Die erste Analyse der Piratenpartei, ...

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... die diesen Ausdruck "Analyse" auch wirklich verdient hat, findet man nunmehr in der "junge Welt". Georg Fülberth sammelt alles Notwendige zum Verständnis. Man sollte den Artikel langsam lesen, sich die Passagen auf der Zunge zergehen lassen.

Vielleicht trotzdem ein Punkt, bei dem der Durchschnittsleser überfordert sein könnte, der aber für das ökonomische Wachstumsfeld unumgänglich ist - und der mich zu der optimistischen Einschätzung führte, die PP sei eine Reaktion auf einen Produktivkraftstand, der Kommunismus praktisch nahelegte: die Allmende. Ursprünglich war dies ein Überrest urgesellschaftlicher, in gewisser Hinsicht urkommunistischer Verhältnisse: Neben den in festgeschriebenen Privateigentumsverhältnissen - egal ob Bauern oder Feudalherren - gab es häufig bis in den sich entfaltenden Kapitalismus hinein gemeinschaftliches Eigentum an Grund und Boden, dessen Eigentums"recht" überwiegend Gewohnheitsrecht war. Auf unterschiedliche Weise wurden öffentliche Nutzungen gesichert. So wie das Allmenderechtsdenken ein Überbleibsel vor-privatwirtschaftlichen Denkens war, ist es eine denkbare Form des Niedergangs privatwirtschaftlichen Denkens, eine Reaktion auf das kapitalistische Bestreben, keine nicht-warenwirtschaftlichen Beziehungen übrig zu lassen. Ein geistiger Raum, in der Wissen Allgemeingut wird bzw. bliebe wäre dabei ein Ansatzpunkt, bei dem nicht viele Verhältnisse verändert werden müssten, weil die Produktivkräfte die neuen Verhältnisse bereits selbst geschaffen haben. Eine Lizenz auf ein geistiges "Produkt" muss erst immer neu "geschaffen werden", während das Privateigentum an körperlichen Produktionsmitteln auf Raubereignisse vor vielen Generationen zurückgeht ...

 

"Warum Piraten?"

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