Hellersdorf: Refugees welcome

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Dem RBB war es zumindest eine Notiz wert (http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2013/10/demo-gegen-rassismus-in-hellersdorf.html). Die genannten Zahlen von über 600 oder 1000 sollten Mit Betonung des ÜBER gelesen werden. Ein peinliches Häufchen war das nicht, was da im weiten Bogen um das strittige Asylbewerberheim gelotst worden ist.

Viele Eindrücke: Die Stimmung seitens der Teilnehmer war entspannt, locker, freundlich, wahrhaft weltoffen. Zwischenduch schoss mir durch den Kopf, dass durch die häufig wiederholten Sprechchöre wie "Rassismus aus den Köpfen!" natürlich kein befallener Kopf vom Virus des Rassismus befreit werden könnte aber es machte Spaß, den Beteiligten verbesserte es die Stimmung - und das ist ein Wert für sich. Wenn etwas beschämend genannt werden konnte, so war dies das Engagement der Linken Hellersdorfs, also der nicht mehr jugendlichen. der Gesamteindruck war sehr bunt, weniger bedrohlich als schwarzer Block in Szene gesetzt ... aber man hatte den Eindruck, es wäre überwiegend ein Anliegen von sich in Menschlichkeit trainierenden Jugendlichen, Aufmerksamkeit auf Flüchtlinge als Menschen ohne eigene politische Lobby zu richten. Es spricht erst einmal für diese Jugendlichen, ihr Engagement für Schwache so zu pflegen.

Von einigen kleinen Komplikationen am Startplatz am Cecilienplatz abgesehen schien diese entspannte Stimmung auch von einer nicht auf Eskalation ausgerichteten Haltung der Polizei flankiert zu werden. Die Überfallkommandos leuerten erst am Alice-Salomon-Platz, dem Endpunkt dieser antirassistischen Wanderung. Sechs angebliche Straftäter wurden aus der Menge rausgegriffen, zumindest ein Polizeifahrzeug fuhr direkt in / durch die Menge, gewaltbereite Staatsdiener probten die Verwandlung des zentralen Hellersdorfer Platzes in ein Kampfplatz. Logisch, dass die Stimmung der friedlichen jungen Weltbürger vorübergehend umschlug. Meines Erachten kam es aber seitens der Demonstrnaten zu keinerlei zurecht als strafbar interpretierbaren Handlungen.

Immerhin erlebten einige Hundert den Tag der deutschen Dingsbums in den heimischen vier Wänden Begehende eine Premiere: Zum ersten Mal in ihrem Leben erlebten sie vom Balkon aus den Zug bunter Lebendfreude. Und von denen schien die Mehrzahl nicht für den Spruch "Haut ab!" zu sein. Dieses Privileg sicherte sich am Schluss die Polizei. Einen "Erfolg" konnte sie sich immerhin auf die Fahnen schreiben: Die Demo löste sich schhnell auf.

Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal Schreibzeug mitbringen, um die Sprechchöre, Transi-Texte, selbst kreierten Botschaften einiger Teilnehmer usw. zu sammeln. Überwiegend waren sie kreativ und vernünftig und bei dieser Veranstaltung auch sehr international. 

Ein Sprechchor, der sich an besonders spießig wirkende Zuschauer richtete, sollte Hoffnung sein: "Eure Kinder werden so wie wir!" Da kann man nur sagen HOFFENTLICH!

 

weniger schöne "Randmeldungen: Am Tag der deutschen Einheit sterben 350 Menschen an der unsichtbaren Mauer der EU und sie ersaufen jämmerlich im Mittelmeeer vor Lampedusa, weil sie lediglich Freizügigkeit erlangen wollten, die die Festung Europa unter deutscher Vorherrschaft den Menschen jenseits der undsichtbaren Mauer verweigert.


Zynischer Welse fordert Bundespräsident Gauck eine größere Rolle des Landes in der Welt.

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