Der griechische Übergang

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Keine Ahnung, wie objektiv Heike Schrader berichtet. Das wir von den "Mainstreammedien" (man könnte auch Main-Stream-Medien sagen, akzeptiert man, dass alles vom Börsenkapital diktiert wird) "aufbereitete Meinungen als "Informationen" angeboten bekommen, sollte klar sein. 

Immer wieder steht vor Kommunisten dann das Problem, kurzfristige taktische Erwägungen in Einklang mit der eigenen langfristigen Strategie zu bringen. Was ist die beste Taktik? Will man weichgespülte Links-Sozialdemokraten mit "populistischem" Geschick als Bündnispartner erhalten oder in die eigene Richtung ziehen oder handelt man so, als wären die, denen man die Wählergunst in erster Linie abjagen muss. Nach Schraders Darstellung hat sich die KKE für die zweite Variante entschieden. 

Vielleicht verblendet mich die deutsche Geschichte. Ziegenhals steht sozusagen für eine etwas zu spät gekommene Korrektur eigener Kommunistentaktik. Die Frage wird nie abschließend beantwortet werden können: Hätte die "Machtübernahme" der deutschen Faschisten und damit letztlich auch der 2. Weltkrieg durch eine "Volksfrontregierung" verhindert werden können? Wäre diese "Volksfrontregierung" ohne die "Sozialfaschismus"-These möglich gewesen? Wäre das einen hohen Preis (?) wert gewesen?

Auf griechische Verhältnise übertragen: Hat SYRITZA wirklich NICHTS von einem Bruder zur KKE, sodass die Hauptaufgabe der Kommunisten die Entlarvung der potentiellen Verräter (!?) ist?Ist die Schaffung einer Regierung griechischer Patrioten zum gegenwärtigen Zeitpunkt sinnvoll bzw. welche Folgen hat es, wenn sie nicht zustandekommt?

Wird SYRITZA den "Verrat" bei Verbandelung mit den Kommunisten auch begehen? Ist eine solche Verbandelung nach einem "Bruderkrieg" noch möglich? Wie schätzt "das Volk" die Antwort auf diese Fragen ein? In einem scheinen sich Bürgerliche und Linke einig zu sein: Erst Wahlergebnis Mai animierte einen Teil der Wähler zur Hoffnung, mit Wahl Juni vielleicht wirklich Wesentliches verändern zu können, dass es sich also lohnt, gegen die kapitalhörigen "Volks"-Parteienzu stimmen. Daraus folgt die Frage, wie weit ist der Spielraum einer neuen Regierung wirklich.

Fragen über Fragen. Und ich fürchte, die praktischen Antworten hängen auch an der Frage, welche starken Verbündeten wir finden.

 

Der Schrader-Artikel

Ein m.M.n sehr guter Artikel von Andreas Wehr 

Veröffentlicht in Venezuela u.a.

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