Mittwoch, 9. april 2008

Ela Lasen

Langsam lichtet sich der Wald. Er gibt ein immer größeres Stück des Himmels frei. Trotzdem muss Ela noch ein paar Minuten marschieren, bevor sie den Waldrand erreicht. Endlich breitet sich vor ihr eine weite Steppe aus. Ungefähr einen Kilometer entfernt erheben sich seltsame Hügel. Was sich da zeigt, ist bestimmt nicht natürlich gewachsen. Jemand oder etwas hat dort Gebäude errichtet. Ela wundert sich nicht, dass diese den modernen menschlichen Behausungen nicht im Geringsten ähneln. Was sie zu erkennen glaubt, erinnert sie am ehesten an vorzeitliche mongolische Jurten, nur eben überdimensional große. Unzählige scheinbar miteinander verbundene Rundzelte bedecken das vor ihr liegende Feld. Wäre Ela mit einem der Landerochen über die Landschaft geglitten, hätte sie die ganze Stadt wohl für eine natürliche Erscheinung gehalten. Die Anordnung der einzelnen Gebäude lässt für ihre Augen kein System erkennen. Nichts, was sie Straße genannt hätte, zum Beispiel. Im Gegenteil. Wenn von weitem überhaupt etwas erkennbar ist, dann nur, dass diese Gebilde alle an mindestens einer Stelle ineinander übergehen. Als ob deren Bewohner unbedingt von jeder Jurte auf der einen Seite zu allen Jurten auf der anderen gelangen wollen und umgekehrt. Eher eine überdachte Landschaft als eine Stadt. Eine Landschaft, die durch den in violettes Licht getauchten graubraunen Überzug vorzüglich getarnt ist. Nur, weil Ela so gespannt ist auf ihre Retter, freut sie sich sofort über die wahrscheinlich aufgespürte Zivilisation. Für sie müssen das einfach Behausungen freundlicher, intelligenter Wesen sein.

Die Siedlung liegt scheinbar verlassen da. So sehr sich Ela bemüht, sie entdeckt kein menschenähnliches Wesen. Nicht einmal ein nicht-menschenähnliches. Ela nähert sich einer Art Zufahrtsstrasse, also einem auffällig breiten, geraden, glatten Weg, der zu mehreren Toren führt, indem er die Ortschaft umkreist und in der Ferne in drei von dieser Siedlung weg- bzw. zu ihr hinführende Straßen übergeht. Entschlossen schreitet Ela nun auf eines dieser Stadttore zu. Sie hofft, dass es wirklich eines ist, und dass man sie einlässt.

Der Schweiß rinnt ihr in Strömen über Gesicht und Hals. Ihr Körper verlangt eine Pause. Aber jetzt, da wahrscheinlich die Antwort auf alle offenen Fragen vor ihr liegt, gönnt sie sich keine Ruhe. Ela marschiert kraftvoll vorwärts. Aber dann bleibt sie doch in der glühenden Sonne stehen, völlig im Unklaren, ob sie ihre Zurechnungsfähigkeit eingebüßt hat. Vor ihr liegt ein schlafender Riesenkrake. Genauer ein Gebilde, das so aussieht, und das sie bisher überhaupt nicht bemerkt hat. Notfalls hätte sie selbst die Gestalt noch verkraftet. Doch dass auf der ihr zugewandten Rückenseite des Untiers in leuchtend bunter Schrift „Willkommen, Ela Lasen!“ steht, ist zu viel für sie.

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Dienstag, 8. april 2008

Lage in Bolivien spitzt sich zu

Sucre/La Paz. Die Präsidentin der Verfassungsgebenden Versammlung in Bolivien, Silvia Lazarte, und sechs weitere Mitglieder werden mit Haftbefehl gesucht. Diese Maßnahme erließ der Untersuchungsrichter am Obersten Gericht in Sucre, Iván Sandoval, am Montag (7.4.2008). Dazu zählen außer der Vorsitzenden der "Asamblea Constituyente" ihre Stellvertreter Roberto Aguilar und Ángel Villacorta sowie Svetlana Ortiz, Pastor Arista, Miguel Peña und Weimar Becerra. Sie dürfen Bolivien nicht verlassen.

