Montag, 16. juni 2008

„Und jetzt?“

„Was fragst du, Boris? Wenn klopfen nicht hilft, schneiden wir uns unsere eigene Tür.“

Legt bitte eure Waffen weg.

„Was war denn das? Boris, ich glaube mir hat gerade jemand etwas zugeflüstert, ohne einen Ton gesagt zu haben.“

„Bei mir auch, Captain. Irgendwie mehr als merkwürdig. Bloß gut, dass wir die Strahler haben.“

„Sag mal, das war doch Englisch?“

Istvan und Boris sehen sich unsicher um. Nichts, absolut nichts deutet auf ein Wesen hin, dass sie beobachten würde. Plötzlich richtet Boris seinen Strahler auf das Tor. Er drückt krampfhaft den Auslöser. Die Waffe bereithaltend steht Istvan daneben. Die Wirkung des Strahlers auf das Tor sieht er nicht mehr. Sein Gehirn registriert für den Bruchteil einer Sekunde ein grünes Feuermeer. Dann ist alles schwarz.

 

Zschamm, ein auf Kori-ado-Ko verbliebener Ko

Zschamm ist blau vor Angst. Diese Menschen haben mit ihren ausgestreckten Fingern ganze Ko-Köpfe von ihren Körpern getrennt. Auf seinem TS sieht er, wie die beiden Fremden da draußen ihre Finger benutzen, um das Tor zu schmelzen. Sie kommen ihm vor wie Boten des sich nähernden Meteoriten. Fast starr vor Entsetzen berührt er die Fangarme der um ihn herum lagernden Ko. Alle Energie wird in Gedankenströmen gebündelt. Ja, es funktioniert! Die Angreifer sacken abgeschaltet zusammen.

Die Ko bringen die fremden Körper in den Gesundungskubbon. Als sie allerdings hilflos auf dem Behandlungskali liegen, hat Zschamm längst bereut, dass er zuvor dafür gestimmt hat, die Fremden endgültig zu neutralisieren, sollten sie Gewalt gegen die Ko-Kultur anwenden.

Auch die Haut der anderen im Kubbon flimmert unsicher. Schnell wechselnd mischen sich in das neutrale Grau Töne von Grün und Blau. Bei einigen ist sogar Gelb dabei, denn schließlich sei auch Ela ein Mensch gewesen. „Ich möchte etwas anderes vorschlagen: Wir belassen sie in ihrem Zustand, bis einer von uns sich auf die Reise ohne Wiederkehr begibt. Dann überschreiben wir ihren Monsterhirnspeicher mit dem inneren Wesen eines Ko …“

Weiter kommt er nicht. Alle Telesymboler blitzen plötzlich einheitlich in Alarmrot. Dann erscheinen die Bilder von vier Menschen, die sich mit ausgestreckten Fingern dem schon einmal angegriffenen Tor nähern.

„Was haben wir diesen Menschen nur getan, dass sie alle kommen, um uns in die Leere zu schicken?“

Scha-Scha Tsu, die neu gewählte Ratsvorsitzende schaukelt ihren orange leuchtenden Körper hin und her. „Ich mag einfach nicht glauben, dass das wirklich ihre Absicht ist. Wir sollten uns die Mühe machen und ihre aktuellen Gedanken aus den Gehirnen übersetzen, bevor die Fremden den Großen Schlaf beginnen.“

Die Menschen bewegen vor dem Tor lebhaft ihre Arme. Sie sehen sich gegenseitig an und es ist den Beobachtern an den Telesymboler rätselhaft, wie viele Informationen sie angeblich mit den geringfügigen Bewegungen ihrer Mundöffnungen austauschen. Dann finden sich die Ko zum Abschalten zusammen.

 

veröffentlicht in: Kori ado Ko Community: Mehr menschlichkeit
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