Ein interessanter Artikel und was daran zu meckern bleibt (Slovakien ...)

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Erst einmal ist es für Linke wichtig, welcher Art Spielraum linke Politik sich in der Praxis verschaffen kann. Ist Robert Fico nie ein "Kommunist" gewesen. so sind seine bisherigen politischen und  Maßnahmen doch oft so gewesen, dass seine Ziele mit den Zielen von Kommunisten übereingestimmt hatten: Kommunistische Praxis, die nicht in allen Feldern auf Verbesserung der sozialen Lage der Werktätigen gerichtet ist, ist keine.

Den Artikel von Herrn Hofbauer zur jüngeren Geschichte des slovakischen Staates sollte man aufmerksam lesen. Er behandelt nebenbei die Frage, was heute in Europa geht und was nicht - einmal davon abgesehen, dass linkes Denken die engen Grenzen von "Deutschlands Interessen" immer sprengen sollten.

Eines aber ist an dem gesamten Artikel fast (!) unerträglich: Wiederholt spricht er vom "Untergang des Sozialismus" vom "Kommunimus" bzw. von "kommunistisch" für die Kennzeichnung dessen, was als gesellschaftlicher Organisation vor der "Transformation" geherrscht habe. Es kann nur untergehen, was auch geherrscht hatte. Haben auch mehrere Staaten das erklärte Ziel gehabt haben, auf den Kommunismus zuzusteuern und das erklärte Selbstbild, den Sozialismus erreicht zu haben, so halte ich zumindest Letzteres für falsch und hoffe, dass in einer Zeitung wie der jW da begriffliche Klarheit herrscht. Es würde sonst zweierlei Vorschub geleistet:

1. Kommunisten und Sozialisten können nur anstreben, was ein der CSSR Zustand war ... und das ist nur ansatzweise wünschenswert.

2. Eine wahrhaft sozialdemokratische Lavier-Politik ist über die im Moment vorgegebenen Machtverhältnise in Europa und der Welt hinaus die richtige. Wir sollten aber vom Ziel einer menschenwürdigen Gesamtgesellschaft mittel- und langfristig nicht abrücken ....

Veröffentlicht in Venezuela u.a.

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