteiler
> > weiterleiten!
> > Bitte beachten: Von einem Unterstützer und Spender kam die Anregung,
> > zusätzlich auch noch zwei Personen telefonisch oder im persönlichen
> > Gespräch von den aktuellen Entwicklungen zu unterrichten. Damit habe er
> > in anderen (Spenden-) Kampagnen gute Erfahrungen gemacht. Folgen wir
> > also seinem Beispiel!
> >
> > Liebe Freundinnen und Freunde der Kampagne für Mumia Abu-Jamal,
> > heute bitten wir euch um eure Aufmerksamkeit für die nachfolgenden
> > Themen (weitere wichtige findet ihr auf <
http://www.freedom-now.de/> und
> > <
http://www.mumia-hoerbuch.de/>):
> >
> > 1.) DRINGLICHKEITSANTRAG AN DAS LANDESPARLAMENT DES STADTSTAATES BREMEN:
> > SOLIDARITÄT MIT MUMIA ABU-JAMAL
> > Nachdem sich das Münchner Stadtparlament mit der Frage befasst hatte,
> > wird am 18./19. November 2009 mit Bremens Bürgerschaft zum erstenmal ein
> > BRD-Landesparlament über eine Solidaritätserklärung für Mumia abstimmen,
> > die von der Partei DIE LINKE zur Abstimmung eingereicht wurde.
> > Bürgermeister (und Landesregierungschef) Böhrnsen (SPD) hat für den 18.
> > November zu einer symbolischen Aktion gegen die Todesstrafe allgemein
> > aufgerufen.
> > Bitte hier lesen:
> >
http://www.freedom-now.de/news/artikel559.html
> >
> > 2.) »KAISERSLAUTRER APPELL« FÜR MUMIA ABU-JAMAL
> > Auf der Website /Neues aus Anderslautern/ wird über einen »Kaiserlautrer
> > Appell« für Mumia Abu-Jamal berichtet. Wir dokumentieren die
> > Pressemitteileung und den Appell des Kaiserslautrer Bündnis für das
> > Leben von Mumia Abu Jamal.
> > Bitte hier lesen:
> >
http://www.freedom-now.de/news/artikel561.html
> >
> > 3.) DIE VERTEIDIGUNG BRAUCHT DRINGEND SPENDEN FÜR NOTWENDIGE
> > NACHFORSCHUNGEN UND JURISTISCHE UNTERSUCHUNGEN!
> > Wie schon mehrfach erklärt, befindet sich die von Robert R. Bryan
> > geleitete Verteidigung trotz der Spenden der letzten Monate, die wir vor
> > allem mit tatkräftiger Unterstützung der Roten Hilfe e.V. sammeln und an
> > Robert R. Bryan überweisen konnten, in einer prekären finanziellen
> > Situation.
> > WIR BITTEN DESHALB HEUTE NOCH EINMAL EINDRINGLICH ALLE, »UM EINE
> > GROSSZÜGIGE SPENDE IM RAHMEN IHRER MÖGLICHKEITEN«, WIE ES ANGELA DAVIS
> > IM AUFRUF AUSDRÜCKT, AUF DAS BREMER SONDERKONTO!
> > Kompletten Spendenaufruf mit Kontoverbindung bitte hier nachlesen:
> >
http://www.freedom-now.de/news/artikel313.html
> >
> > Solidarische Grüße,
> > Internationales Verteidigungskomitee (IVK)
> > Postfach 150 530 * D-28095 BREMEN
> > E-Mail: ivk@freedom-now.de
> > Kontinuierliche Infos von der Verteidigung Mumia Abu-Jamals und aus der
> > Kampagne auf der Website des IVK Bremen:
http://www.freedom-now.de
> > Mumias Kolumnen aus der Tageszeitung junge Welt
> > (<
http://www.jungewelt.de/>) sind jeden Samstag hier zu finden:
> >
http://www.freedom-now.de/news/index.html?cat=1

