Freitag, 1. august 2008
  Ausnahmsweise einmal wieder etwas, was nicht von mir ist.

Für die Debatte u.a. im „Rotfuchs“ Berlin haben vier renommierte Professoren einige diskussionswürdige Thesen erarbeitet, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Die Professoren Wachowitz, Dippe, Durak und Matho prognostizieren Folgendes. Ich lasse es unkommentiert. Interessant dabei ist u. a., dass erste Überlegungen zum praktischen Übergang in eine künftige Gesellschaft gewagt werden. Zuerst das Vorwort:

 

Das ,,Manifest der Kommunistischen Partei“ vermittelte dank des historisch-materialisti­schen Herangehens von Marx und Engels an Geschichte und Gesellschaft ein völlig neu­es Weltverständnis. Insbesondere stellte es die revolutionierende Rolle des Kapitalismus dar, das Heranreifen der Notwendigkeit seiner schließlichen Ablösung durch den Sozia­lismus und die historische Mission des vereinigten Weltproletariats.

Die von der Oktoberrevolution ausgehenden Bemühungen um den Aufbau einer sozia­listischen Gesellschaft sind in Europa zunächst einmal gescheitert. Der Kapitalismus hat wieder mit erheblichen Einschränkungen in Bezug auf China, Vietnam und Kuba, in mancher Hinsicht auch Russland die Welt erfasst und treibt seine Globalisierung voran.

Daher sind (neben Ursachenforschung) eine Bestandsaufnahme und eine Neubestim­mung der wahrscheinlichen Zukunft der Menschheit dringend notwendig geworden.

 


 

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Freitag, 1. august 2008

Wie war er enttäuscht, weil seine frau nicht ein so neuer besserer mensch der zukunft war wie er; und er hatte ihr doch alles so genau erklärt.

Als er es ein letztes mal versuchte, machte sie wieder keine anstalten, ein neuer mensch zu werden. Da wusste er sich nicht anders zu helfen, als sie zu packen und zu bearbeiten mit der kraft seiner schlagenden argumente.

Und in den pausen dazwischen fragte er immer wieder, bist du nun ein besserer mensch?
Und sie schrie, ja doch, und er, sehr zu recht,­ glaubte ihr nicht.

Also schlug er weiter, in der hoffnung, den besseren menschen zu schaffen, und merkte nicht, wie seine haare zum fell zusammenwuchsen, wie ihm seine worte schwanden.

Als er endlich von ihr abgelassen hatte, auf bäumen des waldes verschwunden, da weinte sie bitterlich, warum nur war sie denn kein besserer mensch geworden, aber niemand mehr war da, ihr den weg dorthin zu weisen.





(Wer sich nun einbildet zu wissen, was ich über Gewalt denke, der sollte das morgige Gedicht lesen... )

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Donnerstag, 31. juli 2008
  paradise now

barfuß
zur himmelstür
eintreten
nie mehr
klopfen
klinke putzen
leeres leben
lieber treten
wenn dahinter
wieder
lucifer
wohnt
blasen
sind den füßen
bekannt

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Donnerstag, 31. juli 2008
 Wer andererseits moderne Taktstraßen der PKW- oder ähnlicher Produktion sieht, erlebt, wie wenig körperliche Arbeit im Verhältnis zu in automatisierten Vorgängen vergegenständlichten geistigen Arbeiten schon jetzt übrig ist. Die Speicherkapazität einzelner Datenträger hat sich um Zehnerpotenzen von denen entfernt, die um 1970 real erreichbar schienen. Damit wachsen die Voraussetzungen dafür, alle wiederholbaren Produktionstätigkeiten roboterartigen Kunstwesen zu übertragen.

Ein weiteres Problem liegt in der Vorstellung von „Volkseigentum“ anstelle „Staatseigentum“. Solches „Volkseigentum“ muss sich natürlich in persönlich greifbare Verantwortlichkeiten weitgehend auflösen lassen. Sozusagen lösen konkreten Hausgemeinschaften das Problem, wie ihr Hausbereich aussehen soll, in eigener Regie und Umsetzung.

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Mittwoch, 30. juli 2008
 

Längst gestorben

 
Wenn ich wieder
eine Nelke
bei Karl und Rosa
abgelegt habe,
ist mir
Absolution erteilt
für die
ohne mich
nicht stattfindenden
Revolutionen.

 Wenn ich
mein Neues Deutschland
nicht abbestelle,
dann bleibt mir
ein Stück
gute alte Zeit.

Wenn Karrieristen
meinen Platz einnehmen,
dann schimpfe ich
montags
bei Genossen Stammtisch
über die
Jugend von heute.

