Geld, Zins, Finanzen, Kapital (3)

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Nun ist das logische Problem, dass zwar nur diejenigen, die unmittelbar die vergegenständlichte Arbeit für die Zukunft produzieren, diese „schaffen“, aber sie dafür eben eines geeigneten Umfeldes bedürfen. Also auch indirekte Effekte bewirken eine solche starke Zukunftswirtschaft. Was nutzt der beste Maschinenbauer, wenn er bei der kleinsten Erkrankung u.U. auf Dauer ausfällt. Also das Krankenhaus von heute schafft das Wohlfühlumfeld, mit dem die Produktion der Zukunftswirtschaft erst abgesichert wird. Dies kann nich der einzelne Maschinenbau-Kapitalist umsetzen sondern nur die Gesellschaft als Ganzes als eine Art Unfall- und Lebensversicherung mit breit gestreuter Risikoabsicherung. Sprich: Ein Sparprogramm im „öffentlichen Dienst“ kann zwar in Runde 1 Ausgabeneinsparungen und einen ausgeglicheneren Haushalt bewirken, sie verzichtet aber langfristig auf den gesellschaftlichen Profit, um dessentwegen Kapitalisten überhaupt erst anfangen zu handeln. Sinnvoll ist dies eigentlich nur aus dem Blickwinkel eines Stärkeren, der zumindest mittelfristig die lästige Konkurrenz ausschaltet.

Die Unterscheidung zwischen produktiven und konsumtiven Investitionen ist von der gesellschaftlichen Produktionsweise an sich unabhängig. Seine praktischen Konsequenzen sind nur unterschiedlich. In einer Gesellschaft mit vorherrschendem gesellschaftlichen Eigentum tritt die Katastrophe schneller ein, wenn der Anteil der produktiven Investitionen für einen längeren Zeitraum nicht hoch ist. Die Wirtschaft erweckt bald einen „maroden“ Eindruck, weil der Hauptteil des Produzierten sofort wegkonsumiert wird. Bei gesellschaftlichem Eigentum schwindet der Krediteffekt.

Geld und Kredit sind beides Versprechen. Geld ist das Versprechen, eine definierte Menge Waren zu einem beliebigen Zeitraum gegen Waren einzutauschen, sofort oder zu einem beliebigen Zeitpunkt. Ein Kredit verschiebt diese Eintauschbeziehung mindestens zeitlich.

Nun kann man normalerweise Versprechen nur anderen geben. Das ist in der Privatwirtschaft gegeben. Gegebenenfalls sichert sich der Kreditgeber noch speziell ab, dass er sein Kapital mit Zins auch wiederbekommt, aber eigentlich ist es nicht mehr seine Sache, sondern Sache dessen, der das Geld bekommen hat.

 

In der sozialistischen Wirtschaft wird nur eine Buchungsgröße von einem Teil des Körpers zum anderen geschoben. Es gibt den Ausweg, sich in den Kapitalismus zu integrieren und zu kapitalistischen Bedingungen sich kapitalistischen Kredit zu beschaffen. Damit muss man zumindest in Grenzen auf die Systemsteuerungsmöglichkeit, die das gemeinschaftliche Eigentum natürlicherweise bietet, verzichtet. Man kann aber auch sich selbst in die Tasche lügen, indem man unterstellt, dass es ja privates Eigentum inform des persönlichen Eigentums der Bürger gibt. Also z. B. das Sparguthaben der Bürger. Richtig ist, dass wenn dies mit Zins auf der Bank / Sparkasse liegt, es ein Kredit ist, den jeder dieser Bürger dem Bankbesitzer Staat gibt. Das ähnelt sogar äußerlich den Verhältnissen im echten Kapitalismus.

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