Die sturen griechischen Kommunisten sind wohl doof?!

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Klassenkampf ist immer eine Sache von Strategie und Taktik.

Ich kann ja völlig falsch liegen, aber sollte ich es richtig verstanden haben, dann haben die griechischen Kommunisten erfolgreich eine eigene Machtübernahme verhindert.

So wie ich es sehe, besteht der Trick des griechischen Wahlrechts darin, dass die Siegerliste zu ihren über Wählerstimmen erzielten Mandaten noch 100 dazubekommt. Dies bedeutet praktisch, dass bei 300 Gesamtmandaten eine Partei mit etwas mehr als 20 % der Stimmen, sicher allerdings mit 25 + x % der Simmen die absolute Mehrheit der Mandate im Parlament erhält. Die siegreichen "Konservativen" machen sich dieses Geschenk, sind allerdings aufandere Volksverräter angewiesen.

Hätte es eine gemeinsame Liste von Syritza und Kommunisten gegeben, so wäre diese stärkste Fraktion geworden, hätte den Bonus kassieren können ... und mit wenigen strittigen Mandaten evtl. die Regierung übenommen. 

Klar. Es wäre eine Regierung mit Kompromissen gewesen. Aber bildet sich diese Griechen-DKP ein, allein über 50 % zu kommen??? Eine Sensation wäre möglich gewesen. Wie dann die Ereignisse weitergegangen wären, ... Wer kann das sagen. Ein weiterer Aufschung der radikalen Linken wäre aber wohl relativ sicher gewesen. Für das griechische Volk wäre wahrscheinlich eine positive Lösung geschaffen worden - und wenn es ein neuer großer Marshall-Plan gewesen wäre, um das Land im Kapitalismus zu halten, einem relativen Edelkapitalismus aber. 

Und jetzt? Bewaffnete Revolution?! Absturz in so starke Armut, bis alles egal ist?

Haben die Kommunisten die reale Möglichkeit nicht für real gehalten?

Taktik ist eine verdammt komplizierte Sache. 

Prinzipienfestigkeit kann auch in selbstmörderische Sturheit umschlagen. Die Etappen, die 

Veröffentlicht in Venezuela u.a.

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slov 05/08/2012 11:53

Ein Blick in die junge Welt verrät mir einen Irrtum: Es sind nicht 100 sondern nur 50 Bonusmandate. Demzufolge war beim jetzigen Stand im Kampf eine Regierungsübernahme durch die "vereinigten
Linken" noch nicht ausreichend aktuell. Ihre "sture" Haltung hat der Kommunistischen Partei nicht geschadet ... aber eben auch nicht genutzt. Sollte es zu Neuwahlen kommen, so stellt sich die Frage
neu, denn nun ist klar: Das Rennen um einen Wechsel wurde und wird denkbar knapp.
Ich halte es durchaus für wichtig, dass sich Kommunisten auch in solche taktisch kleinlichen Niederungen begeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit der Panzerfaust in der Hand die Hochburgen der
Weltmacht stürmen, ist mir zu weltfremd. Also stellen sich stets die Fragen, was unter gegebenen Bedingungen erreichbar sein kann ... und ob man auf dieses Erreichbare verzichten will in der
Hoffnung auf "das Ganze" (oder ob dieses Erreichbare eine Stufe in Richtung auf "das Ganze" sein kann.

