Etwas Totalitarismus ...

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Mit dieser Überschrift ist der Inhalt klar? Nein. Dass ich das aufschreibe hat einen einfachen Ansatz: Ich weiß nicht mehr genau, was für eine Ausstellung es war, ich glaube, es ging um Politische Plakate In Nazideutschland und Sowjetrussland .. oder so ähnlich. Ein Freund kaum mit Augenreiben wieder: Das war aber eine Ähnlichkeit! Die einen sehen wie die anderen aus ...

Sehr wahrscheinlich war diese Erkenntnis das Ziel der Ausstellungsmacher. Der mündige Aussstellungsbesucher könne sich weiter reichende Schlüsse selbst denken ...

Tja, so ist das: In einer durchaus richtigen Beobachtung können viele falsche Gedanken schlummern. Da wird vieles ausgeblendet. Zeitästhetik sozusagen, man kann auch "Mode" sagen, das Entdecken bestimmter Motive zur gleichen Zeit - Wenn das alles unmodern geworden ist, fällt einem die relative Uniformität der Mittel erst auf.  Dann gibt es natürlich immer ein bestimmtes Abkupfern. Wir würden sehr verlegen werden, erklärte uns ein Mensch aus dem nächsten Jahrhundert, dass ein geradezu perverses Mittel "moderner" Werbung das bewusste Verwenden sprachlicher, also grammatikalischer oder Rechtschreibfehler bzw. inhaltlicher Absurditäten ("Wir haben die billigen Preise" - möchte irgendwer Preise kaufen? Die Produkte sollen billig zu haben sein, die Preise also niedrig.)

Also in diesem Sinn wieder eine Literaturempfehlung aus der (gestrigen) "junge Welt". Mit "Wider die Fascination" wird eine Neuveröffentlichung von Siegfried Kracauer über die künstlerischen Mittel der faschistischen Manipulation vorgestellt und empfohlen. Schmunzelnd nahm ich zur Kenntnis, dass der Autor den Begriff des Totalitarismus verwendete ... und doch nicht so kampfbegrifflich, wie er heute verwendet wird.

Es ist wieder ein Schlag in eine bestimmte Kerbe: Es sind nicht Wissenschaft, Technik und Kunst schuldig - die Frage ist, wofür was verwendet wird ... und wie. Da sollte man durchaus gründlich untersuchen, warum es dem Gegner gelingt, sich die Köpfe zu unterwerfen - anstatt nur das Ergebnis zu bejammern ...

 

http://www.jungewelt.de/2012/09-12/001.php?sstr=kracauer 

Veröffentlicht in politische Literatur

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