"Glück durch Kommunismus" - erste Gedanken (7)

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Aber schwer wiegen die Fragen des egoistisch machenden Eigentums erst durch die Macht, die es dem Eigentümer verleiht. Richtiger: Von Übel wird dieses Eigentum erst ab dem Moment, an dem es Macht verleiht.

Es gibt nichts, was von vornherein ausschließlich gut oder schlecht ist. An der Stelle versucht die christliche Moral etwas für simple Gehirne zu versinnbildlichen, wenn sie eben Gott, dem als „gut“ gesetzten Schöpfer, ein grundsätzlich Böses in Gestalt des Teufels gegenüber stellt. Goethe kommt da der Wirklichkeit näher, indem er seinem Teufel in den Mund legt, dass er zwar das Böse wolle, doch das Gute schaffe. Er hätte es auch umgekehrt sagen können.

Ständen wir alle auf einer Ebene und jeder hätte von allem gleich viel (wie langweilig), so könnte niemand – nur als Beispiel – einen Politiker im engsten Sinn des Wortes KAUFEN. Verfügt aber ein Teil der Menschheit über eine in Geld messbare Macht von Hunderten Millionen, so kann und wird sie dies sehr wohl tun. Genau wie sie ein wissenschaftliches Institut finanzieren kann und wird, das Begründungen formuliert, die die Tätigkeit des Geldgebers als Lösung aller Menschheitsprobleme erscheinen lässt. Oder eben Zweifler an der Gentechnik oder Mahner vor der Umweltzerstörung als in ihrer geistigen Weltsicht beschränkte Schwarzseher, Einzelgänger usw. diffamieren. Wenigstens den Eindruck erwecken, man könne es so, aber eben auch anders sehen (und wenn schwarz auch rot, gelb, blau oder weiß sein kann … wer weiß dann noch, dass es wirklich schwarz ist).

Und so, wie dies auf der Ebene von Wissenschaft und praktischer Entscheidung erfolgen kann, so vermag ausreichend geballte Macht auch die eigene Meinung wie eine allgemeingültige zu verbreiten. Da die Zeitungen keine reinen Informationsmittel sein können, mit deren Informationen Geld zu verdienen wäre, „gehören“ sie auf verschiedene Weise der Macht. Das kann durch tatsächliche Eigentumsverhältnisse geschehen, das kann dadurch geschehen, dass man lukrative Anzeigen eben nur schaltet, wenn die Zeitung mit ihren Artikeln dem Anzeigenschalter freundliche Artikel bringt (bzw. keine unfreundlichen bringt), das kann durch „Förderung“ bestimmter journalistischer Aufgaben einzelner Journalisten erfolgen … Die Möglichkeiten sind vielfältig. Man kann sich manche kaum vorstellen, aber man kann sich leicht vorstellen, dass jemand, der über eine „Kriegskasse“ von zweitausend Millionen Dollar verfügt, locker zwanzig Millionen aufbringen kann, um freundliche Stimmung im engeren und weiteren Sinn für die eigenen Vorhaben zu verbreiten. Wer eben „nur“ diese zwanzig Millionen insgesamt hat, kann dies nicht – oder nur in seiner Größenordnung … und die überhaupt keine Millionen haben sollen nur glauben.

Jemanden „kaufen“ kann viele Dimensionen haben. Das kann man wörtlich nehmen, das kann Formen annehmen, die man – weil sie so offen sichtbar sind – verbieten kann, das kann auch extrem einfach sein. Man stelle sich den klugen Kopf aus ärmlichen Verhältnissen vor, der ein privates Stipendium erhält. Klammern wir aus, dass er dafür direkt etwas machen muss …, wer würde sich an Stelle dieses Mannes nicht moralisch gebunden fühlen, demjenigen nicht zu schaden, der ihm eine Chance gab? Das wäre doch schon eine Frage des Anstands!

Das muss also nicht böse und vordergründig gemeint sein. Eine Stiftung, die für Chancenausgleich sorgt …, sorgt praktisch für die Einbindung von „wichtigen Köpfen“ in vorgegebene Machtverhältnisse.

 

Sprich: Jede Veränderung der Weltentwicklung zu Neuem und Besseren muss mit dem Schnitt der alten Machtmittel verbunden sein. Ob man diesen Vorgang nun „Vergesellschaftung“, „Enteignung“, „progressive Einkommen- / Vermögens-/ Erbschaftssteuer“ oder anders nennt, ist nur eine Frage der Propaganda der Zeit und der Weltlage.  

 

 

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