slov 05/08/2012 07:57

Hallo Günther, in einem solchen Artikel darf man natürlich übertreiben. Wenn wir jeden Satz so durchfeilen müssten, dass er wirklich "stimmt", könnten wir das deutsche Volk unter Häusern aus
BLÖD-Zeitungen begraben, bevor wir zwei Sätze gesprochen haben könnten.
Das mit der kompletten Partei wäre sowieso so eine Sache für sich: Man könnte sicher genügend anständige Menschen in SPD und Grünen oder Piraten finden, mit denen sich ein Sozialismus nach unserem
Bilde bauen ließe. Die jeweiligen Parteien aber kann man praktisch aber als Träger des Kapitalismus einordnen.
Welche Politik eine Syritza wirklich machte, wenn sie könnte, wissen wir beide nicht.
Die Möglichkeit, mittels bürgerlich-demokratischen Wahlprozessen einen Schritt an die Macht zu gehen, sie GRUNDSÄTZLICH als Kasperletheater abzuqualifizieren, halte ich für falsch und überholt. Sie
disqualifiziert den komplizierten Weg lateinamerikanischer Bewegungen.Ich behaupte ja nicht, dass eine Regierungsübernahme gleich eine Machtübernahme ist. Aber sie verändert die
Klassenkampfbedingung einschneidend - wir haben es einst schmerzlich mit Allende-Chile erlebt, wie wichtig dann eine eigene MACHT ist, wenn die andere Seite mit demokratischer Oberfläche nicht mehr
weiter weiß.
Eine Regierungsbeteiligung von Kommunisten oder Sozialisten auf regionale Ebene kann im Höchst- / Idealfall ein Mittel sein, um den Massen eigene "technische" Kompetenz zu zeigen und die
Bereitschaft, grundsätzlich anders Politik zu machen. Sie kann bürgerlich-juristisch nicht den Rahmen der staatlichen Ordnung verlassen. Das könnte in Deutschland nur die Bundesregierung. Das wird
sie praktisch nur können, sofern die am Verlassen des kapitalistischen Systems interessierten Kräfte eine Mehrheit haben. Dies als Maßstab wird unter unseren Verhältnissen jedes
Koalitionsgeschwafel gegenstandslos: Unterstellt, die Genossen der Partei Die Linke wollten dies (!), wer wollte dies noch?
Mit meinem schwachen Blick als Außenstehender auf Griechenland erschien mir die Situation in Griechenland anders. Dort schien mir eine Koalitionsregierung aus Kommunisten und einer dortigen Partei
Die Linke möglich. Die Chance, sich entweder zu bewähren oder als Verräter zu outen, hat in echt unsere Linkspartei noch gar nicht gehabt. Da kämpfen noch führende Genossen darum, ob sie überhaupt
etwas erreichen können, wie viel ... oder ob sie sich lieber ganz unter der Decke des herrschenden Systems einrichten - mit Taten UND Worten.
Es kann ja sein, dass ich den rechtlichen Rahmen nur nicht ausreichend verstanden habe. Aber ich hatte verstanden, dass die größte Fraktion automatisch ihr Drittel Freimandate bekommt. Dann wäre
der Kampf um echte Macht mit neuer Ausgangslage weitergegangen.
Eine Revolution kann an einem Gedanken (!!!) scheitern: "Das schaffen wir doch nie!" Diesen Gedanken zu pflegen kämpfen Massen an Kapitalsöldnern an der journalistisch-ideologischen Front
alltäglich. Den sollten Kommunisten nicht an der Stelle fördern, an der sie der nächsten Etappe besonders nahe sind ...

Günther Wassenaar 05/08/2012 00:34

Eine komplette Partei als DOOF zu bezeichnen - dazu gehört schon eine ganze Menge Selbstüberschätzung. Wenn man dann auch noch den Kommentar dazu liest, und erkennen kann, dass der der das schreibt
sich zwar selbst als LINKER bezeichnet, aber absolut nicht auf einer kommunistischen Linie liegt, wird es doppelt absurd.
Wie sagte doch Marx, "...wer die wirtschaftliche Macht besitzt besitzt auch die politische".Auch sollte bekannt sein, dass in Parlamenten bisher nie eine Gesellschaftsordnung verändert werden
konnte. Noch dazu, wenn man diese parlamentarische "Macht" gemeinsam mit einer sozialdemokratischen Truppe teilen müßte. Hat die LINKE in Berlin, in Meck-Pom, oder durch die Duldung in
Sachsen-Anhalt auch nur einen Jota an sozialistischer Politik einbringen können, geschweige durchsetzen können? Bis jetzt konnte ich nur feststellen, dass sich die LINKE als Partei, in diesen
Ländern, in denen sie an der angeblichen Macht beteiligt war, politisch verbrannt hat, dass sie in fast allen Fällen massive Stimmenverluste und einen Mitgliederschwund verzeichnen durfte.
Kompromisse auf der Grundlage der Herrschaft des Kapitals, sind immer faule Kompromisse zu Ungunsten des Volkes, aber das interessiert zumindest die Führungsegide der LINKSPARTEI kaum. Machtgeil
sind sie, oder sagen wir lieber Geldgeil, denn das ist das einzige was bei diesen Koalitionen herausgekommen ist. Hinzu kommt, dass viele dieser Spitzenpolitikern der LINKEN genau mit dem Geld, was
sie als Diäten bekommen haben, Büroleiter bezahlen – nur – dass diese in vielen Fällen die Drahtzieher der Antideutschen sind -also Typen, die eher in die rechte Ecke angesiedelt werden müssen, da
sie den Krieg der USA, inclusive aller Kriegsverbrechen und vor allem die Politik der Regierung des Staates Israel für gut und richtig bezeichnen und jeden Protest dagegen als Antisemitismus
verunglimpfen
Und da soll die KKE blööd und doof sein, wenn sie dieses bürgerlich-parlamentarischen Kasperletheater nicht selber mitmachen will? Bisher habe ich in der Politik der KKE eine klare Positionierung
für die Arbeiterklasse erkennen können, einen klaren Klassenstandpunkt – Positionen, die der LINKS-Partei schon lange abhanden gekommen sind – eben wegen der Bestrebung an der Macht als
Koalitionspartner, als Krankenschwester am Sterbebett des Kapitalismus, beteiligt sein zu wollen.