Einer der Gründe, warum Kommunisten scheitern

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Kommunisten stehen vor einem paradox erscheinenden Problem: Ihr gesellschaftliches Kern-/Endziel, also der "Kommunismus" als entfaltete "Gesellschaftsordnung" ist etwas, dessen Vernunft eigentlich vielen Menschen einleuchtet bzw einleuchten kann. Seltsamerweise trifft das auch auf erziehungsbedingte Antikommunisten zu, sofern sie sich auf eine sachliche Diskussion einlassen. Zumindest den Schwenk vom "Das kann gar nicht gehen" zu "Also ich würde auch ...". Bei jüngeren Disputanten ist es oft eine Begriffsfrage. Nicht selten haben sie selbst kommunistische Einzelauffassungen - würden sich aber mit Händen und Füßen dagegen wehren, in diesen Topf geseckt zu werden.

Leider ist dieser entfaltete Kommunismus nichts sofort "Einführbares". 

Der nächstliegende Grund ist, dass die kleine Zahl an Menschen, deren aggressive Selbstentfaltung tatsächlich unter kommunistischen Verhältnissen zu leiden hätte - die Möglichkeit der "Kapitalisten" ihre Über-Macht aus der Ausbeutung anderer Menschen zu ziehen, wäre technisch unmöglich, sobald es kein "Kapital" gibt - also diese kleine Zahl an Menschen verfügt über extrem große wirtschaftliche Macht. Die lässt sich in politische Macht, in Manipulationsmittel, aber auch in primitive Gewalt verwandeln. So wunderbar also das langfristige Ziel sein mag, es bedarf Zwischenschritte, die nicht mit diesem Ziel "auf einer Linie" zu sein scheinen. Es bedarf also der Gewalt (wie immer die konkret aussieht), um gewaltlose Verhältnisse zu erreichen, es bedarf der Armeen, um ein Zusammenleben vorzubereiten, bei dem Armeen unbekannt sind, es bedarf der Kommando-Disziplin, um zu etwas zu kommen, das wir heute als "Basisdemokratie" zurecht idealisieren.

Leider ist das nicht nur ein scheinbarer Widerspruch. "Arbeiterklasse", "Partei" usw. sind immer konkret. Für immer begrenzte Zeiträume, aber unser Lebenshorizont ist nun einmal immer begrenzt, sieht man "die Partei" verkörpert durch ihren großen Vorsitzenden usw. und der sieht sich in dieser Rolle, fühlt sich notwendigermaßen berufen.

Aber jeder Mensch macht Fehler, jede ausreichend charismatische Führungspersönlichkeit ist in der Lage, seine individuellen Fehler zu Fehler der "kollektiven Führung" und die zu Fehlern der ganzen Bewegung zu machen.

Allmählich werden die konkreten Kommunisten einer Gegenwart zur Plage. Sie wissen um das Richtige ihres Ziels, möchten etwas tun, ärgern sich, warum ihnen immer noch nicht genügend anständige Menschen folgen ... und greifen zu Mitteln, die sie verstehen. Diese Mittel beginnen sich zu verselbständigen. Es hagelt Verbote, Ausschlüsse, Strafen für Abweichungen eigen-sinnig denkende Menschen, die logischerweise ihr Recht auf eigene Fehle, die vielleicht eben keine sind, einfordern.

Ich bin oft nicht mit dem Ton eines Lothar Haupt einverstanden. Ich kann mir zu viele Menschen vorstellen, die sich zurückgestoßen fühlen, wenn er ihnen sagen will, dass das, was er denkt, das Richtige ist. Andererseits versucht er Kommunisten zusammenzuführen. So kreativ müssen Kommunisten werden, dass sie unter einem gemeinsamen Dach auch das Motto einer Konferenz als falsch formuliert entlarven. Was aber passiert? Ein großer Vorsitzender verbietet. Was soll ein Außenstehender da ableiten, wenn derselbe wirklich etwas zu sagen hätte? Wehe denen, die dann über uns kommen ...

Als nach dem Ende des ersten Weltkriegs Kommunisten zusammenkamen, um etwas Notwendiges zu spät zu tun, haben sie einen organisatorischen Schwachpunkt der Fortschrittsbewegung zu korrigieren versucht. Der Doppelmord an Luxemburg und Liebknecht beweist indirekt, dass sie daauf die richtige Bahn wollten. Lernen wir aus "unseren" Fehlern der Vergangenheit ...

