Donnerstag, 26. juni 2008

Die Rechnungen, wann das heutige Energie-Gold erschöpft ist, mit vertretbarem Umfang nicht mehr gewonnen werden kann, kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Hauptdifferenzen liegen in der Frage, ob die geschätzten Vorkommen auch wirklich in dieser Höhe gefunden und gefördert werden können, und wie sich der weitere Verbrauch entwickelt. Die zum Teil stürmische Entwicklung nachholender Schwellenländer mit China an der Spitze (Indien, Brasilien u. v. a. m.) läßt aber eher ein Ansteigen des Gesamtweltverbrauchs erwarten als das Halten des Niveaus (oder Sinken). Die Hauptenergiequellen werden damit nach maximal 65 Jahren (alle seriösen Schätzungen liegen darunter) verbraucht sein. Sowohl das normale menschliche Leben als auch alle „Produktion“ beruht jedoch zuallererst auf Energieverbrauch. Es liegen also mehrere Szenarien im Bereich des wahrscheinlichsten:

  1. Das Problem wird von den jeweiligen Strategen erkannt und praktisch in dem Geistesniveau unserer heutigen Gesellschaft angegangen. Das heißt, der Zugang zu den absehbar begrenzten Ressourcen wird im Verhältnis primitiver Machtmittel zum egoistischen Einzelinteresse zuungunsten anderer beschränkt, wo immer dies möglich ist. Dies ist erkennbar US-amerikanische Strategie. Unter Vernachlässigung gesamtmenschlicher Interessen werden Quellen für Rohstoffe im Ausland (bei Schonung der landeseigenen) ausgebeutet.
  2. Es werden grundsätzlich neue Technologien entwickelt, die weltweit den Umfang aller nutzbaren Energieerzeugung um ein Vielfaches steigern.
  3. Im Zuge eines der unweigerlich immer rasanter aufeinander folgenden Kriege und kriegsähnlichen Zustände gelingt die Auslöschung wesentlichen Lebens auf der Erde.
  4. Die Lebensführung einer zahlenmäßig auf ein Bruchteil der heutigen Zahl reduzierten Menschheit erfolgt auf einem Niveau relativer und absoluter Primitivität.
  5. Die Menschheit findet vor dem Crash zu neuen Formen effektiven Zusammenlebens.

Diese Szenarien sind teilweise wenn-dann-Konstruktionen, aber nicht unbedingt. Außerhalb dieser fünf gibt es keine Möglichkeit mit einer statistisch relevanten Wahrscheinlichkeit. Da wir von einem Zeithorizont bis spätestens 2070 ausgehen, sind schon genug Kinder geboren, die diese Szenarien erleben, erleiden bzw. nicht überleben werden.

Halten wir uns bei Wahrscheinlichkeit Nummer eins als erstes auf. Einer der Gründe hierfür ist, daß dieses Szenarium – zwar schleichend, aber zweifelsfrei – schon läuft. Ein zweiter Grund ist, daß diese Erscheinung den Boden für die folgenden bereitet.

Natürlich wird der Zusammenhang heute nicht mehr so unmittelbar ausgesprochen. Da müssen Werte herhalten, die man vorgeblich selbst besitzt wie Freiheit oder Demokratie. Es ist einsehbar, daß solche Verkaufsgüte-Ktiterien immer schwerer zu haben sein werden. Je weiter die überschaubaren Gesamtreserven schrumpfen

veröffentlicht in: Zukunft denken Community: Linke Literatur & Toleranz
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