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Sonntag, 15. november 2009
An der Stelle muss ich mich erst einmal selbst verspotten:
Ich hatte schon den ganzen Abschnitt aufgeschrieben, die Datei gespeichert und in die Datei drei andere Texte einkopiert. Was ich dabei angestellt habe, weiß ich nicht mehr. Bei der Benutzung eines Wiederherstellungsprogramms habe ich den Resttext, der noch nicht durch das Internet gesichert war, ebenfalls zerstört... Vielleicht gäbe es eine einfache Erklärung dafür und ein Anderer würde mit wenigen Tastenkombinationen alles wieder herstellen.
Für mich eine Katastrophe und unerklärlich.
Aber das meine ich nicht. Ich meine mich sozusagen als "Mensch an sich". Kann ich alle wesentlichen Fragen der Wirklichkeit sinnvoll richtig beantworten.
Eigentlich ist das ja eines der Grundfragen der Philosophie. Zu Schülerzeiten wurde sie gern vergewaltigt: "Ich weiß, dass ich nichts weiß. Damit wiß ich schon viel."
Allerdings ist dieses Wissen um das Nichtwissen genauso relativ wie alles Wissen.
Nehmen wir die Zahlen für Pi und ein Drittel.
Wir wissen im Prinzip, wie groß die beiden Werte sind. Wir können sie sogar exakt auflösen, wenn wir sie mit sich selbst multiplizieren. Aber der beste Großrechner kann nur immer neue, praktisch sinnlose neue Stellen hinter dem Komma errechnen, die das Verhältnis von Kreis und Quadrat genauer beschreiben. Wir können nicht einmal zwingend ausschließen, dass es vielleicht doch eine Kommastelle geben könnte, ab der der Wert exakt mit Ziffer oder einer Periode definiert sein könnte. Wir sind aber als Menschheit schon so weit vorgedrungen, um zu wissen, dass dies nur in einem Bereich außerhalb unserer endlichen Vorstellung liegen könnte.  Und es gibt genügend Taschenrechner, die eins durch drei mal drei als 0,9... ermitteln - in Abhängigkeit von den angezeigten Stellen entsprechend viele Neunen.
Die Relativität unseres Wissens wird augenfällig an den "Urknall"-Theorien.
Eigentlich ist völlig belanglos, was vor mehr als 10 Milliarden Erdenjahren passiert ist und was in mehr als 5 Milliarden Jahren passieren wird. Allerdings stoßen an dieser Stelle Naturwissenschaft und Philosophie so knallhart aufeinander, dass man sich doch etwas dabei aufhalten muss.
- veröffentlicht in: Vernünftige Welt + Zweifel - Community: Linke Literatur & Toleranz
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Samstag, 14. november 2009

11. Kostenlose Einzelbetreuung (Nachhilfe), Verpflegung, Materialien und Klassenfahrten!

 

12. Öffentliche Finanzierung des Bildungssystems – ohne Einfluss der Wirtschaft

 

13. Mehr Gehalt für ErzieherInnen, LehrerInnen, SozialpädagogInnen und DozentInnen!

14. Weg mit dem Einfluss von Wirtschaft, Militär und Polizei auf die Bildung!

 

15. Demokratisierung – durch Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen

 

16. Verfasste Studierendenschaften mit Finanzhoheit und politischem Mandat in allen

Bundesländern! Auch für die SVen!

17. Weg mit den „Hochschulräten“ und „Stiftungsräten“ mit WirtschaftsvertreterInnen als

höchster Entscheidungsinstanz an Hochschulen!

18. Drittelparität in den Schulkonferenzen, also jeweils 1/3 SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen,

die bestimmen, was in der Schule passiert! Parität auch an den Hochschulen!

 

19. Abschaffung der Leih- und Zeitarbeit und prekärer Arbeitsverhältnisse –

Wir sind nicht eure „Generation Praktikum“!

 

20. Weg mit Hartz IV! Her mit 500€ Grundsicherung, 30-Stundenwoche und

10€ Mindestlohn – Sonst kann man von Bildung und Kultur nur träumen!

zu 11. Solidarisch und positiv.

zu 12. Prinzipiell richtig. Ungeschickt ist der Ausdruck "Wirtschaft". In diesem vom Konkurrenzkampf konkreter Firmen abstrahierenden Ausdruck unmöglich und nicht wünschbar. Wenn es um kreative Mitgestaltung "der Wirtschaft" ginge, so könnten sich die Studenten freuen, wnn sie dies könnten. Gemeint ist ja aber die Unterordnung der Lehr- und Forschungstätigkeit der Bildungseinrichtungen unter die Interessen bestimmter Kapitalunternehmen. Und die unterwirft die erhoffenswerte Persönlichkeitsentwicklung der Studenten der Logik ihrer privaten Profitlogik (bzw. versucht dies zumindest)

zu 13. einfach richtig.