Der Haftbefehl geht auf eine Anzeige zurück, die wegen "politischer Verfolgung" gestellt wurde. Richter Sandoval fügte jetzt hinzu, die sieben Betroffenen hätten ein vorheriges Urteil mißachtet. Das zwang die Constituyuente, die Hauptstadtfrage zu diskutieren.

Ihr Vizepräsident Aguilar verwies auf die Rechtslage, die die Absurdität des Urteils und des Haftbefehls zeigt. Das Gesetz der Verfassungsgebenden Versammlung hält fest, dass dieses Gremium "unabhängig ist und die Souveranität des Volkes ausübt. Es hängt nicht von den Verfassungsorganen ab noch ist es ihnen untergeordnet und es verfolgt einzig das Ziel, die vollständige Reform der politischen Verfassung des Staates umzusetzen", unterstreicht Aguilar. Der Politiker fügte hinzu, dass er und seine Mitstreiter nicht vor dem Gericht in Sucre erscheinen werden, "weil es keine ausreichende Garantie gibt", daß sie Hauptstadt unversehrt werden verlassen können. Aguilar fürchtet Racheakte faschistischer Gruppen.

Der Haftbefehl gegen die Führungsspitze der Constituyente verschärft erneut die innenpolitische Lage in Bolivien. Zuvor hatte Präsident Evo Morales ausgeschlossen, dass seine Regierung den Ausnahmezustand über das östliche Departement Santa Cruz verhängen würde. Die Eliten dieser rohstoffreichen Region wollen ein Referendum abhalten. Dem soll die Autonomie und dann wahrscheinlich die Abspaltung von der Zentralregierung in La Paz folgen. Der Nationale Wahlgerichtshof und der Kongress haben festgestellt, dass die Volksabstimmung ungesetzlich ist.

Von Ingo Niebel
amerika21.de
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Dienstag, 8. april 2008
 Dienstag, 8. April 2008
Friedensstadt Caracas
Friedensstadt Caracas
Die venezolanische Hauptstadt Caracas ist am Montagabend (Ortszeit) zur "Welthauptstadt des Friedens und des antiimperialistischen Kampfes" erklärt worden. Zum Auftakt der Weltfriedenskonferenz übergab des Vorsitzende des Weltfriedensrates, Orlando Undara López, im Bezirkstheater eine entsprechende Erklärung an den Bürgermeister des Innenstadtbezirkes Libertador von Caracas, Freddy Bernal. Die Auszeichnung erfolge in Anerkennung "des kämpferischen Geistes und des sozialen und politischen Bewußtseinsstandes der Bevölkerung von Caracas und anderer Einwohner der Bolivarischen Republik Venezuela", insbesondere bei der Zerschlagung des Putsches im April 2002, erkäuterte Undara.

Bürgermeister Bernal antwortete auf die Auszeichnung mit den Worten: "Wir verpflichten uns heute einmal mehr vor aller Welt, den Kampf für den Frieden und die Freiheit unserer Völker weiter voranzutreiben". Die Ehrung sei einer Anerkennung des revolutionären Regierung Venezuelas unter dem Präsidenten Hugo Chávez, die alle internationalen Foren genutzt hat, um ihre Stimme für die Ausgeschlossenen und gegen das Imperium zu erheben. "Wir bekräftigen den Kampf und den bolivarischen und sozialistischen Weg, den wir eingeschlagen haben", so Bernal weiter.

Die Weltfriedenskonferenz beginnt offiziell heute mit TeilnehmerInnen aus mehr als 80 Ländern und bildet einen Bestandteil der Aktivitäten zum sechsten Jahrestag des Sieges des venezolanischen Volkes über die Putschisten. Veranstalter der Konferenz ist der 1950 gegründete Weltfriedensrat, der über 100 Organisationen aller Kontinente vereint. Auf der Tagesordnung der Konferenz stehen Themen wie die Demokratisierung der UNO, die Veränderungen in der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und andere.

