"Glück durch Kommunismus" - erste Gedanken (5)

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Auf der anderen Seite wird dieser Egoismus beeinflusst durch das Verhältnis zwischen objektivem Umfang von vorhandenen Bedürfnissen und dem gefühlten Grad der Bedürfnisbefriedigung.

Es ist also etwas Anderes, wenn man erlebt, wie „alle“ mit dem Hunger ringen oder ob man selbst hungert, während „der Nachbar“ prasst.

Aber auch, wenn alle elementaren Bedürfnisse erfüllt sind, verändert sich der gefühlte Grad der Bedürfnisbefriedigung in Abhängigkeit von den Menschen, die man als Vergleich heranziehen kann. Dabei ist auch der Maßstab wichtig, den die Gesellschaft an die Art der zu befriedigenden Bedürfnisse anlegt. Man kann sich natürlich über eine „Konsumgesellschaft“ aufregen. Es ist aber müßig und eigentlich nur für konservative Kirchgänger ein Predigtthema. Praktisch erwächst diese „Konsumgesellschaft“ aus dem allgemein anerkannten Maßstab, sich für Geld etwas leisten zu können, sich also für viel Geld viel leisten zu können. Oder umgekehrt: Die Bedeutung des Besitzes eines Gutes erwächst bei dem Besitzer wie beim Nichtbesitzer aus dem Faktum, dass es eben auch Nichtbesitzer gibt / geben muss.

Ich will ja nicht bestreiten, dass auch eine Sachfunktion eine Rolle spielt, also dass man mit einem Handy eben mobil telefonieren und gegebenenfalls fotografieren oder filmen kann. Dafür aber müsste es eben kein Markenhandy sein.

Das Mantafahrerhirn, das den dicken Schlitten vorführt als virtuelle Penisverlängerung des Ich-kriege-alle-rum-Mannes, beruht eben auf dem Wissen, dass „die Anderen“ nicht können, was es kann. So fällt nicht so auf, dass Karl Protz die Zeichenketten in einem Buch kaum zu entschlüsseln vermag, weshalb er auch doof findet, wenn jemand lesen kann.

 

Könnte sich jeder den großen Wagen leisten, bekäme automatisch die Lesefähigkeit des Fahrers einen anderen (höheren) Rang. Das sich im Moment eben nur wenige einen Sportwagen leisten können, mag man wegen des Protzgehabes zwar die Nase rümpfen, aber der Mann kann es sich eben leisten.  

 

(vergleiche auch ...)

Veröffentlicht in Zukunft denken

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