zu 14. vgl. 12. Hierzu kommt die potentielle Militarisierung der Bildung. Weder vor- noch paramilitärische "Ausbildung", schon gar nicht direkte militärische Forschung darf Gegenstand einer Bildungsanstalt sein, an der dies nicht draufsteht.

zu 15-18. Jepp. 

zu 19. Erinnert an 7. Hier haben die Lernenden noch nicht gelernt: Das durchgängige Prinzip einer kapitalistischen Gesellschaft - und das müssen sie begreifen, dass sie in einer solchen leben - ist das Streben nach Maximalprofit.
Wege zur Erzielung solchen Maximalprofits gibt es viele. Ihn auf Kosten der jeweils Schwächsten zu "erwirtschaften" ist unter solchen Vorzeichen "vernünftig". Sich dagegen zu wehren natürlich auch. Wirklich "vernünftig" ist es jedoch erst, wenn man sich dagegen organisiert, dass es überhaupt solche "Schwächsten" gibt, auf denen die (Kapital-)Stärkeren herumtrampeln können. Man nennt so etwas Solidarität. Man muss dabei aber eben wissen, dass das Problem erst gelöst werden kann, wenn die Wurzel des Prinzips Profitstreben, nämlich das kapitalistische Eigentum, verschwunden wäre.

zu 20. Mir gefällt, dass hier mehrere zusammenhängende Sachverhalte auch zusammen ausgesprochen werden:
 - Hartz IV erscheint gar nicht so schlecht, wäre es nicht vom PRINZIP eine Illusion. Die besteht darin, dass die Arbeitslosigkeit durch Forderung der Arbeitslosen beseitigt werden könne. Diese kann aber ausschließlich deren Lebensniveau minimieren - und sie einem perversen Lebensdruck unterwerfen.
- Grundsicherung an diese Stelle gibt jedem Menschen die Chance auf würdevolles Leben.
- 30-Stunden-Woche ist wirtschaftlich sofort "machbar" und schüfe Arbeitsplätze.
- Mindestlohn ... meinetwegen 10 Euro ... der wirklich einer ist, verhinderte, dass wiederum die Schwachen zwischen den Anforderungen zerrieben würden.

- veröffentlicht in: Debatte - Community: Freiheit der Gedanken
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Samstag, 14. november 2009

Gestern schrieb ich, dass ich einige der Forderungen der Streikenden so nicht unterschreiben würde, insgesamt aber hinter deren Bemühungen stehe. Das verlangt wohl nach Konkretisierung. Ich habe deshalb die aufgeführten Forderungen nummeriert:


1.
  Weg mit dem Schulstress wegen Schulzeitverkürzung, zentralen Prüfungen, starren

Lehrplänen, Kopfnoten und zu großen Klassen!

2.  Weg mit dem Leistungsdruck u.a. wegen des Bachelor-Master-Systems!

3. Eine Schule für alle – statt Aussortieren in Haupt-, Real-, Gesamt- und Sonderschüler!

4. Fachlich und pädagogisch gut ausgebildete ErzieherInnen, LehrerInnen,

SozialpädagogInnen und DozentInnen! Und davon viel mehr!

 

5. Freier Zugang zu allen Bildungs- und Kultureinrichtungen

und Abschaffung sämtlicher Bildungsgebühren

 