Der Präsident des venezolanischen Komitees für Internationale Solidarität (COSI), Fermín Toro Jiménez, betonte bei einer Pressekonferenz, dies sei das erste Mal, dass eine Weltfriedenskonferenz mit einer so großen Zahl von Delegationen rechnen könne. Dies sei kein Zufall, sondern eine Anerkennung der Rolle, die Venezuela auf internationaler Ebene übernommen habe. Auch der Generalsekretär des Weltfriedensrates, Iraklis Tsavdaridis, betonte, die Wahl Venezuelas als Austragungsort und die Nähe der Veranstaltung zum Datum des 11.-13. April sei kein Zufall, sondern diene dazu, vor aller Welt das Beispiel Venezuelas hervorzuheben: "Wenn ein Volk will, kann es alles erreichen, sogar einen von den USA unterstützten Staatsstreich besiegen!"
       
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Dienstag, 8. april 2008
Zwei von drei Venezolanern unterstützen Chávez    
Dienstag, 8. April 2008
66,5 Prozent für den Präsidenten
66,5 Prozent für den Präsidenten
Einer neuen Umfrage des Venezolanischen Instituts für Datenanalyse (IVAD) zufolge unterstützen 66,5 Prozent der Venezolanerinnen und Venezolaner die Amtsführung des Präsidenten Hugo Chávez. 57,2 Prozent der Befragten äußerten, ihre persönliche Situation habe sich in den vergangenen drei Jahren verbessert. Das Institut führte seine Umfrage zwischen dem 24. März und dem 2. April in ganz Venezuela durch, die Fehlerspanne wird zwischen 1,03 und 2,37 Prozent angegeben.


61,3 Prozent der Befragten unterstützen das Verhalten des venezolanischen Präsidenten während des Gipfeltreffens der Rio-Gruppe, als Chávez maßgeblich zur Entschärfung der Krise zwischen Kolumbien, Ecuador und Venezuela beigetragen hatte. Die Friedensbemühungen Chávez' in Kolumbien wird von 76,7 Prozent der Menschen Venezuelas unterstützt, während kaum weniger - 72,2 Prozent - äußerten, dass Frieden für Kolumbien auch Frieden für Venezuela bedeute. 68,8 Prozent der Befragten sagten, dass der bewaffnete Konflikt in dem Nachbarland nicht auf militärischem Wege gelöst werden könne.

Hinsichtlich der größten Probleme Venezuelas hat sich die Lage in den Augen der Venezolanerinnen und Venezolaner deutlich verbessert. Die Unsicherheit bleibt für 69,5 Prozent der Befragten das wichtigste Problem, was allerdings einem Rückgang um 10,4 Prozentpunkte gegenüber November letzten Jahres entspricht, als 79,9 Prozent der Menschen Kriminalität und Gewalt als Hauptproblem ansahen. Lieferengpässe sind nur noch für 38,8 Prozent der Befragten ein wichtiges Problem, im Februar hatten noch 53,7 Prozent das Fehlen von bestimmten Lebensmitteln auf dem Markt als Hauptproblem angesehen.

Quelle: Venezuela aktuell
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Dienstag, 8. april 2008

 

Che Guevara kommt wieder ins Kino  (redblog, 08.04.)
Nach dem Roadmovie "Die Reise des jungen Che" geht in diesem Jahr das Leben des Revolutionärs auf den Kinoleinwänden weiter und das gleich in zwei Filmen.

Ecuador
Ohne gemeinsame Basis  (jW, 08.04.)
Ecuador verbietet US-Militärpräsenz in neuer Verfassung. 
Präsident beklagt Unterwanderung durch CIA.

Haiti
Hungerrevolten weltweit   (jW, 08.04.)
Ägypten, Haiti und mehrere Länder Westafrikas erleben eine Welle sozialer Unruhen wegen steigender Lebensmittelpreise. UN verlangen internationale Hilfe.

