Entsetzen über den "RotFuchs"

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Diesmal ist es passiert: Zwischen die Masse von Positionen, die unterschiedliche Sichtweisen von "Linken", also "Sozialisten, Kommunisten" und Ur-Christen zur Diskussion stellen, ist ein Beitrag, de mich völlig verstört, wie er in eine solche Publikation geraten konnte. Es handelt sich um "Was hinter Klimaveränderungen steckt" von einem Herrn Hammelsbeck aus Drübeck. In einem Blatt der Mainstream-Medien wäre die Erklärung klar: Da hat eine bestimmte Industrie-Lobby etwas auf Wissenschaftlich Getrimmtes zur Verunsicherung der Bevölkerung in die MeinungsBILDung geworfen. Aber hier?!

Wäre dem Autoren mehr Raum eingeräumt worden, hätte er sich entweder "geoutet" oder die Darstellung wäre noch in dialektische Zusammenhänge eingebaut worden. So aber steht da, dass ja z.B. nur unbedeutende 4 % des Kohlendioxids "antropogen erzeugt" seien und wir uns ansonsten in Verschiebungen von natürlicher Kleinen Eiszeit zur Kleinen Warmzeit befänden. Schuld seien "Kurzfristige Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche, Erd- und Seebeben, Tsunamis oder die natürliche Freisetzung von Methanhydrat in Form von CH4 ..."!

Wenn also die Menschen nicht Schuld sind an den heranreifenden Klimaschäden, können sie auch nichts dagegen tun? Eine Haltung von Kommunisten und Sozialisten?!

Auf jeden Fall keine dialektische. Die "Umwelt" ist immer ein System widerstreitender Kräfte, aus denen sich immer neu ein relatives Gleichgewicht ergibt. In einem Litertopf ist ein Liter Wasser sicher aufgehoben. Klammern wir die durch die Hersteller eingebaute Toleranz einmal aus ... dann wären es die zusätzlich nachgefüllten 0,04 Liter, die dann überlaufen. Dieser Zusammenhang, also dass die natürlichen Kräfte im "Gleichgewicht" "eingerechnet" sind, die menschlichen dauerhaft in eine Richtung verschieben, muss dazugesagt werden, wenn man die Kuschelzahlen verwendet.

Dann sollte man noch etwas Anderes berücksichtigen: In vergangenen Zeitepochen war die Erde entschieden weniger dicht besiedelt und vor allem wesentlich mobiler. Hungernde Urmenschen verließen ihre Siedlungsgebiete, ohne etwas zurückzulassen. Ein steigender Wasserspiegel bedroht die Existenz von Millionenstädten ... also sowohl die Existenz der Millionen Menschen als auch die ihrer Städte. Insofern ist es ein Menschheitsinteresse, ein möglichst langfristig gleich bleibendes Gleichgewicht zu ehalten, dass Küsten dort bleiben, wo sie gerade sind usw.

Politische Zusammenhänge werden angedeutet ... aber auch hier gilt: Wenn eine Stadt überschwämmt wird, so sind es die Slumbewohner, die nachher vor dem Nichts stehen, während die vorher Besitzenden auch nachher eine Lösung für sich gefunden haben. 

Die Diskussionen um Klimaveränderungen an sich als Marketing-Gag einer Profitmacher-Gruppe zu diskreditieren, ist menschenverachtend. Sie als Teil eines Menschheitsproblems zu sehen, bei dem die Lösung in einer veränderten gesellschaftlichen Ordnung, die Handeln im Sinne "der Menschheit" praktisch ermöglicht, sollte unser Herangehen sein. Die "Klimaveränderungen" gehören zu jenen Problemen, die auf dem heutigen Niveau der Erdbesiedlung nur noch durch nicht privatwirtschaftliche Gesellschaften "nachhaltig" gelöst werden können. Wie materielle und geistige Armut auch ...


Veröffentlicht in politische Literatur

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Basti 10/04/2012 10:58

"Wenn man ein bisschen mehr im Hirn hat, als bunte Knete", meinte ich natürlich oben.

Basti 10/04/2012 10:56

Eigentlich sollte man ja meinen, das die Wissenschaftler und Professoren die wissenden unter uns Menschen sind, diejenigen, die nicht nur eine fachliche Meinung haben, die sie anhand von Fakten und
Daten herleiten. Sondern das sie auch in der Lage sind, die Wirkung ihrer Diskussionen im Zusammenhang aufs Großeganze in der Lage sind zu überblicken.

