Frauentag / Gleichberechtigung auf amerikanisch: Zielschießen auf Schwangere

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Es ist mir mitunter ein Rätsel, wie wenige Menschen sich bewusst sind, dass die gesellschaftliche Ordnung, in der wir leben, einfach "Kapitalismus" genannt, nicht "natürlich" sondern pervers ist. Muss man da immer die besonders abartigen Beispiele herausgraben? Okay, dieses Beispiel ist nicht "ausgegraben", es ist besonders aktuell und ein makabres Beispiel dafür, was der Kampftag der Frauen weltweit zu beseitigen hat, wenn er als Symbol für aktives Handeln verstanden werden soll:

 

08.03.2013 / Ansichten / Seite 8Inhalt

Zielscheiben des Tages: Schwangere/Schüler

Um eine alte Frau in ihrem Garten oder eine Mutter mit Kind vor einem Kindergarten zu erschießen, eine Hochschwangere auf der Straße oder einen Opa vor dem Bücherschrank im eigenen Haus mit einem gezielten Schuß und ohne zu zögern niederzustrecken, dafür benötigen auch US-Polizisten spezielle mentale Fähigkeiten. Da diese nur durch ständige, praxisnahe Übungen erlernt und perfektioniert werden können, haben die US-Bundesbehörden bei der Firma Law Enforcement Targets Inc. für 5,5 Million Dollar lebensgroße Zielscheiben aus Pappe gekauft, auf denen diese Motive und noch weitere dieser Art mit Waffe abgebildet sind. Sie gehören zur Reihe »Ungewöhnliche Bedrohungen«. Von LET Inc. werden sie als »No More Hesitation Targets«, also »Kein Zögern mehr«-Zielscheiben für einen Dollar das Stück angeboten.

Allein das Departement of Homeland Security (DHS) hat zwei Millionen von ihnen geordert. Das hat die Ängste vieler Bürgerrechtler bestärkt, wonach sich das US-Heimatschutzministerium systematisch auf einen Bürgerkrieg vorbereitet. Dazu verweisen sie auf die Tatsache, daß das DHS die US-Polizei mit viel Geld militarisiert. Diese wurde mit Maschinengewehren und gepanzerten Fahrzeugen aufrüstet. In den vergangenen zwei Jahren wurden insgesamt 1600 Milliarden Schuß Hohlkopfmunition gekauft. Auch wurden alte Kriegsgefangenen- und Internierungslager hergerichtet, in denen Zehntausende Personen festgehalten werden können. Bei Hohlkopf-Munition handelt es sich um die international geächteten Dum-Dum Geschosse, die im US-Militär zwar verboten sind, nicht aber bei der Polizei, die an keine internationalen Verpflichtungen gebunden ist. Die neuen Zielscheiben sollen – so die offizielle Erklärung – den Polizisten helfen, im Ernstfall, beim Anblick einer ungewöhnlichen Bedrohung, nicht den Bruchteil einer Sekunde zu zögern. (rwr)

Da kommen sich unsere Tagesaufgaben richtig niedlich dagegen vor:

Liebe Frauen,

 

alles Gute für euch zum heutigen Frauentag!

 

Die Forderungen der ver.di zur Frauen- und Gleichstellungspolitik findet Ihr im Mailanhang. Hinweisen möchte ich euch auch auf den Filmbeitrag "Damit Frauen nicht mehr arm dran sind" über Elise Pinkel, die über 40 Jahre als Buchbinderin gearbeitet hat. Dies ist der Link:

http://www.verdi.de/themen/rente-soziales/++co++b62bd280-87c3-11e2-a3e1-52540059119e

 

Der Tag der Lohngerechtigkeit, der Equal Pay Day, findet dieses Jahr am 21. März statt. Berufstätige Frauen verdienen in der BRD durchschnittlich 22 Prozent weniger als Männer im gleich Beruf. Die Forderung "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ist nach wie vor nicht umgesetzt, obwohl Frauen höhere Bildungsabschlüsse erzielt haben. Erst am 21.03.2013 haben Frauen durchschnittlich so viel verdient wie Männer bereits am 31.12.2012. Um auf diesen Unterschied aufmerksam zu machen, gibt es seit 2008 in der BRD den Equal Pay Day. Eine Berliner Aktion ist folgende: Unternehmen, Geschäfte, Restaurants und Cafés gewähren Frauen an diesem Tag 22 Prozent Rabatt. Aufwww.22-prozent.de sind die Adressen veröffentlicht. "Heute ist der Lohnunterschied nach den aktuellen Berechnungen des statistischen Bundesamtes von 23 % des Vorjahres auf 22 % gesunken. Wenn wir in dem Tempo weiter machen – alle 5 Jahre 1% – haben wir erst in 100 Jahren die Lohngerechtigkeit erreicht! Für uns nicht akzeptabel!" (Zitat von der o.g.Internetseite)

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 Viele Grüße von Sandra Klemesch.


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