Kolumbien
Nächster Rückschlag für Hillary Clinton   (taz, 08.04.)
Mark Penn, politischer Chefstratege der Clinton-Kampagne, muss zurücktreten. Er wollte als PR-Mann Werbung für ein Freihandelsabkommen mit Kolumbien machen. Solche Abkommen lehnt Hillary Clinton im Wahlkampf aber als "Jobkiller" ab

Clinton feuert Chefberater   (FR, 08.04.)
Im Februar ging Clinton-Beraterin Doyle, im M�rz Wahlkampfhelferin Ferraro. Und nun muss Mark Penn wegen PR-Aktivitäten gehen.  

Kuba
Neuland auf Kuba  (jW, 08.04.)
Staatschef Raul Castro leitet Reformen ein, die sich spürbar
 auf den Alltag der Menschen auswirken sollen. 

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Dienstag, 8. april 2008

Das gibt es nicht? Doch. Nur eben nicht Deutschland und nicht die Möchtegern-Supermacht "Vereinigte Staaten von Europa" sondern ...
Ohne gemeinsame Basis

Ecuador verbietet US-Militärpräsenz in neuer Verfassung. Präsident beklagt Unterwanderung durch den US-Geheimdienst CIA. Gegenmaßnahmen angekündigt

Von Harald Neuber
Mit deutlichen Worten hat sich Ecuadors Präsident Rafael Correa gegen den Einfluß des US-amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA in seinem Land gewandt. »Viele unserer eigenen Geheimdienste sind von der CIA unterwandert«, sagte Correa in einer Radiosendung am Samstag. So gebe es Mitarbeiter, die sich an erster Stelle den USA und dann erst der eigenen Regierung verpflichtet fühlten, so Correa weiter, um dann konkret zu werden. Nach dem Angriff der kolumbianischen Armee auf ein Lager der Rebellenorganisation »Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens« auf ecuadorianischem Territorium hätten Doppelagenten offenbar Informationen über die Reaktionen Quitos an Bogotá weitergegeben. Es sei deswegen notwendig, alle Gliederungen der Geheimdienste zu reformieren.

Diese Reformen stehen in direktem Zusammenhang mit einer Offensive der Linksregierung gegen den Einfluß der USA in Ecuador. So unterhält das Südkommando der US-Armee seit knapp neun Jahren an der Westküste des Landes eine der wichtigsten Militärbasen in der Region. Vom Stützpunkt Manta an der Pazifikküste aus werden zahlreiche Militäreinsätze koordiniert. Derzeit soll eine Untersuchung in Ecuador klären, ob auch der kolumbianische Angriff auf das Land vor US-Basis in Manta ausging.

Anfang vergangener Woche schon hatte die verfassunggebende Versammlung Ecuadors ein Verbot jedweder ausländischer Militärbasen in Ecuador in der neuen Konstitution verankert. »Ecuador ist ein Territorium des Friedens«, heißt es in dem Text, »deswegen verbietet sich die Einrichtung ausländischer Militärstützpunkte und anderer ausländischer Einrichtungen, die militärischen Zwecken dienen.« Der christdemokratische Bürgermeister von Manta versucht, dem Verbot zwar durch eine regionale Volksabstimmung entgegenzuwirken. Doch Albert Acosta, der Präsident des Verfassungskonvents, erteilte dieser Initiative umgehend eine Absage. Das Thema sei von nationalem Interesse und könne deswegen – wenn überhaupt – nur landesweit zur Abstimmung gestellt werden. Die Mehrheit der ecuadorianischen Bevölkerung spricht sich gegen eine weitere US-Militärpräsenz aus. In der Vergangenheit hatte Präsident Correa mehrfach öffentlich erklärt, sich »eher eine Hand abzuhacken«, als den Vertrag über die US-Basis in Manta zu verlängern. Das Pachtabkommen läuft im November 2009 aus.

