Mittwoch, 18. juni 2008
Der chavistischen Entwicklung in Venezuela stehen mehrere Dinge entgegen. Die am leichtesten für die USA ausnutzbare Störmöglichkeit ist ein in potentiellem Kriegszustand mit dem mit sozialistischen Ideen spielenden Venezuela stehendes Kolumbien. Was also liegt da näher, als diplomatisch die Anlässe für eine Eskalation abzubauen?
Dem wiederum steht die Kolumbianische Befreiungsarmee gegenüber, die sich im Dschungel verbirgt und in Venezuela ihren natürlichen Verbündeten sieht. Es wäre also im Interesse Venezuelas, wenn dieser bewaffnete Widerstand sich in die kolumbianische Gesellschaft integrieren ließe ... so eine Art Partei die Linke in Deutschland, die niemandem wirklich weh tut... Zu gewinnen ist der militärische Konflikt für keine Seite - für die Rebellen wahrscheinlich aber noch weniger als für die rechte Regierung. Folge:

"Annäherung der Erzfeinde

Treffen zwischen Präsidenten von Venezuela und Kolumbien bis Mitte Juli geplant

Von
Redaktion
amerika21.de

Caracas/Bogotá.
Im März war es beinahe zu einem bewaffneten Konflikt zwischen Venezuela und Kolumbien gekommen – nun suchen die Präsidenten beider Staaten die Annäherung. Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Nachrichtenagenturen wollen sich Venezuelas Staatschef Hugo Chávez und sein kolumbianischer Amtskollege Alvaro Uribe bis Mitte Juli zu bilateralen Gesprächen treffen. Dabei wird es voraussichtlich vor allem um die Haltung gegenüber der linksgerichteten Guerillabewegung in Kolumbien gehen.

Das Treffen auf venezolanischem Territorium diene dazu, „die Beziehungen wieder zu normalisieren und die bilaterale Agenda wieder in Kraft zu setzen“, hieß es aus Bogotá. Nach einem Einfall der kolumbianischen Armee nach Ecuador am 1. März waren auch zu Venezuela die Beziehungen massiv reduziert worden.

Die Annäherung geht mit einer erstaunlichen Kehrtwende von Präsident Chávez gegenüber der linksgerichteten Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) einher. Am vergangenen Sonntag hatte er die seit mehreren Jahrzehnten bestehende Rebellenbewegung zu einer „bedingungslosen“ Aufgabe ihres bewaffneten Kampfes aufgefordert.

Während Kolumbiens Präsident Uribe Chávez dankte, sorgten die Stellungnahmen in der linken Basis der venezolanischen Regierung für heftige Dispute. Der deutsch-mexikanische Soziologe Heinz Dieterich prognostizierte bereits ein Ende des „bolivarischen Antiimperialismus“ – um in Berlin eine Allianz zwischen der Regierung in Caracas und CDU-geführten deutschen Bundesregierung zu empfehlen. Indes sprachen sich andere Aktivisten in Lateinamerika gegen die Distanzierung Chávez´ von den FARC aus.

Gespannt wird deswegen auf die Ergebnisse der Zusammenkunft von Chávez und Uribe gewartet. Die Beziehungen zwischen beiden Staatschefs waren seit Mitte 2007 schwer erschüttert. Damals hatte Uribe Chávez über Nacht das Mandat für Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch zwischen der Regierung in Bogotá und der Guerilla entzogen."

veröffentlicht in: Venezuela u.a. Community: Antifa
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