Auf Bitte von Brigitte Queck (2 - Fortsetzung 3)

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134 Chancen für ein Blowback ( Rückstoß )

Obwohl er im Jahre 2008 von vielen gewählt wurde, weil sie in ihm einen Antikriegs-Kandidaten erblickten, hat sich Präsident Obama als entschlossener Kommandeur und Chef der Falken erwiesen, deren Politik bereits bedeutende Beispiele dafür gegeben hat, was in der Umgangssprache schon lange als Blowback (Rückstoß) bezeichnet wird. Während die Obama-Administration einen US-Rückzug aus dem Irak ( ausgehandelt), als auch einen Abzug von US-Truppen aus Afghanistan ( nach großen militärischen Auseinandersetzungen in diesem Lande ) überwachte, hat er verfügt, dass die US-Militärpräsenz in Afrika aufgestockt, neue Anstrengungen in Lateinamerika unternommen und schwierige Gespräche über ein Ausbalancieren , des „Angelpunktes“ nach Asien“ geführt werden…

Das Weisse Haus hat auch eine exponierte Ausdehnung von Amerikas Drohnenkriegen in die Wege geleitet.

Während Präsident Bush 51 Angriffe gestartet hat, waren es, dem Forschungsbüro in London für Enthüllungsjournalismus zufolge, unter Obama 330 solcher Angriffe.

Im vergangenen Jahr allein, hat die USA sich an gemeinsamen Operationen in Afghanistan, Libyen, Pakistan, Somalia und Jemen beteiligt. Die gegenwärtigen Offenbarungen des Whistleblowers Edward Snowden offenbarten die elektronische Überwachung in der Obama Zeit.

In den tiefen Schatten der Spezialoperationskräfte werden jetzt jährlich mehr als das Doppelte von Nationen einbezogen, als am Ende der Bush-Ära.

In den vergangenen Jahren haben die ungewollten Konsequenzen von US-Militäroperationen geholfen, Gewalttätigkeiten hervorzubringen, Unzufriedenheit zu säen und ganze Nationen in Brand zu setzen.

Mehr als 10 Jahre nach Amerikas Erklärung „Mission beendet“ und 7 Jahre nach ihrem, am meist gerühmten Sturz, hat die USA dem Irak, der ihm geholfen hatte, ein Land in Flammen beschert. Ein Land mit keiner Al Qaeda –Präsenz vor der US-Invasion und einer Regierung, die einst Amerika gegen die Feinde in Teheran unterstützt hat, ist nun eine Regierung an der Macht, die mit dem Iran verbunden ist und wo über 2 Städten die Al Qaeda-Flaggen wehen.

Zur Unterstützung der US-Militärintervention gegen den libyschen Diktator Muanmmar Gaddafi hatte das Nachbarland Mali, als ein von den USA unterstütztes Bollwerk gegen den regionalen Terror, Truppen geschickt, das sich dann aber in eine Abwärtsspirale verwandelte, als ein von den USA trainierter Offizier einen Coup in Gang gesetzt hatte, der eine blutige Terrorattacke auf eine algerische Gasproduktionsanlage startete. Danach hatten die USA nichts Eiligeres zu tun, als eine Terrordiaspora in dieser Region zu errichten.

Und heute ist der Südsudan-eine Nation, die von den USA ins Leben gerufen wurde, den sie ökonomisch und militärisch unterstützt haben ( ungeachtet seiner Kindersoldaten) und auf dem sich eine Geheimbase für Spezialoperationskräfte befindet – eine auseinandergerissene und von Gewalt beherrschte Nation, in der sich ein Bürgerkrieg zu entfesseln droht.

Die Obama- Präsidentschaft hat das Anwachsen der US Militärelite der taktischen Kräfte in wachsendem Maße genutzt, um seine strategischen Ziele zu erreichen.

Aber bezüglich der Spezialoperationsmissionen…haben die Amerikaner wenig Ahnung, wohin diese Truppen entsendet werden, was diese exakt tun und welche Konsequenzen sich letztendlich daraus ergeben. Wie der pensionierte Armeecolonel Andrew Bacevic, Professor für Geschichte und internationale Beziehungen an der Bostoner Universität, bemerkte, hat die Nutzung von Spezialoperationstruppen während der Obama Zeit die Berechenbarkeit eingebüßt. Sie hätten den „imperialen Präsidenten“ gestärkt und einen Krieg ohne Ende in Gang gesetzt.

In Kürze“ schrieb er im TomDispatch, „ den Krieg in die Hände von Spezialoperationskräften zu legen, verwischt die schon zu schwache Grenze zwischen Krieg und Politik und es wird ein Krieg zum Selbstzweck“ gemacht.

Geheimoperationen durch Geheimtruppen haben die Tendenz, ungewollte, unvorhergesehene und komplett katastrophale Konsequenzen nach sich zu ziehen. Die New Yorker werden sich gut an das Endresultat der US Geheimunterstützung von islamischen Militanten gegen die Sowjetunion in Afghanistan während der 1980 iger erinnern: den 9/11.

Es ist sonderbar genug, dass aus diesen und anderen primären Angriffen, der Pentagon aus diesem Blowback nichts gelernt zu haben scheint.

Selbst heute in Afghanistan und Pakistan, mehr als 12 Jahre nachdem die USA dort einmarschiert sind und 10 Jahre, nachdem es verdeckte Angriffe dort geleitet hat, sind die USA noch der Kalten Kriegs Ära verhaftet: so werden z. B. CIA Drohnenangriffe gegen Raketenangriffe einer Organisation (das Haqqani Netzwerk) gemacht, das in den 1980igern von der Agency mit Raketen ausgestattet worden ist.

Ohne klares Bild, wo die militärischen Geheimtruppen agieren und was sie tun, können die Amerikaner nicht einmal die Konsequenzen erkennen, die sich daraus und einem Blowback aus unseren expandierenden Geheimkriegen ergeben könnten, die überall in der Welt stattfinden.

Aber wenn die Geschichte irgendein Leitbild hat, werden sie vernichtet werden- von Südwestasien bis zum Mahgreb, dem Mittleren Osten bis nach Zentralafrika und vielleicht sogar in den Vereinigten Staaten selbst.

In seinem Ausblick für die Zukunft SOCOM 2020 hat der Admiral Mc Raven die US Spezialoperationen als ein Mittel bezeichnet „Kraft zu zeigen, Stabilität zu erzeugen und Konflikte zu vermeiden.“

Vergangenes Jahr hat die SOCOM an 134 Plätzen der Welt genau das Gegenteil getan.

 

 

Quelle: www.tomdispatch.com/...tomgram%3A_nich_turse,_secret_war...

Nick Turse (1975) hat an der Columbia Universität seinen Doktor der Sozialmedizin gemacht, ist Historiker, Autor und Enthüllungsjournalist.

 

 

Veröffentlicht in Venezuela u.a.

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