Der Stützpunkt in Manta war 1999 eingerichtet worden, nachdem die US-Armee Panama räumen mußte. Im Rahmen einer Militärreform wurden damals mehrere »vorgelagerte Operationsbasen« (Forward Operation Locations) in Lateinamerika eingerichtet. Neben dem Stützpunkt an der ecuadorianischen Pazifikküste in Manta richteten sich US-Militärs auf den Niederländischen Antillen und in El Salvador ein. Ziel war es, durch ein Netzwerk kleiner Stützpunkte möglichst schnell und flexibel auf eine Gefährdung US-amerikanischer Interessen reagieren zu können. Die mexikanische Wirtschaftswissenschaftlerin und Antimilitaristin Ana Esther Ceceña weist darauf hin, daß in Manta zwar nur 13 US-Militärs stationiert seien. »Trotzdem können dort bis zu 485 Personen stationiert werden«, schreibt Ceceña unter Berufung auf US-Angaben. Neben Militärs biete die Basis die notwendige Infrastruktur für Geheimdienstoperationen. Ihre Landebahnen seien für Kampfflugzeuge F-16 und C5 ebenso ausgebaut worden wie für AWACS-Aufklärer.

"junge Welt" vom 08.04.2008 / Ausland / Seite 7
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Dienstag, 8. april 2008

Neuland auf Kuba

Staatschef Raúl Castro leitet Reformen ein, die sich spürbar auf den Alltag der Menschen auswirken sollen

Von Andreas Knobloch, Mexiko-Stadt
Bauern einer Privatkooperative in Guira de Melena bei der Tomate
Bauern einer Privatkooperative in Guira de Melena bei der Tomatenernte
Die neue Agrarreform auf Kuba hat es in sich. Nach der Auflösung der Latifundien 1959, der Schaffung von staatlichen Unternehmen im Agrarsektor in den 1960er Jahren und der Übereignung staatlichen Landes zur Nutzung durch Kooperativen in den 1990er Jahren, ist es bereits die vierte Reform dieser Art auf der sozialistischen Inselrepublik. Deren Aufgabe soll es vor allem sein, die Lebensmittelproduktion zu steigern.

Schwerpunkte der aktuellen Agrarreform ist die Überlassung ungenutzten Bodens an private Bauern und Kooperativen. Die Produzenten sollen höhere Preise erzielen können, und Entscheidungen werden dezentralisiert. Bis zum 10. April werden in allen 169 Landkreisen Kubas Landwirtschaftsämter (Delegaciones de Agricultura) entstehen. Sie sollen vor Ort Entscheidungen treffen und die landwirtschaftliche Produktion koordinieren. Dazu gehören z.B. die effektive Nutzung der verfügbaren Bodens oder Unterstützung bei der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte.

Knapp ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche auf der Insel wird von einzelnen oder in Kooperativen der Agrarproduktion (Cooperativas de Producción Agropecuarias – CPA) zusammengeschlossenen privaten Kleinbauern bewirtschaftet. Sie erzeugen den Großteil der Lebensmittelproduktion in Kuba. Das übrige Land wird von Basiseinheiten der kooperativen Produktion (Unidades Básicas de Producción Cooperativa – UBPC) und staatlichen Unternehmen bewirtschaftet. Laut offiziellen Statistiken liegt etwas mehr als die Hälfte der 3,5 Millionen Hektar kultivierbaren Landes in Kuba brach oder wird unwirtschaftlich genutzt – ein gravierendes Problem, vor allem in Zeiten ständig steigender Weltmarktpreise für Agrarprodukte.

Pro Jahr gibt Kuba für den Import von Lebensmitteln rund 1,5 Milliarden US-Dollar aus. Zur Ankurbelung der landwirtschaftlichen Produktion soll deshalb nun brachliegendes Land an private Bauern und Kooperativen verpachtet werden, wie Orlando Lugo Fonte, Präsident der nationalen Bauernvereinigung ANAP (Asociación Nacional de Agricultores Pequeños) und Mitglied des Staatsrates, ankündigte. Jeder, der Tabak anbauen wolle, werde dafür Land erhalten, sagte er. Dasselbe gelte für Kaffee und andere Erzeugnisse.