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Mittwoch, 30. juli 2008
 Werden sie die Alkoholreserven der umliegenden Versorgungseinrichtungen plündern, um sich monate-, ja jahrelang im Nichtstun zuzudröhnen? Ich könnte mir gut vorstellen, dass es mit den Menschen meiner „modernen“ (heutigen) Zeit genügend solcher Erscheinungen gäbe. Und es werden natürlich noch mehr, je unattraktiver die wenigen verbliebenen Arbeitsplätze werden.

Es müssen sich als erstes also bestimmte Arbeitsbedingungen verändern. Das wäre zum einen die Arbeitszeit. Nur für Einsame und Familienflüchtlinge kann es vernünftig sein, die besten Stunden einer Woche durch nicht mit seinen individuellen Lebenszielen übereinstimmende Arbeitsaufgaben abzutöten. Wenn wir alle heute in Deutschland verrichteten notwendigen Tätigkeiten (also unter Abzug der Geld-bedingten) gleichmäßig auf alle arbeitsfähigen Menschen aufteilten, kämen wir – wie gesagt nach heutigen Verhältnissen – auf weniger als 15 Stunden pro „Arbeitskraft“. Unter Berücksichtigung bedauernswert Arbeitsunwilliger und aus vielen Sondergründen zeitweise aus dem Arbeitsprozess Herausfallender würde sich eine Normalwochenarbeitszeit von 25 Stunden ergeben.

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Dienstag, 29. juli 2008
 

Der tanzende Katzenkönig

 

Einst hat’s ein Katzenland gegeben,

da konnten alle glücklich leben,

gerade wie die Ernte war,

die Sonne schien das ganze Jahr.

Das ärgert eine Katzenfrau,

die grübelt erst, dann grinst sie schlau:

Möcht Reichtum, Macht für sich erleben,

aus ihrem Völkchen sich erheben.

Die Katze hatte viel Geduld.

Am langen Frost ist niemand schuld“,

beschwor sie ihren zitternd Kater.

Bei hundert Katzen bist du Vater.

Hast du die Botschaft nicht vernommen,

dass stets nach Kälte Hitz´ gekommen?

Wir wissen es, wolln uns nicht zieren,

sie bringen zu den dummen Tieren.

Für sie versprich zu tanzen, singen,

das würd´ den Frühling wiederbringen.

Der Winter eh zusammenbricht.

Natürlich sagst du dieses nicht.“

Der Kater hüpfte, hebt den Schwanz,

bald folgt der Frühling auf den Tanz.

Die Katzen wollen sich bedanken.

Wer wies den Winter in die Schranken?

Seht, meine Freunde, ´s ist gefunden,

dass ich der Überwelt verbunden.

Sie ist erfreut von meinem Tanz

Und allen, die gehorchen ganz

mir, meiner Frau, der Königin,

Nun haben eure Mühen Sinn.

Ihr dürft nun rackern mit dem Spaten.

Ansonsten schicken wir Soldaten.

Steuertreiber, Banken, Ritter

euer Leben das wird bitter.

Die, die schaffen, gut und dumm,

fassen einfach nicht, warum

ihre Mühe nur kann nützen,

denen, die schon was besitzen.


Und es geschah wie jedes Jahr,

bald war der nächste Winter da.

Tanzt wieder, dass es Frühling werde,

wir werfen jeden auf die Erde,

der euch als Herrscher nicht erkennt

und was geschieht natürlich nennt.“

Ein Zufall nach dem Tanz voll Stolz

Bringt Sonne, und der Schnee, er schmolz.

Für seine Leistung so zum Lohne

bekam der Kater eine Krone

vom Haar aus aller Katzen Bart.

Er fraß nur Fleisch, das extra zart.

Er thronte auf der Ofenbank,

wo er (so sprach er) GOTT sei Dank

gar riesig schien, die andren klein,

die mit ´ner Bitte kamen rein.

Niemals hätt je ein guter Held

Ne bessre Ordnung hergestellt.

Erst spät ein Kätzchen ward geboren,

das fragte, dass die Lehrer froren,

Warum, wieso muss alles sein,

so, wie es ist – ich seh ´s nicht ein.

Sind Reiche nötig und die Steuer?

Mir ist das alles ungeheuer.

Ich frag so lange nach dem Sinn,

bis ich nicht mehr ich selber bin.“

Ach, bitte, lass´ dein feindlich Treiben,

sonst lässt ´s der König Winter bleiben.“


Die Tanzmacht, die die Schule lehrt,

mag richtig sein oder verkehrt.

Dass alle Dummen sie heut preisen,

will mir, allein, noch nichts beweisen.“


Mit einem Meißel und dem Hammer

schleicht es sich in die Speisekammer

am Tag vorm Frühlingstänzchen ein.

