Einmal geht "Neoliberalismus" gut (ein VERFRÜHTER Nachruf auf Frau Thatcher)

Veröffentlicht auf

Man nehme eine Welt am Tag A, wie sie gerade ist. Also eine Welt der auf Konkurrenzkampf fixierten "Marktwirtschaft". Jeder kämpft mit jedem mit jedem Mittel um den höchsten Anteil an erzielbarem Profit. 

Da entdeckt einer, dass er vielleicht eine besonders drastische Methode einsetzen kann, um dem Völkchen der Arbeitenden mit Hilfe staatlicher Gewalt ihren Anteil am Ertrag der produzierten Leistungen und Güter zu verkleinern, um bei gleichem Gesamtertrag den "Unternehmern", also dem Kapital, ihren Anteil am Gesamtertrag deutlich zu erhöhen. Da tut er es ... und das eigene Kapital ist plötzlich erfolgreicher. Ja, selbst den Arbeitenden muss es finanziell nicht wesentlich schlechter gehen, weil die Auftragsbücher ihrer Firmen werden voller ... und man kann weltweit billiger verkaufen als zuvor, also mehr.

Nun ist die "Konkurrenz" am Zug. Die sehen einen "Erfolg" und die Weltlage hat sich ja verändert: Es droht kein sozial(istisch)es Gegenweltsystem mehr. Also was die einen können, können wir auch.

Was passiert: Erst einmal schrumpft für den "ersten" der Vorteil. Nun beuten auch die anderen extensiver aus. Dann aber tritt ein unbeabsichtigter Nebeneffekt ein. Da nun in den Konkurrenzländern sich die "Kaufkraft" der "Masse" verringert, haben sich überall die Kapitalien erhöht, die investiert werden könnten, ... aber die Abnehmer der Produkte, für die die Zahl der Anbieter (Kapitalien) sogar gestiegen sind, sind weniger zahlungskräftig, um die selben Produkte wie vorher zu kaufen ... von der erhöhten Zahl ganz abgesehen.

Für alle "Kapital-Isten" drängt diese Logik erst einmal dazu, den eigenen Grad der Ausbeutung so weit zu erhöhen, dass man selbst der "Erste" wäre, wasim Umfang begrenzt ist. Man würde ja die eigenen Arbeiter in den Hunger treiben. Man kann den Prozess noch etwas hinauszögern, indem man die extremste Ausbeutung ins Ausland auslagert - was auch begrenzt ist, weil ja dasselbe auch die Konkurrenten probieren. 

Dann drängt das vermehrte Überschuss-Kapital in die Fiktion, auf dem "Kapitalmarkt" aus sich selbst heraus mehr zu werden. Das geht eine Weile gut, weil ja alle Kapital-Isten denselben Wunsch verwirklichen wollen, jeder also so tut, als würde Geld "arbeiten" und "mehr werden". Das wird es aber nur für die Welt der Geisteskranken: Solange Geld für sich genommen "Ware" spielt, kann man 1000 Euro, die man hatte, gegen 2000 Euro eintauschen, die man haben wird, und die gegen 4000, die man haben würde können, gegen 10000, die man würde gehabt haben können, wenn denn ...

Es wurde aber weder für 10000 Euro produziert noch gesichert, dass diejenigen überhaupt die 1000 Euro werden bezahlen können, die die Produkte hätten abnehmen sollen. Die haben vielleicht relativ(!) noch 500 Euro, während Kapital-Isten mit 10000 Euro überlegen, ob sie noch jemand finden, der die gegen 20000 Hätte-hätte-hätte-Euros eintauscht ... oder ob noch ein Stück reale Welt bisher verschont geblieben sein könnte, das noch nicht in "Besitz" verwandelt worden ist.

Eigentlich muss doch früher oder später jemand "IRRE!" rufen ... und die ganze glitzernde Seifenblase zerplatzt. Wer noch nicht irre ist, überlege, was ihm dann bleibt ... (Aber man könnte auch ganz anders denken ...)

Veröffentlicht in unsere Epoche

Kommentiere diesen Post