Gleichzeitig versprach er eine Erhöhung der offiziellen Aufkaufspreise (also jener Preise, die der Staat an die Bauern zahlt) für Kartoffeln, Milch, Gemüse, Kaffee und Kokosnüssen. Schon 2007 Jahr war der Einkaufspreis für Milch um 150 Prozent in der Nationalwährung (Moneda Nacional) von einem Peso auf 2,50 Peso und um zwei Cent pro Liter in der konvertiblen Währung (CUC, Peso Convertible, ein Peso CUC entspricht 1,08 US-Dollar) erhöht worden. Gleichzeitig hatte sich auch die Milchproduktion signifikant gesteigert.

Vor allem den privaten Kleinbauern wird die neue Reform Vorteile bringen. Neben der Möglichkeit, zusätzlichen Boden zu beantragen, garantieren die höheren staatlichen Preise eine bessere Rentabilität und damit höhere Einkommen. Zudem ist zu hören, daß von staatlicher Seite geprüft werde, die Regeln von Planung und Vermarktung zu verändern. Anstatt der Verpflichtung, den Großteil ihrer Produktion an den Staat zu verkaufen, könnte den Bauern in Zukunft die Möglichkeit eingeräumt werden, einen Teil ihrer Erzeugnisse auf dem »freien« Markt anzubieten. Im Gespräch ist eine Quote, die die soziale Grundversorgung an Lebensmitteln sichert (Lebensmittelmarken, Krankenhäuser, Schulen usw.); der Rest der Produkte könnte dann von den Bauern selbst vermarktet werden. All diese zusätzlichen Anreize werden sich in einer effektiveren Produktion und damit einer besseren Lebensmittelversorgung der gesamten Bevölkerung niederschlagen, so die Erwartung der Regierung.

Etwas komplizierter scheint der Fall bei den UBPC zu sein. Diese leiden offenbar unter Finanzierungs- und Personalproblemen. Im Jahr 1993 als Teil der damaligen Agrarreform geschaffen, existieren mittlerweile 1300 dieser staatliches Land nutzenden Kooperativen. Vizelandwirtschaftsminister Alcides López kündigte kürzlich an, diese Kooperativen würden »einen speziellen Kredit erhalten, der es ihnen erlauben soll, die technischen Kapazitäten zu verbessern und höhere Produktivitätsnormen zu erfüllen, sowie Rücklagen für nötige Ausbesserungen einzurichten«. Außerdem seien die lokalen Administrationen angewiesen worden, attraktivere interne Zahlungsmechanismen für Spezialisten und Techniker zu schaffen. Viele diese Spezialisten wandern derzeit in die Städte ab. Zudem sollen die UBPC ihre Produkte in Zukunft direkt in der näheren Umgebung verkaufen dürfen und damit die Beteiligung von vermittelnden Unternehmen (Zwischenhändlern) reduzieren.

Die neue Agrarreform ist Teil der Strategie der Regierung Raúl Castro, »die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zufriedenzustellen«, wie es offiziell heißt. Darüber hinaus macht sie die Ankündigungen wahr, mit zum Teil absurden Verboten im Alltag der Bevölkerung aufzuräumen. So hat die Regierung in den vergangenen Tagen zahlreiche Regelungen gelockert: Kubaner dürfen nun unter anderem Mobiltelefonverträge abschließen, in bisher Touristen vorbehaltenen Hotels übernachten und Autos mieten. Zudem wurden die Beschränkungen für den Verkauf von Haushaltsgeräten, DVD-Playern und Computern aufgehoben. Auch wenn für viele Menschen auf der Insel die neuen Freiheiten kaum erschwinglich sind, da sie keinen oder nur sehr begrenzten Zugang zu Devisen haben, sind die Maßnahmen vor allem psychologisch bedeutend. Denn sie heben vor allen die zahlreichen Benachteiligungen auf, die viele Kubaner gegenüber ausländischen Touristen empfinden.

jW vom 08.04.2008 / Kapital & Arbeit / Seite 9
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Dienstag, 8. april 2008

Was heißt denn hier Zwitschern? Bevor Cole das fragt, fällt ihm der von seinen Rufen unbeeindruckte erste Krake ein. Vielleicht hören die alle nichts und es ist besser, einfach auf das Frage- und Antwortspiel mittels der Tafel einzugehen: „Wo sind meine Kameraden?“ Da sieht er in Gedanken eine Schrift vor sich: Alle ihr seid zusammen bald.

