Einmal entspannt auflachen

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Nein. Witzig ist die Sache eigentlich gar nicht. Aber ICh habe eben bei dieser Meldung entspannt aufgelacht, und mir fielen Slogans aus der Vor-Untergangszeit ein wie "jähe Wendungen sind stets möglich!" Die hat oll Honni mitgemacht - wer sagt uns denn, dass uns Ähnliches nicht auch einmal mit positiven Vorzeichen passieren kann?! Ach ja. "Na, geht doch!" hab ich noch gerufen und gemeint, den Artikel sollte man einfach genießen wie andere, die sich ihren Joint reinziehen. Kann sein, "eine Schwalbe macht noch keinen Sommer", aber der Wandel der Wertung des Ausdrucks "Sozialismus" erscheint mir schon vorstellbar. So lange die Welt noch nicht untergegangen ist, sollte man nicht aufhören, vor dieser Möglichkeit zu warnen, damit sich ein WIR findet, ihn zu verhindern. Und dieses WIR wird Antikapitalisten umfassen:

 

21.11.2013 / Ausland / Seite 6Inhalt

Sozialistin gewinnt in Seattle

Nach zweiwöchigen Auszählungen sichert sich Kshama Sawant in US-Metropole Sitz im Stadtrat

Von Wladek Flakin
Kshama Sawant wird in in den Stadtrat von Seattle einziehen. Am Abend der Kommunalwahlen hatte die sozialistische Kandidatin noch wie die knappe Verliererin ausgesehen. Nach Auszählung eines Drittels der ausschließlich per Brief abgegebenen Stimmen lag sie damals bei 46 Prozent. Zwei Wochen lang wurde seitdem weitergezählt. Am 13. November lag Sawant erstmals mit 41 Stimmen vorn. Auch wenn das amtliche Endergebnis erst am 25. November bekanntgegeben werden soll, steht der Wahlsieg der Sozialistin inzwischen fest. Angesichts des inzwischen auf knapp 3000 Stimmen angewachsenen Vorsprungs seiner Kontrahentin gestand der Demokrat Richard Conlin seine Niederlage ein. Die Wahlbeteiligung war dabei mit 54 Prozent ungewöhnlich hoch für eine US-Kommunalwahl, in New York stimmten gleichzeitig nur 24 Prozent der Berechtigten ab.

Sawant ist die erste Sozialistin, die jemals in den Stadtrat von Seattlegewählt wurde. Das neunköpfige Gremium wird alle zwei Jahre zur Hälfte neu besetzt, die Herausforderer treten dabei direkt gegen die Amtsinhaber an. Die 41jährige Hochschuldozentin für Wirtschaftswissenschaften kommt ursprünglich aus Indien und wurde 2010 in den USA eingebürgert. Die Website der neoliberalen Zeitschrift Forbes hatte sich darüber aufgeregt, daß eine Sozialistin Studierende unterrichten darf. »Warum haben sich die Bürger von Seattle, einer der gebildetsten Städte der USA, betrügen lassen?«, fragte sich der Autor, der besonders über Sawants Vorschlag zürnte, den Amazon-Konzern zu kollektivieren.

Seit der Wirtschaftskrise von 2008, so Sawant in einem Interview, stoße der Begriff Sozialismus nicht mehr auf Ablehnung in den USA. Vielmehr sei »der Kapitalismus ein Schimpfwort geworden«. Ihre Forderung nach einem Mindestlohn von 15 Dollar (umgerechnet 11,10 Euro) die Stunde traf auf eine breite Resonanz bei den Wählern, da im vergangenen Jahr Arbeiter der Fast-Food-Industrie mehrmals dafür in den Streik getreten waren. Zur Zeit liegt der Mindestlohn in den USA bei 7,25 Dollar (5,37 Euro) und nur im Bundesstaat Washington, in dem Seattle liegt, bei 9,19 Dollar (6,81 Euro). Ein Referendum für einen 15-Dollar-Mindestlohn am Flughafen von Seattle war am Wahltag ebenfalls erfolgreich.

Am Sonntag versammelten sich mehrere hundert Menschen im Lokal der Gewerkschaft SEIU, um den Sieg zu feiern. Der Konzern Boeing droht aktuell damit, Arbeitsplätze aus dem Bundesstaat Washington zu verlagern. »Die Maschinen sind da, die Arbeiter sind da«, reagierte die frisch gewählte Stadträtin. »Nehmen wir die ganze Produktion in demokratischen öffentlichen Besitz, um mit den Fabriken öffentliche Verkehrsmittel herzustellen.

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Veröffentlicht in Venezuela u.a.

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