"Glück durch Kommunismus" - erste Gedanken (6)

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Wenn die Naturbedingungen keine Sättigung aller Gruppenmitglieder zulassen, ergeben sich eigene Bedingungen: Einerseits kann es solidarisches und kooperatives Verhalten als überlebensnotwendig fördern.

Ein großes Tier erjagt die Gruppe nur als Gruppe erfolgreich, die Beute kann aber auch nur die Gruppe als Ganzes auskosten. Relikte der Grundhaltung der auf diese Weise armen Menschen findet man noch in der Gastfreundschaft „natürlicher lebender Gruppen“.

Auf der anderen Seite erwächst aus diesem potentiell allgegenwärtigen Hunger auch der Drang einzelner Individuen, sich aus dieser Fessel zu befreien, Bedingungen zu erreichen, unter denen sie dauerhaft „satt“ wären – auch wenn es die anderen nicht sind, ja, notfalls auch dadurch, dass es die anderen nicht sind.

Beides sind natürliche, im Sinne des Selbsterhaltungstriebs vernünftige Verhaltensweisen der einzelnen. Ja, sie beide auszuprobieren liegt sogar im Interesse der „Arterhaltung“. Durch die „Sättigung“ eines Teils der Gruppe wird der Kopf dieser Einzelpersonen frei ist für geistigen Fortschritt.

Das macht ja das Denken und Verstehen so schwer: Etwas, was unter Umständen „unmoralisch“ wirkt, ist praktisch für die Menschheit positiv, weil nur so für einige Menschen die Fessel des „Nächstliegenden“ gesprengt wurde.

Wieder müssen wir aufpassen: Das, was eben gerade zu bejahen war, wird früher oder später zur Dekadenz. Ohne in den Topf des Marxismus zu greifen, nennen wir es „Verselbständigung“. Die Kopfarbeiter des alten Ägypten nutzten ihre Zeit außer zu viel Brimborium eben auch zum Finden der Zusammenhänge und Voraussage, wann der Nil den Acker fruchtbar macht und sie organisierten das Anlegen von Reserven für Notlagen. Die späten alten Römer verabscheuten Arbeit wie die späten Adligen. Sie beanspruchten Privilegien ohne Leistung, reduzierten ihren Denkhorizont wieder allein auf sich. Wenn dieser Niedergang auf der einen Seite mit der Potenz zur Veränderung auf der anderen einhergeht, kann es zu einer Veränderung kommen.

Die wichtigste Potenz zur Veränderung sind Fortschritte der „Produktivkräfte“, die den Rahmen der (Produktions- / Eigentums-)Verhältnisse sprengen wollen. Wenn also ein „Unternehmer“ (der „Kapitalist“), das Zeug dazu hat, mit von ihm beschäftigten Arbeitern mehr Erzeugnisse auf den „Weltmarkt“ zu werfen als die vorigen Meister, dann muss er Rahmenbedingungen anstreben, unter denen ihm diese Erzeugnisse auch Profit einbringen.

 

Die andere Schranke ist ein anderer „Hunger“. Wenn nämlich die vorhandene arbeitende Technik mehr produzieren kann und produziert, als weltweit die Menschen zur Befriedigung aller ihrer wesentlichen Bedürfnisse brauchten. Wenn also nur noch „Hunger“ künstlich produziert wird, damit Menschen in ihren Arbeitsbahnen bleiben. Hier ist sowohl der echte Hunger gemeint, an dem täglich weltweit Millionen Menschen leiden und sterben, aber auch der Konsumismus, dass Leuten eingeredet wird, was sie angeblich alles erwerben müssen, damit die, die das verkaufen wollen, ihren Profit damit machen können. Beide Formen darf man „Armut“ nennen. Dann muss aber eben etwas passieren.

 

(siehe auch ...)

Veröffentlicht in Zukunft denken

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