Donnerstag, 26. juni 2008

Die Annahme sowjetischer Lebensmittellieferungen In die Westsektoren lehnten die Westmächte brüsk ab. Selbst Verhandlungen über Strom- und Gaslieferungen verweigerten sie. Als der in Westberlin amtierende Oberbürgermeister Friedensburg in die Leipziger Straße im sowjetischen Sektor fuhr, um über ein ostdeutsches Angebot zu reden, wenigstens Brlketts, Brennholz und Einkellerungskartoffeln gegen die schlimmste Not zu liefern, konnte er etwas erleben. Der britische Militärkommandant befahl Ihn zu sich und brüllte ihn an: I shall kill youl Die Westberliner darbten und froren weiter. Und alle vom Antikommunismus benebelten, glaubten an eine ,,sowjetische Hungerblockade". 

Dieser Antikommunismus bildete die Voraussetzung, um die Spaltung Deutschlands und Berlins tatsächlich zu bewirken. Ihr diente die Operation Vittles, die vom 26. Juni 1948 über 462 Tage lief. Den seit März 1949 in der BRD organisierten Westdeutschen wurde sie als,Luftbrücke‘ angepriesen. Auf ihrem Höhepunkt donnerten im Tagesdurchschnitt rund um die Uhr 400 Flugzeuge über Westberlin. Die Luftwaffen der USA und Großbritanniens flogen zwischen Frankfurt. Hannover und Hamburg nach Tempelhof, Gatow und Tegel. Mehr als 25 Flugzeuge stürzten ab. Fast zwei Drittel der Flugfracht war Kohle, etwa ein Viertel bestand aus Lebensmitteln. Von letzterem ging allerdings ein Drittel an das militärische und zivile Personal der westlichen Besatzungsmächte.

Einen Monat vor dem letzten Flug in der Operation Vittles, am 30. 9.1949, hatte die UdSSR ihre Atombombe getestet Sieben Tage nach dem 30.9.1949 wurde die DDR proklamiert Die Expansion gen Osten gescheltert, der Frieden dennoch gerettet worden. Die Kraft reichte nicht, um die Spaltung Deutschlands zu verhindern. Heute feiern die Fortsetzer des Kalten Krieges selbstgefällig den 60. Jahrestag der Operation,,Vittles. Sie bejubeln damit die Spaltung Deutschlands vor sechs Jahrzehnten. Wie einst die Faschisten, schreiben sie die eigenen Untaten ihren Gegnern zu, mit Vorliebe den Kommunisten. Unfähig zu begreifen, dass das letzte Wort nicht gesprochen ist, auch nicht in dieser Sache.

 

 

Heiner Schultz


Die "Rosinenbomber" waren also Beschiss...

veröffentlicht in: politische Praxis Community: Linke Literatur & Toleranz
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