Er benutzt wieder seine Tafel: Wir sind Menschen von der Erde.

Ja. Wir wissen das. Wir sind Denkende hier, kommt als Antwort in seinem Gehirn an.

So beginnt ein merkwürdiger Gedankenaustausch. Manchmal erinnert sich Cole an seine Träume. Ihm ist nun fast so, als habe er den Prüfungsraum gar nicht geträumt. Sonst hätten diese Kraken genau denselben Traum gehabthaben müssen, wenn auch aus der Perspektive des unsichtbaren Lehrers. Diese DENKENDEN Tiere wissen offenbar alles, was ihm darin begegnet ist. Cole fühlt sich entblößt. Seine geheimsten Gedanken und Gefühle haben sie sich ohne sein Wissen angeeignet. Für ihre Zwecke kopiert. Vielleicht wissen sie sogar von Angela.

Das Schlimmste kommt mitten im Gespräch: Cole fuchtelt mit den Armen herum. Stößt dabei an seinen Gürtel. Erst durchzuckt ihn ein freudiger Schreck. Die Rettung! Er trägt den Handstrahler bei sich, ist also bewaffnet. Das kann ihm bei der Flucht helfen. Dann der Schock: Diese Monster haben irgendeinen Zugang in sein Gehirn! Wenn sie nun lesen, dass er an Waffen und Flucht denkt? Das darf er jetzt also auf keinen Fall! Aber, verdammt, wenn er daran denkt, dass er nicht an Flucht denken darf, denkt er ja gerade daran! Er muss sich konzentrieren. Bleibt die Hoffnung, dass die Monster die Begriffe Waffe, Strahler und Flucht nicht kennen. Er kann sich nicht daran erinnern, so etwas in seinem Traum beschrieben zu haben. Glücklicherweise lenkt ihn der Rücken eines der Wesen ab. Dort formt sich mit fast fotografischer Genauigkeit das Bild der Ethnologin des Teams. Cole, du wunderst dich über gar nichts! Alles ist ganz natürlich!

„Die dünnen braunen Bänder auf dem Kopf sind Haare. Die Frau heißt Ela Lasen. Ihre Kleidung ist zerfetzt“, erklärt er das bekannte Bild, obwohl er sofort stockt. Können die Kraken mit den Begriffen Kleidung und zerfetzt etwas anfangen? Aber vor allem … Wenn sie weiter fragen: welche Antwort könnte Ela in Gefahr bringen?

 

Listinus Toplisten Listinus Toplisten Listinus Toplisten

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Montag, 7. april 2008

Auf einem Anmeldegespräch beim zuständigen Polizeiabschnitt für die FREE
MUMIA Demonstration am übernächsten Samstag, den 12. April 2008 erfuhr der
Anmelder, dass die Polizei beabsichtigt, diese Demonstration nicht auf ihrer
geplanten Route durch die Rosenthalerstr. in Berlin Mitte gehen zu lassen.
Das wurde von den anwesenden Beamten unmissverständlich klargemacht.
Grund sei der dortige Sitz des Bekleidungsladens "Tönsberg", der von
Neonazis betrieben wird und in der jüngeren Vergangenheit desöfteren Ziel
von Protesten war, so u.a. auf einer Demonstration am 22. Februar diesen
Jahres. Die Berliner Polizei gehe von "Straftaten" gegen diesen Laden aus
und das gelte es zu verhindern. Notfalls würden sie die Demonstration für
die Freiheit Mumia Abu-Jamals und für die weltweite Abschaffung der
Todesstrafe auflösen.
Als Alternative bot der zuständige Abschnitt eine ca. 800 Meter lange
Ausweichroute über die Hirtenstr. und Karl-Liebknecht-Str. durch
menschenleeres Gebiet an.

