Donnerstag, 26. juni 2008

Wohnungen für die Armen

Venezuela übernimmt endgültig Mehrheitsanteile von großen Zementherstellern im Land. Der Staat will damit den Wohnungsbau ankurbeln

Tageszeitung junge Welt

Caracas. Venezuelas Regierung hat die Zementindustrie im Land verstaatlicht. Gemäß dem am Donnerstag vom Kabinett beschlossenen Erlass soll der Staat mindestens 60 Prozent des Kapitals der größten Hersteller übernehmen. Zu diesen gehören bisher der mexikanische Produzent Cemex, das französische Unternehmen Lafarge sowie das Schweizer Unternehmen Holcim. Präsident Hugo Chávez hatte die Verstaatlichung bereits im April angeordnet. Seitdem verhandelte die Regierung mit den betroffenen Firmen wegen des Kaufs der Mehrheitsaktien.

Chávez sagte am Donnerstag, sein Land brauche ein großes Staatsunternehmen, um dringend benötigte Wohnungen für die Armen bauen zu können. Privat geführte Firmen könnten das Problem nicht lösen. Nach Angaben der Zementindustrie wurden seit 2004 jedes Jahr zwischen 40000 und 50000 Wohneinheiten gebaut und damit nur etwa die Hälfte des Bedarfs gestillt. Chávez forderte die Bevölkerung auf, sich selbst am Bau zu beteiligen. Die Regierung werde dafür sorgen, dass jeder an das benötigte Baumaterial herankomme.


Den vollständigen Originaltext der Meldung in der Tageszeitung junge Welt finden Sie hier.

Interne Verweise


gefunden bei amerika 21

Aber:(venezuela aktuell)

Mittwoch, 25. Juni 2008
Chávez in Carabobo
Chávez in Carabobo
Mit einer Militärparade hat Venezuela gestern des 187. Jahrestages der Schlacht von Carabobo gedacht. Am 24. Juni 1821 hatten die von Simón Bolívar geführten Truppen die spanischen Kolonialisten endgültig besiegt und damit Venezuelas Unabhängigkeit erkämpft. Die Parade wurde von Venezuelas Präsident Hugo Chávez abgenommen, der sich in seiner Ansprache an die Soldaten und die versammelte Zivilbevölkerung erneut für den Aufbau des Sozialismus aussprach.


Chávez erinnerte daran, dass zu der Zeit, als er selbst als Kadett gedient hatte, die jungen Soldaten vor dem Sozialismus gewarnt worden seien: "Sie sagten uns, dass er die Bedrohung wäre, der Weg zur Zerstörung der Völker. Aber der Imperialismus beseitigt die Nationen, ihre Unabhängigkeit und ihre Souveränität!"

Ohne ihn beim Namen zu nennen, erinnerte Chávez an den früheren Verteidigungsminister General Baduel, der geweint habe, als er von Chávez zum obersten General der Streitkräfte befördert wurde: "Ich glaubte er hätte es verdient, aber ich habe mich geirrt, er hat es nicht verdient. Er wurde zu einem Verräter." Der Verrat Baduels sei ein Beispiel für die ständige Wühlarbeit des Feindes, so Chávez. Auch der Gouverneur des Bundesstaates Carabobo, Luís Felipe Acosta Carlez, sei ein solches trauriges Beispiel. Er habe ein illegales Spielkasino geschützt: "Ich kann mich daran erinnern, dass der General Alcalá mich eines Tages darauf hinwies, dass er ein illegales Spielkasino entdeckt habe, und ich sagte ihm, er solle es schließen. Er antwortete mir: Gut, ich werde es schließen, aber dann wird es Ärger mit dem Büro des Gouverneurs geben, denn von dort wird es kontrolliert." Acosta Carlez sei ein Gouverneur, der die Richtung verloren habe und sich nun durch den Hinterausgang des Gouverneurssitzes davon machen müsse. "Ich habe ihm das hundert Mal gesagt und ihn aufgefordert, nachzudenken, aber er hat alle Fähigkeit zum Nachdenken und Berichtigen verloren, ich muss sagen, dass wir ihn für die Revolution verloren haben."
veröffentlicht in: Venezuela u.a. Community: Linke Literatur & Toleranz
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