Der Snowden-Krieg (3)

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... Der gewöhnliche, unbescholtene Bürger darf nun zittern bei all seinem Tun, ob er sich vielleicht gerade verdächtig macht. Womit, weiß er ja nicht, weil ja erst einmal ALLE Bürgerkommunikation gesammelt wird. Auf die Idee, welches Lachchaos er anrichten könnte, könnte er sich mit allen Seinesgleichen einigen, an einem konkreten Tag eine Mail zu versenden, die „PRISM“, „Bauanleitung gefunden“, „Bombe“ und „in die Luft jagen“ enthhielte, kommt er ja leider nicht. Der Krieg gegen seine Aufmüpfigkeit ist ja eigentlich genauso lächerlich wie gefährlich wie aufwändig …

Die Katastrophe ist nun einmal passiert: Was geheim bleiben sollte, ist nun öffentlich. Also gehen die Staatsverbrecher in die Gegenoffensive:

Denkt nicht weiter darüber nach, was wir euch antun. Passt auf, mit welcher Macht wir den Aussteiger jagen. Wir werden ihn unbarmherzig jagen. Er ist uns eigentlich egal. Aber ihr wisst genau, dass PRISM mal so ein Programm ist, dass euch überzieht. Uns fällt immer wieder etwas ein, wie wir euch im Griff behalten können. Habt nur Angst! Hauptsache, ihr tut nichts dagegen. Dafür müsst ihr sehen, wie es euch ergeht. Ihr Männer werdet keine Frau mehr anfassen, weil ihr nie wissen werdet, ob sie euch nicht nachher der Vergewaltigung bezichtigt. Ihr werdet euch ewig eingesperrt und verfolgt fühlen. Immer auf der Flucht, als hätte ein durchgeknallter Islamist eine Fatwa zu eurer Tötung veröffentlicht. Wir werden euch verurteilen, wenn wir euer habhaft werden, ihr seid aber schon verurteilt, wenn wir euch noch nicht bekommen haben. Wir sind die Macht.

 

Schauen wir genau hin, wer alles sich für dieses menschenfeindliche Spiel hergibt. Die Welt, die da heraufbeschworen wird, ist eine Welt ohne Werte, ohne Moral, ohne Gewissen. Welcher pessimistische SF-Autor hätte sich eine solche Story wie die mit der Morales-Maschine einfallen lassen? Wenn, dann hätte ihm der Lektor auf die Schultern geklopt und gesagt: Übertreib nicht so! Oder mach wenigstens Paschutistan draus und James Bond rettet dann die Welt wieder.

 

Aber kann es sein, dass die Welt ausgerechnet durch die kleinen gemeinsamen Handlungen der Feiglinge gerettet werden muss?

Veröffentlicht in politische Praxis

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