... auch von den Westmächten befördert ... Lötzsch und Ernst beweisen mindestens Ungeschick

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Klar: Das Asche-aufs-Haupt-Spiel war zu erwarten.

Klar: Die Erklärung zum 50. Jubiläum des Mauerbaus musste kurz und prägnant sein, um Verbreitung zu finden. Einem Ereignis wie dem vom 13. August 1961 gercht zu werden, ist eigentlich auf einer Seite nicht möglich, da es sich in ein Geflecht von diversen unterschiedlichen Entwicklungen und Bewertungsbedürftigem handelt. 

So wurde die Teilung Deutschlands sicher in vielen praktischen Schritten vollzogen. Eine nicht unvernünftige Lesart wäre, ihren Beginn in der Einführung einer gesonderten Währung 1948 im Westen zu suchen, eine andere schon in der Propagandarede vom "eisernen Vorhang" zwei Jahre zuvor, wo erstmals offen die Prinzipien der Antihitler-Koalition über Bord geworfen wurden.  Was man nun als Gründungstag der "BRD" auch anerkennen möchte ... alle die Akte, die aus der sowjetischen Besatzungszone ein einziges Nur-Besatzungsgebiet machten, lagen vor der Gründung der DDR.  Dass der dann 12 Jahre voll Illusionen an ein friedliches Gesamtdeutschland folgten - auch die Entwicklung der "bewaffneten Organe" war ja ein ständiges Hinterherhinken hinter der wstdeutschen Wiederbewaffnung - das könnte man DDR- und Sowjet-Führung vorwerfen. 

Das so darzustellen, also "die Mauer" als Friedensbau oder antifaschistischen Schutzwall zu rechtfertigen, ist AUCH einseitig ... aber wer das weglässt, spielt ein Schwarzer-Peter-Spiel gegen ein wie mangelhaft auch immer gewagten Mut zum Versuch eines besseren Systems.

Ich nenne es Fehler, würde als Lehrer dem Schüler, der eine solche Bewertung abgibt gerade einmal zubilligen, dass er Geschichte nicht total missverstanden hat - aber fast und der Lehrer total.

Wenn die "Schüler" Lötzsch und Ernst heißen, könnte man annehmen, der "Lehrer" hieß BLÖD-Zeitung und die Institution, auf deren wohlwollende Wertung man hofft, wäre ein verBLÖDete öffentliche Meinung.  Ich neige zu einem zusätzlichen Punktabzug wegen charakterlicher Schwäche, Verbiegung des eigenen Gewissens wider besseren Wissens. 

Traurig nur, dass diejenigen, die privat unter der abgeschlossenen Teilung litten, die Chance zertreten wird, ihr Schicksal in größerem Zusammenhang zu verstehen ...

Ach ja ... und wenn es kein Größenwahn ist, auf "Mehrheiten" zu hoffen, ist es die Aufgabe eigenen Denkens über Systemgrenzen hinweg ...

 

 

Demokratischer Sozialismus braucht Mehrheiten, keine Mauern

Die Vorsitzenden der LINKEN, Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, erklären anlässlich des 50. Jahrestages des Baus der Berliner Mauer am 13.August 1961:

Die komplette Abriegelung der Grenze nach Westberlin am 13. August 1961 und der anschließende Bau der Mauer dienten der Aufrechterhaltung des politischen Systems in der DDR. Die Führung der DDR gestand damit ein, dass sie den Wettbewerb der Systeme bei offenen Grenzen nicht bestehen konnte und entschied sich dafür, die anhaltende Übersiedlungs- und Flüchtlingsbewegung durch die Abriegelung der Grenze einzudämmen. Die Toten und Verletzten an der Berliner Mauer, die Einschränkung der Reisefreiheit und die Trennung zahlloser Familien haben sich tief in das Bewusstsein der Menschen eingebrannt. Das war ein nicht akzeptables Unrecht. Wir bedauern das tragische Schicksal, das viele Menschen erlitten haben. Die PDS hat sich nach der Wende bei den Bürgerinnen und Bürgern der DDR entschuldigt und ihre Geschichte aufgearbeitet.

Für DIE LINKE ist der 50. Jahrestag des Mauerbaus Anlass, den Gründungskonsens unserer Partei zu bekräftigen. Freiheit und Gleichheit, Sozialismus und Demokratie, Menschenrechte und Gerechtigkeit sind für uns nicht teilbar. Wir erneuern die unmissverständliche Klarstellung des Parteivorstands der PDS aus dem Jahr 2001: „Kein Ideal und kein höherer Zweck kann das mit der Mauer verbundene Unrecht, die systematische Einschränkung der Freizügigkeit und die Gefahr für Freiheit sowie Leib und Leben beim Versuch, das Land dennoch verlassen zu wollen, politisch rechtfertigen.“ Die Lehre des Mauerbaus ist eindeutig: Demokratischer Sozialismus braucht Mehrheiten und kann nicht erzwungen werden.

Die Berliner Mauer wurde weltweit zum Symbol der Teilung Deutschlands und der Spaltung Europas. Die Teilung Deutschlands war ein Ergebnis des Zweiten Weltkriegs. Der Mauerbau war zugleich ein Produkt des Kalten Krieges und der nach dem Zweiten Weltkrieg neu entstandenen bipolaren Weltordnung von Ost und West. Europa war zwischen den Siegermächten aufgeteilt. Die Teilung Deutschlands und Berlins war besiegelt und wurde auch von den Westmächten befördert.

Bis heute hat DIE LINKE am Erbe des Mauerbaus zu tragen. Die Idee des Sozialismus ist missbraucht und diskreditiert worden. Dies wird bis heute dazu genutzt, jegliche Suche nach grundlegenden Alternativen zu diskreditieren. Um der eigenen Glaubwürdigkeit willen, ist eine klare und eindeutige Positionierung der LINKEN in dieser Frage unabdingbar.

Veröffentlicht in Debatte

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