Wie kann es denn bitteschön sein, dass gerade bei dieser Diskussion die Meinungen der Wissenschaftler so dermaßen weit auseinander liegen, dass man sich im Grunde genommen je nach Bedarf rausnehmen
kann, wie es einem gerade passt. Da behaupten Spezialisten wie er hier, sei ja alles halb so wild, das Ganze. Dann guckt man auf N24 eine Reportage, da wird ein Horrorszenario von einem
Wissenschaftler durchgespielt, der der Meinung zu sein scheint, dass wenn wir heute nicht alle Maschinen sofort abstellen, dann morgen vor der Tür bei lebendigem Leib gebraten werden (ums mal ganz
überspitzt zu sagen). Ich habe schon Diskussionen von sechs oder sieben Klimaforschern gesehen, die anhand von identischen Fakten eine vollkommen andere Meinung präsentieren. Der Clou dabei ist ja,
das am Ende keiner dem Anderen beweisen kann, das er wirklich Unrecht hat, weil er ja seine Argumente hat, angeblich.

Aber sollte man nicht, gerade bei diesem Thema, wenn man ein bisschen mehr hat, als nur bunte Knete, einfach erstmal vom schlimmsten Fall ausgehen und zwar solange, bis man dem das absolute
Gegenteil bewiesen hat, der davon ausgeht? Alleine aus Demut dem Planeten und unseren Kindern gegenüber? Was wollen sie denn machen, wenn derjenige, der ja auch Argumente auf seiner Seite hat,
fundierte, am Ende doch Recht hat? Für "Hoppla, war wohl nen Irrtum meinerseites" isses dann zu spät.

Ich meine so kann man seiner Verantwortung als Wissenschaftler nicht gerecht werden, wenn man am Ende die Meinungsbildung der Menschen hier, die man eigentlich in der Lage sein sollte, aufzuklären,
einfach nur vollkommen verwässert.

So fahren viele einen sparsamen Kleinwagen, weil sie sich eigentlich bloß nicht mehr leisten können. "Und klar, außerdem isses ja auch besser für die Umwelt"."
Genau so lange, bis sie sich einen SUV leisten können, dann finden sie wahrscheinlich spätestens im entsprechenden Werbeprospekt eine Umweltanzeige, natürlich abgesegnet von einem entsprechenden
Wissenschaftler. Und vielleicht sogar noch einen Hinweis, wo sie nachlesen können, dass das eigentlich alles halb so wild ist, die 20 Liter Sprit mehr auf 100km. Oder warum es vielleicht sogar
besser ist, gerade dieses Auto zu fahren, weil es "Umweltfeatures" besitzt, die der alte Kleinwagen eben nicht hatte.
Das nur als Beispiel, welches mir gerade einfiel. Und so läuft Meinungsbildung leider nunmal oft heutzutage, man kann den Leuten fast schon keinen Vorwurf mehr machen, sie können es ja eigentlich
nicht besser wissen, als der Wissenschaftler, der die entsprechende, genehme Behauptung aufstellt.

Und am Ende zeigt diese Diskussion wohl auch, wer die wirklichen Genies unter den Menschen sind und das sie leider für die falsche Seite arbeiten. Denn so abartig diese Menschen sind, ihre Art, wie
sie die Dinge umsetzen, die sie angehen, ist auf eine widerwärtige Art beeindruckend. Und ich denke, die angesprochene "Verwässerung" ist eben am Ende genau das, worauf sie abzielen, gerade in
dieser Diskussion, weil es ihnen im Grunde die Möglichkeit gibt, die öffentliche Meinung nach belieben zu beeinflussen. Sie müssen nur die für ihre Zwecke am Besten geeigneten "Gelehrten"
öffentlich platzieren.

Da sitzt jeder Handgriff, da wird jede Eventualität berücksichtigt, um jede Ecke gedacht, und vor allem: Diese "Menschen" machen so gut wie keine Fehler. Wasserdicht, wie man so schön sagt. Wenn
man ganze Wahrheiten nimmt, und sie nach belieben dreht und wendet, wie man will, ohne dabei einmal wirklich zu lügen, da gehört schon bisschen Menschenverstand dazu. Das soll jetzt nicht heißen,
dass ich irgendwie angetan bin, von dem, was diese Bastarde veranstalten. Ich denke nur, wenn man seine "Feinde" "bezwingen" will (mir fällt einfach keine bessere Formulierung ein, sorry), dann
muss man sich ihrer Stärke schon bewusst sein...

Und selbst wenn sie am Ende dann doch mal auffliegen: Die Einsicht landet bei den Menschen in dem Teil des Gehirns, wo man sich manchmal in schlechten Momenten Dunkel ans verdrängte erinnert und
dieses bald schon vergessen hat. Weil sich niemand gerne eingesteht, dass die Überzeugung, die man hatte, nichts war als ein öffentlich geschaffenes Trugbild, auf das man dumm genug war,
reinzufallen.

Peace