Da atmen die Bürger-Medien auf: Die Linke ist raus ...

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Mal gespannt, was der Katzenjammer unter den Linken für Früchte bringt. Allerdings fürchte ich das Schlimmste.

Für das Wahlverhalten vieler niedersächsischen Wechselwähler gäbe es eine "pragmatische" Erklärung: Zumindest viele, die sich für die FDP eingekreuzt haben, haben sicher nicht diese Partei wählen, sondern die CDU retten wollen. Sie empfanden ihre Stimme sozusagen als potentiell doppelwertig, da sie die Wunsch-Koalitionspartner über die 5 Prozent hiefen wollten, die sonst unbeachtet geblieben wären. Eine ähnliche Denkweise dürfte auch im blassroten Lager eine Rolle gespielt haben. Dreier-Koalitionen sind mit dem Makel der schweren Regierbarkeit behaftet. Einmal angenommen, Die Linke hätte zwei Prozentpunkte aus dem Piraten- und sonstigen Protestpotential dazubekommen, so hätten jetzt die Spielchen begonnen ... die auch mit eine großen Koalition hätten enden können.

So weit - so schlecht. Es ist aber zu befürchten, dass nun die Reformisten vom Schlage L&L, meinetwegen auch Bartsch usw. wieder Oberwasser bekommen. Der Einsatz von Sahra Wagenknecht hat keine Früchte getragen. Die Rechten aber werden dies zuspitzen: Er hat geschadet. Eine Wirtschaftsministerin Wagenknecht, also die profilierteste Wirtschaftsfachfrau, die je einem solchen Landesministeium vorgestanden hätte, wird von "den Bürgern" nicht gewollt. Hier wurde zur Gespensterjagd die vielleicht ungeliebte FDP ins Haus geschickt. Dass Niedersachsen ein Testfeld für die innerparteilichen Positionskämpfe dienen würde, war klar. Kann man eine geschlagene Wagenknecht nun aus der Parteiführung rausklicken? Spitzenkandidatin?! Nach dem Ergebnis?

Allgemeiner ausgedrückt: Die Kräfte, die Die Linke als weichgespülte SPD-Linke wieder in deren Schoß zurückführen wollen, haben nun Oberwasser. 

Was nun? Noch ist das bequeme Dach einer gemeinsamen Partei auch für potentielle Systemänderer verführerisch. Sie bleiben drin und werden gegebenenfalls sogar mit ein paar Pöstchen belohnt. Der beschleunigte Niedergang der Partei in den Bundesländern, in denen die Partei sich durch ihre unlinke praktische Politik erfolgreich unbeliebt gemacht hatte, treibt die Gesamtpartei zur Entscheidung. Es ist traurig, dass wohl erst eine Bundestagsklatsche die konsequenten Kämpfer bewegen könnte, sich mit anderen außerparlamentarischen Kämpfern stärker zu verbinden. Mir wäre die andere Variante liebe gewesen, dass ein Wachstum über 20 % für die Gesamtpartei einen Wettbewerb der zwei "Teilparteien" auch in der Öffentlichkeit angeregt hätte. 

Nun steht die Frage, wo sind die Mutigen? Wo sind die, die sich um die Vernunft einer kommunistischen Gemeinschaft auch bei großem Gegenwind bemühen wollen? Springt die organisierbare radikale Linke über ihren Schatten und findet Kompromisse, die eine Vereinigung der vielen Splittergruppen unte einem Hut ermöglichte? Unter einem Hut allerdings, der nicht von vornherein abschreckend wirkt? Zu wüschen wäre es ...

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