Es holt nichts raus – es bringt was rein:

Versieht die Speisen für das Fest

mit Pulver, das tief schlafen lässt.

Die Herren lassen es sich schmecken

und sind zum Tanz nicht aufzuwecken.

Trotzdem erscheint der Frühlingswind,

was endlich klar macht jedem Kind,

dass all die Herren nur sind nütze

als Fleischbeilage für die Grütze.

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Dienstag, 29. juli 2008
 

Gut. Marx hat das anders behauptet. Er erklärte den Kommunismus als Zeit, in dem die Arbeit das erste menschliche Lebensbedüfnis sei. Das aber meint etwas Anderes, wozu besonders ausgeholt werden muss.

Stellen wir das erst einmal zurück. Malen wir lieber eine Welt voll Milliarden frisch gebackener glücklicher „Arbeitsloser“.

Was gibt es alles nicht (oder zumindest im Wesentlichen nicht) mehr?

-          Banken, Versicherungen und andere Geldinstitute,

-          Finanzbörsen,

-          Zollmitarbeiter,

-          Finanzämter und ihnen ähnliche Einrichtungen,

-          Öffentliche Kassen,

-          Kassiererinnen im bisherigen Sinn,

-          Polizeibereiche, die sich bisher mit „Eigentumsdelikten“ beschäftigen,

-          Kontrolleure und „Knöllchenschreiber“,

-          Betriebliches Rechnungswesen und immer mehr damit verbundene Teile betrieblicher Buchhaltungen,

-          Renteneinrichtungen,

 

Was fällt dabei auf?

Wenn man die Zahl derer, die sich mit Tätigkeiten der hier genannten Art heutzutage den Lebensunterhalt verdienen ins Verhältnis setzt zur Gesamtzahl der arbeitsfähigen Bevölkerung, und diesen Quotienten mit dem vergleicht, der zu Marxens Zeiten hätte herauskommen können, so ist dieser erheblich angewachsen.

Mit einem Schlag brauchen alle diese Menschen nicht mehr arbeiten.

Was werden sie tun?

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Montag, 28. juli 2008
 

Die Geldflut steigt

 

Mit kosmoskommunistischer Langeweile
hat man auf der Erde zurzeit keine Eile.
Hier will man gar keine Warnungen hören,
und ist auf dem Weg, sich selbst zu zerstören.


Die einen wollen schnell noch ganz fett verdienen,
die andern sind fleißig und sorglos wie Bienen.
Ich mein nicht allein den Klimawandel,
nein, auch die Kriege und den Waffenhandel


Produzieren, produzieren, egal ob wir ´s brauchen,
für mich ist es nicht, dass die Schornsteine rauchen,
Damit manche Milliardäre werden,
bleibt für den Rest Atlantis auf Erden .

Wenn die Meeresspiegel sind angestiegen,
wer besitzt dann die Häuser, die höher liegen?

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Montag, 28. juli 2008

Kern des Systems ist die Abschaffung des Geldes als allgemeinem Äquivalent jeden Tauschwertes, damit der Waren produzierenden Marktwirtschaft.

Ich höre schon das entsetzte Aufheulen einer fast ausnahmslosen Meute von Menschenwölfen und Pekinesenmenschen, die sich wenigstens in einem einig zu sein scheinen: Ein besseres System als die Marktwirtschaft gibt es „erfahrungsgemäß“ nicht, und den „neuen Menschen“ könne man ja nur erzwingen, und wohin das führt habe man schon gesehen... Wenn überhaupt Politik etwas linker steuern sollte, dann höchstens, indem die Folgen dieser Marktwirtschaft sozialer gestaltet werden könnten. Das Ende der Planwirtschaften habe die Überlegenheit des Marktes über den Plan doch anschaulich bewiesen.

Nichts haben wir gesehen. Wir haben auch nicht sehen können. Erst einmal habe ich schon angesprochen, dass eine Planwirtschaft nicht dadurch entsteht, dass selbst ernannte Planer Pläne in die Welt koten über Dinge, die sie nicht selbst beeinflussen können. Entscheidender aber ist, sich durch den Kopf gehen zu lassen, was alles an „Arbeit“ wegfiele, wenn es kein Geld mehr gäbe.

Da wird das Geschrei noch größer: Wir haben doch jetzt schon nicht genug Arbeit …

Da muß sich satanisch lachen: Ist es etwa der Sinn des Lebens, Arbeit zu haben? Zu arbeiten?

Ich habe doch zuvor extra behauptet, dass der Mensch dazu da ist, seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Das „Bedürfnis nach Arbeit“ ist im höchsten Fall ein Bedürfnis der „zweiten Art“, also ein Mittel zum Zweck.

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