 

Häupl Lothar 29. Dezember 22:13
Darüber muss politische Klarheit bestehen:

Zwei verschiedene Herangehensweisen über die Verantwortung des Proletariats und seiner politischen Kraft (Kommunisten)

Am 31.01.2009 war in Sachsen eine Konferenz vorgesehen, die das Thema:
„Das Proletariat braucht eine politisch, sozial und international motivierte Kommunistische Partei in Deutschland (KPD) im Kampf um die bedingungslose Durchsetzung der Menschenrechte
Dem 90. Jahrestag der Gründung der KPD und der KommIntern gewidmet!“
war.
Diese wurde auf Beschluss des Vorsitzenden der KPD, Dieter Rolle untersagt – sie wäre nicht richtig!
Um welche inhaltlichen Fragen es in meiner Rede dort gehen sollte ist hier nachzulesen!
http://www.manager-dj-lothar.de/HTMLPDF/eigene/Das_Proletariat_braucht_eine_politisch.htm

Welche Beschlüsse vorbereitet waren, könnt ihr unterhttp://www.manager-dj-lothar.de/HTMLPDF/proletarischeDiskussionneu.htmnachlesen!

Ich habe mir erlaubt, einige Zitate auszuwählen „Was tun?“ (Lenin), die ich vollkommen eindeutig finde, woran sich eine marxistisch-leninistische Partei (auch die KPD) selbst orientieren und wie sie dies öffentlich propagieren sollte.

Nun ist am 30.12.2012, also morgen!!!!! der 94. Jahrestag der Gründung der KPD – ein denkwürdiger Tag!!!!!!

Ich lese in der KPD-Zeitung;http://www.k-p-d-online.de/index.htm

„Die Rote Fahne“ (KPD) :http://www.drf.k-p-d.org/2012/drf1212.pdf
den Leitartikel von – Dr. Dieter Hillebrenner
Überschrift: „Nachdenken über die Diktatur des Proletariats“

Auch nachzulesen unter:
http://www.triller-online.de/Diktatur.pdf

Nachdenken über die Diktatur des
Proletariats_
Dr. Dieter Hillebrenner
Kommunistisches Aktionsbündnis Dresden (KAD)
10. November 2012

„Nachdenken über die Diktatur des Proletariats“, wenn ich diese Rede, Leitartikel auf marxistisch-leninistische Art und Weise analysiere, dann bin ich in die Zeit von Gorbatschow, „Das neue Denken“ – Perestroika – versetzt.

Da fordert uns doch einer auf, ein Vertreter der KAD aus Dresden, ein ehemaliger Oberst der Militärakademie „Friedrich Engels Dresden“und stellv. Leiter des Lehrstuhles Gesellschaftswissenschaften, „Nachdenken über die Diktatur des Proletariats ist alternatives Denken …“. Dafür sucht er in seiner Rede aus Anlass des 95. Jahrestages der Oktoberrevolution (10.11.2012 in Berlin) und im Leitartikel der Zeitung „Die Rote Fahne“ für die „Diktatur des Proletariats“ eine Alternative.

Er bezeichnet „alternatives Denken“ als eine „Herkules-Aufgabe“.

Er sagt dort: „Gegenwärtig gibt es in der BRD keine revolutionäre Situation. Das Subjekt der Revolution ist noch nicht bestimmt. Wer wäre Hegemon in der Revolution? Die Herrschaft des Kapitals ist gesichert, das parlamentarische System ist funktionstüchtig.“

Toll, wenn das Zentralorgan der KPD auch noch die Aussage unterstützt (Leitartikel in Bezug auf die DDR) die da lautet: „Die führende Rolle der Partei wurde zum Machtanspruch, zum Diktat über die Gesellschaft, ausgeübt von ihren Spitzenfunktionären.“
Dann entgleist mir jede politische Disziplin!

Spätestens jetzt sind mir drei Dinge klar geworden:

1. Das politische Organ und seine Partei muss sich klar zum Marxismus-Leninismus positionieren und wissen, wie sie mit den Erfahrungen des Proletariats, der Diktatur des Proletariats in den historischen Etappen umgeht.
2. Die Schlussfolgerungen von o.g. nicht zugelassener Rede waren auf jeden Fall konsequenter als der Leitartikel in der DRF, die jetzt zum neuen Denken auffordert. Schämt Euch!
3. Damit wird klar, dass die Bemühungen um die VKP, die Überlegungen zum „Karl-Marx-Jahr 2013 und dem 90. Jahrestag der Rede Klara Zetkins vor der KI zum Thema des Faschismus in Verbindung mit der marxistisch-leninistischen Gesellschaftsanalyse dringend notwendig sind.

Ich habe kein Recht darüber zu urteilen, wie eine K-Partei mit reformistischen Positionen umgeht!

Als Kommunist will ich aber klarstellen, den Marxismus-Leninsmus in Misskredit zu bringen, geht aber jeden an und ich bin der Überzeugung, dass man so etwas nicht durchgehen lassen kann!

Rot Front!
Lothar Häupl

siehe Zitate aus "Was tun?" Lenin 1905
Was tun Zitate.pdf

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