"Glück durch Kommunismus" - erste Gedanken (2)

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... Nun bin ich sicher einer von jener großen Zahl Menschen, denen man nicht (mehr) zumuten kann, mit „Revolution!“-Gebrüll auf den Lippen und der Maschinenpistole in den Armen loszulaufen, die Welt zu retten. Dabei ist gleichgültig, ob dabei als Ergebnis ein Plätzchen im Hochsicherheitsknast oder in der Klapsmühle herauskommt. Wer macht sich schon gern lächerlich.

Es ist mein Schicksal. Es höre es noch ganz deutlich, wie mir einmal jemand sagte: “Wir brauchen Macher!“ und ich bin keiner. Ich kann nur tun, was ICH tun kann. In meinem Fall ist das hoffentlich das Schreiben von Büchern. Also eben meiner Bücher. Eigentlich wäre eine Kernfrage so fast beantwortet:

Wir wären weiter, wenn jeder wirklich das täte, was er kann, um unseren Planeten zu einer lebenswerteren Welt zu machen. Und da geht wirklich viel.

Ich schlage dabei eine bestimmte Reihenfolge vor, nicht weil sie die philosophisch oder aus anderen Gründen die einzig richtige wäre, sondern weil sie mir als die am vernünftigsten machbare erscheint.

Auf die Gefahr hin, von dogmatischen „Marxisten“ verdammt zu werden, schlage ich als Schritt 1 jedem Interessierten vor, mit sich selbst und den ihm persönlich am nächsten stehenden Menschen einig zu werden über das Ideal, das es anzustreben gilt. Ich habe das für mich bereits in „Gemeinschaft der Glückssüchtigen“ angesprochen, will es hier aber noch einmal konzentriert zusammenfassen:

 

  1. Jeder Mensch darf auf seine, andere Menschen nicht schädigende Weise leben.

  2. Jedem Menschen kommt in der Summe seiner höchstmöglichen Lebenszeit ein Höchstmaß an selbst empfundener Gesundheit zu.

  3. Jedem Menschen stehen Bedingungen zu, unter denen er sich vielseitig entwickelt als – wie alle anderen auch – einmaligen, besonders geachteten und anerkanntes Mitglied einer kreativen Gemeinschaft erkennen kann.

  4. Allen Menschen steht eine Umwelt zu, die reichhaltig ist in ihren Formen und dauerhaft in einer harmonischen Existenz – in Gegenwart und Zukunft.

     

Eine Gesellschaft, die es schafft, diese vier Grundsätze für jeden einzelnen Menschen praktisch zu gewährleisten, sollte angestrebt werden.

Ist es das?

Sind das die Zielstellungen, die die Gesellschaft, in der wir leben wollen, anstreben sollte?

Darüber sollten wir uns verständigt haben, am besten darin einig sein. Denn dann können wir uns darüber verständigen, ob es eine solche Gemeinschaft überhaupt geben KANN, also zum Beispiel die These „Der Mensch ist eben, wie er ist. Mit dem ist DAS nicht zu machen.“

Immerhin kann man solche Vorbehalte auch zurückstellen. So wie in der praktischen Physik: Das totale Vakuum gibt es nicht, ist eine Feststellung, die ja nicht die Forschung blockieren muss, was zu tun wäre, um ihm so nahe wie möglich zu kommen . Wenn man das will.

So schlage ich unseren Ansatz vor. Wenn wir unsere „ideale Gesellschaft“ definiert hätten, können wir nach Merkmale einer Gesellschaft fragen, die sie befähigten, diese Aufgaben am besten zu erfüllen. (Dass keine Gesellschaftsform diesen Ansprüchen uneingeschränkt entsprechen kann, sollte selbstverständlich sein. Aber kein Fahrzeug kann einem Ziel näher kommen, dass es nicht ansteuert.)

Und wenn wir klare Vorstellungen haben, wo wir sind und wohin wir wollen, stellt sich die Frage, wie wir von dem einen „Punkt“ zum anderen kommen. Da ich die Zielgesellschaft in „Gemeinschaft der Glückssüchtigen“ schon umrissen habe, ist die letzte Frage im Folgenden „Hauptgegenstand“ - möglichst verständlich formuliert. ...

 

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Veröffentlicht in Zukunft denken

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