6. Abschaffung von Studiengebühren, Ausbildungsgebühren und Kita-Gebühren!

7.  Ausbildung mit anschließender Übernahme für alle!

8. BAFöG ohne Zurückzahlen für jede_n und elternunabhängig!

9. Weg mit jeglicher Begrenzung des Hochschulzugangs durch Abitur, „NC“ usw.!

10. Kostenlose Fahrt im öffentlichen Personennahverkehr für alle!



zu 1. Ist natürlich ein klassischer Schülerwunsch dieses "kein Stress". Verkleinerung der Lerngruppen ist unbedingt vernünftig, weil es erst die Möglichkeit schafft, dass sich der Pädagoge um den einzelnen Lernenden kümmern kann.
Sich gegen zentrale Prüfungen zu wenden nimmt das bundesdeutsche paradoxe Schulsystem beim paradoxen Wort. Um sich zentralen Prüfungen zu stellen - die natürlich sinnvoll sind zum Vergleich des Leistungsniveaus der Schüler der verschiedenen Bildungsländer - müsste es einen einheitlichen zentralen Rahmenlehrplan geben ... der dann den Schülermöglichkeiten gemäß angepasst würde. (Ich hatte bisher gehofft, es gäbe keine "starren" Lehrpläne.)

zu 2. Sich gegen "Leistungsdruck" an sich zu wenden ist irgendwie weltfremd. Dies auf das Bachelor-Master-System zu beziehen gibt dem einen klareren Sinn: Dabei geht es um die Frage Fachidiot oder breit entwickelte Persönlichkeit mit höherem Anteil nutzbarem Allgemeinwissen. Da junge Menschen keine spezifischen Computer werden sollten, ist die Forderung richtig.

zu 3. Lernen für alle, selektionsfrei. Ich finde es gut, habe auch praktisch erlebt, dass, entsprechend angeleitet, auch Schüler anscheinend niedrigem Leistungsniveaus sowohl vom eigenen Können her Überraschendes erbringen können als auch dass nicht selektiertes Lernen erst das soziale Lernen ermöglicht. "Bessere" Schüler können sich durch die Weitergabe ihrer Qualitäten als solidarisch beweisen.
Allerdings ist der Erfolg dieser erfüllten Forderung an Bedingungen geknüpft - z. B. an genug Pädagogen, die diffenrenzierte Anforderungen an die verschiedenen Schüler organisieren und umsetzen können...

zu 4. Hätte ich auf Platz 1 gesetzt.

zu 5. Eigentlich ist es das schlimmste Armutszeugnis für eine so reiche Gesellschaft wie die der BRD, dass so etwas Selbstverständliches in einem jugendlichen Forderungskatalog auftaucht.

zu 6. Klar. Richtig.

zu 7. Lange nicht mehr so gelacht! Die Frage ist, ob dieser Ausrutscher eine Folgeder heutigen schulischen Missbildung ist oder ob hier den Fordernden klar war, was sie eigentlich fordern. Nur Sozialismus / Kommunismus können dank grundsätzlichen gemeinschaftlichen Eigentums (bzw. nur im Umfang solchen gesellschaftlichen Eigentums) eine solche Forderung verwirklichen. Für einen "Privatwirtschaftler" ist dies einer der schlimmsten Eingriffe in seine "Freiheit". Und da die Freiheit des Eigentums alle anderen bürgerlichen Freiheiten überwuchert, kann eine solche Forderung nur verrückt oder revolutionär sein.

zu 8. Ein sehr solidarische Forderung. Es ist ein Zeichen, dass den Fordernden wirklich Sozialneid abgeht, wenn sie für die Kinder reicher Eltern Bafög fordern...

zu 9. Die generelle Abschaffung aller objektivierenden Zugangsbeschränkungen ist totaler Quatsch, ungefähr so, als forderte man von Flüssen, nicht ins Meer (wo ja genug Wasser ist), sondern zwecks Bewässerung in die Wüste zu fließen.
Richtig ist zwar, dass die Abiturnoten nur sehr bedingt das Leistungsniveau eines Schülers widerspiegeln und das Bewertungssystem zu qualifizieren wäre, aber Zugangsbeschränkungen abzuschaffen?!  Das schüfe noch viel schlimmer überfüllte Hörsäle - und Studentenmassen ohne Chance auf Anstellung im Studienfach.
Eine Lösung (Abmilderung) wäre eine entschieden qualifizierte Lenkung und Beratung der potentiellen Absolventen der Schulen.

zu 10. Praktisch und ökologisch richtige Forderung - und sinnvoll formuliert, weil sie auch so umgesetzt werden könnte.




weiter unter http://rote-predigt.over-blog.com/article-anmerkungen-zu-den-forderungen-der-streikenden-schuler-und-studenten-punkt-11--20-39341227.html
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