Für die Zukunft lernen (1)

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Unter dieser Überschrift veröffentlichte die „junge Welt“ am 17.7.12 ihr „Thema“: Einen „Vorabdruck. Theoretische Schlußfolgerungen aus den Erfahrungen des sozialistischen Aufbaus in der DDR von Ekkehard Lieberam“.

Um die Bedeutung des Beitrags zu betonen, stellt die jW voran, unter welchen Umständen der Artikel entstand und wo er ungekürzt vorgetragen bzw. wo er ungekürzt nachgelesen werden kann. Gerade diese Grundsätzlichkeit provoziert meinen Widerspruch, der gerade unter dem Gesichtspunkt der Herangehensweise hoffentlich auch von anderen als bedenkenswert angesehen wird:

 

Auf Einladung des Marxistischen Arbeitskreises zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung bei der Partei Die Linke, der Geschichtskommission beim Parteivorstand der DKP, der Marx-Engels-Stiftung und der jungen Welt fand am 9. Juni 2012 in Berlin eine Konferenz zum Thema »Sozialismus in Deutschland? 60 Jahre nach der 2. Parteikonferenz der SED. Erfahrungen und Lehren« statt. Zur Auswertung des Sozialismusversuches in derDDR sprachen Günter Benser, Siegfried Prokop und Ekkehard Lieberam. Die Beiträge der Konferenz werden in der in diesen Tagen erscheinenden Nr. 3 der Geschichtskorrespondenz des Marxistischen Arbeitskreises abgedruckt. jW veröffentlicht eine gekürzte Fassung des Referats von Ekkehard Lieberam vorab.


Ich erlaube mir, die autobiographischen Passagen herauszuschneiden, da es über den Rang von Professor Lieberam als DDR- und Nach-DDR-Wissenschaftler nichts zu diskutieren gibt.

 

 

… „ 1 Welche Positionen bzw. Auffassungen sind dies? (…)

Selbständige Gesellschaftsordnung

Erstens: Die wohl wichtigste theoretische Schlußfolgerung aus den bisherigen Erfahrungen des sozialistischen Aufbaus war und ist die bereits in der DDR, zumindest unter Walter Ulbricht, formulierte Erkenntnis, daß der Sozialismus eine selbständige Gesellschaftsordnung und kein kurzfristiger Übergang zum Kommunismus ist.

 

Bis hierher kann und muss ich der Darstellung folgen, obwohl sich bereits das gegensätzliche Herangehen andeutet. Das Folgende aber geht von einer gedanklichen Disposition aus, die meiner kurzsichtigen Betrachtung nicht entspricht. Ich bezeichne wohl überlegt MEINE Auffassung als „kurzsichtig“, weil ich es für wahrscheinlich halte, dass irgendwann einmal im lange entfalteten Kommunismus - vorausgesetzt, es gibt die Menschheit noch in 1000 oder 10000 Jahren – meine Phase logisch einer Ordnung zugeschlagen werden könnte … allerdings ist GENAUSO möglich, dass dann zu Marx zurückgekehrt wird. Professor Lieberam setzt allerdings m.E. vorschnell das Selbstbild der Handelnden mit ihrer geschichtlichen Einordnung gleich. Er hinterfragt gar nicht, ob denn das, was in der DDR geschah, überhaupt „Sozialismus“ war, ob es das sein konnte. Daraus zieht er m.E. falsche Schlüsse.

Für das, was die DDR leisten konnte, kann man viele Namen finden. M.E. den tatsächlichen Verhältnissen kommen zwei der tatsächlichen Zuordnung zu „Gesellschaftsformationen“ am nächsten: „Schaffung von Vorbedingungen, ein materielles Umfeld für den Aufbau des Sozialismus“ oder einfacher „revolutionärer Übergang“ … allerdings ein bis zum Scheitern / zur Konterrevolution immer stärker abgebremster.

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