Diese Begründung ist ungeheuerlich. Unsere Demonstration, die sich für
Menschenrechte und gegen die Todesstrafe einsetzt, muss auf einen Teil ihrer
öffentlichen Wirkung verzichten, damit Neonazis unbekümmert ihre Geschäfte
betreiben können. Das ist für uns nicht nachvollziehbar. Auch sehen wir hier
eine gefährliche Präsidenzwirkung für zukünftige Demonstrationen in diesem
Gebiet der Stadt.
Wir gehen davon aus, dass das öffentliche Interesse am Bekunden unserer
Meinung als höher einzustufen ist als das Interesse einiger Neonazis, uns
nicht sehen und hören zu müssen.

Mumia Abu-Jamal setzt sich seit seinem 14. Lebensjahr gegen Rassismus und
Faschismus ein. Da er genau das als Journalist in den USA sehr erfolgreich
betrieb, liegen hierin die Hauptgründe seiner jetzt schon 26 jährigen
Haftstrafe,
Noch wissen wir nicht, wie letztendlich die Route sein wird, aber wir werden
auf unserer Demonstration auf jeden Fall über den Neonaziladen Tönsberg und
die Proteste dagegen informieren.

Freiheit für Mumia Abu-Jamal!
Abschaffung der Todesstrafe weltweit!
Neonaziläden dichtmachen, Rassismus, Faschismus und Antisemitismus
zurückdrängen!

Quelle: Pressemitteilung: Polizei hält Schutz für Neo-Nazis wichtiger als Demonstrationsrecht


Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal !
im HdD
Greifswalderstr.4
10405 Berlin
www.mumia-hoerbuch.de/bundnis.htm

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Montag, 7. april 2008

Bolivianer und Chilenen fürchten um ihren guten Ruf  (FR, 07.04.)
Im neuen Bond Film "Quantum of Solace", der im Herbst in die Kinos kommen soll, verbündet sich der Oberschurke Dominic Greene mit zwei bolivianischen Drogenhändlern. Er verspricht ihnen, sie in Bolivien an die Macht zu bringen, wenn sie ihm zu einem wertvollen Rohstoff namens Quantum verhelfen.

Argentinien

Urteil über falsche Eltern  (taz, 07.04.)

Ecuador
CIA kontrolliert Ecuadors Geheimdienste  (Amerika21, 07.04.)
Präsident Correa will Anbindung an CIA lösen

Haiti
Tote bei Protesten  (taz, 07.04.)
Teuerung

Kolumbien
Krieg nach innen  (jW, 07.04.)
Die Gewalt in Kolumbien ist historisch gewachsen
 und geht von der Oligarchie aus.

Zur Person: Jorge Eliecer Gaitan  (jW, 07.04.)

Clintons Chefstratege tritt zurück   (FR, 07.04.)
Erneute Turbulenzen im Wahlkampfteam der demokratischen US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton: Nach jüngsten Querelen ist der Chefstratege des Vorwahlkampfes, Mark Penn, zurückgetreten.

Kuba
Nicht mehr so langweilig  (jW, 07.04.)
Der Kongress des kubanischen Schriftstellerverbandes 
forderte eine neue Kulturpolitik. 

Lateinamerikanische Rechte gegen linkes Kuba  (Amerika21, 06.04.)
Antikommunisten und Banken hoffen auf Systemwechsel in Havanna

Venezuela
Mexiko protestiert gegen Verstaatlichung der Zementindustrie
(Standard, 07.04.) Botschafter einbestellt - 
der mexikanischen Cemex droht Enteignung

Venezuela erinnert an sechsten Jahrestag des Putsches  (V-akt., 07.04.)

Sarkozys Strategie der Emotion  (Standard, 06.04.)
Frankreichs Präsident will die schwerkranke Geisel 
Ingrid Betancourt persönlich aus Kolumbien zurückholen

Wer exportiert, verliert  (Amerika21, 06.04.)
Venezuelas Präsident Chavez will Zementproduktion in Händen des Staates. Nach Lebensmittel- nun Bauwirtschaft im Blickfeld. Exportorientierung schade nationaler Entwicklung

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