Grünbuch Kommunismus - Teil 2 zu "Gemeinschaft der Glückssüchtigen" - Erstideen (2)

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... Das Denken kann einem nämlich im konkreten Fall niemand abnehmen.

Ja, es gibt sogar einen Ratgeber, wie man einen absolut sicheren Bestseller schreibt. Wäre er, was er verspricht, gäbe es jedes Jahr Millionen neue Bestseller auf dem Buchmarkt. Sie ahnen die ersten beiden Haken? Richtig: Der erste wäre der rein mathematische. Da die Zahl der verkaufbaren Bücher sich nicht so leicht vervielfachen lässt, müssten sich die Millionen die vorhandenen Kunden teilen und wären damit „automatisch“ keine Bestseller mehr. Der zweite ist ein inhaltlich-logischer. Der Autor des Ratgebers beschreibt bestimmte zum Beispiel bestimmte Techniken, mit welchen Tricks ein Text spannender wirkt. Wenn jährlich millionenfach dieselben Tricks in allen Büchern angewendet würden, würden die Bücher genau dadurch langweilig, weil jeder erfahrene Leser ihnen in jedem Buch begegnete. Das Bestsellerschema führte letztlich dazu, dass man bei Roman 10 nach der 30. Seite die Auflösung voraussagen könnte. Das mag bei Leserinnen von Arztromanen funktionieren, für die es schon etwas Neues ist, dass im ersten Roman der Chefarzt der blonden und im zweiten der stellvertretende Chefarzt der rothaarigen Stationsschwester verfällt, während die Lernschwester … Lassen wir das lieber. Also wer sich zu sehr an äußerlichen Kleinigkeiten festhält, merkt das Schema nicht. Dann sind die Romane aber vorsätzlich auf Leser-Dummheit ausgerichtet. (Natürlich gibt es die zuhauf.)

Der dritte Problemkreis überwiegt aber meist: Die Leser des Ratgebers verstehen das Beschriebene entweder nicht oder nicht ganz oder sie können es nicht anwenden oder sie lesen es so, wie sie es verstehen, deuten also das, was sie verstehen wollen, in den Rat hinein.

 

Ja … und damit sind wir beim Thema. Das Hauptproblem sehe ich nämlich in dem Bestreben vieler Menschen, die sich als „Marxisten“ verstehen, den Marxismus wie einen solchen Ratgeber aufzufassen. Dabei bleiben sie an verschiedenen Punkten hängen. Denn was ist eigentlich „Marxismus“? Schon das ist ja eine vorweggenommene Wertung: Für den Nichtmarxisten eine Ansammlung von Krankheitskeimen, gegen die Infizierte zu behandeln sind und man selbst geeignete Schutzkleidung angelegt haben sollte, für den „Marxisten“ das, was er Positives darüber gehört hat. Meist haben beide eines miteinander gemein: Sie verwenden Wiedergekäutes weiter. So in der Art, ich erkläre nachfolgend möglichst griffig, was „Marxismus“ ist und wer das suchend liest, freut sich nachher, dass er es nun weiß. Dabei hat er dann nur das geschluckt, was ich meine, was man unter dem Begriff verstehen könnte.

Es ist aber genauso wenig hilfreich, alle 40 Bände aufmerksam zu „lesen“, die von Marx und Engels überliefert sind. Dabei könnte man einer Technik bürgerlicher Meinungsmanipulation zum Opfer fallen: Man wurde mit unterschiedlich bedeutsamen Informationen regelrecht überschüttet … und hat sofort 90 Prozent davon wieder vergessen. Ob unser Gedächtnis das Richtige aussortiert hat, entschieden Zufälle.

 

Eine vernünftigem Denken entgegenkommendere Variante wäre Lenins Schrift „Drei Quellen und Bestandteile des Marxismus“. ...

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