"Komodo" - Hebamme Geschichte (4)

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Noch bestand aber Grund zur Hoffnung: Die Bolschewiki standen an ihrem Platz, erfüllten ihre Pflicht, andere Parteien standen an anderen, um dort die ihre zu erfüllen. Eine besondere Rolle kam dabei Deutschland zu. Hier waren die weltgrößten Potenzen der inneren Wirtschaftskraft konzentriert. Die Weltmacht Nummer eins, England, war durch die Ausbeutung ihrer Kolonialwelt eher ein „Rentnerstaat“, in dem den Bewohnern mehr Almosen zur Beruhigung zugeworfen werden konnten.

Sowohl der relative Sieg der russischen Oktoberrevolution als auch die Niederlage aller den bürgerlichen Horizont übersteigenden Kräfte in der deutschen Novemberrevolution hatten konkrete Gründe, beide Ergebnisse waren für sich genommen aber nicht so zwingend notwendig, wie beispielsweise der „Ausbruch“ des Weltkriegs. Bei dem war nur der Anlass, also das Datum des Beginns Zufall. Dass – um nur ein Beispiel zu nennen – die Kommunistische Partei Deutschlands nicht schon am 30.12.1917 gegründet wurde, war kein Sachverhalt, den Lenin im April 1917 hätte berücksichtigen können.

Also spielen wir einmal das unwissenschaftliche Was-wäre-gewesen-wenn-Spiel und stellen Überlegungen an, was sich wahrscheinlich beim Sieg einer sozialistischen deutschen Novemberevolution für die Welt alles verändert hätte.

 

Also, ich glaube ganz sicher, dass der Interventions- und Bürgerkrieg gegen das junge Sowjetrussland anders verlaufen, er zum Beispiel mit weniger weißem Terror und damit weniger rotem Gegenterror zu Ende gegangen wäre.

Sicher hätte auch der „Versailler Vertrag“ und seine Umsetzung anders ausgesehen.

Sicher ist drittens, dass eine richtige Volksmacht zum Aufbau des Sozialismus die Entwicklung des Faschismus in Deutschland verhindert hätte.

Für fast sicher halte ich auch, dass es den Weltkrieg Nummer 2 nicht in der uns bekannten Art gegeben hätte (mit der deutschen Kriegsschuld).

Dazu kämen die wahrscheinlich positiveren Entwicklungen in anderen europäischen Ländern. Ich denke da unter anderem an das Schicksal der ungarischen Räterepublik oder die italienische Entwicklung zum ersten „Faschismus an der Macht“. Da ließe sich viel spekulieren.

 

 

Inzwischen habe ich das Manuskript von "Komodo - Kommunismus ohne Dogmen"also überarbeitet. Mit etwas Glück ist dies die vorletzte Fassung vor der endgültigen Veröffentlichung. Einige Passagen eignen sich nicht zur Präsentation in einem Blog. Die habe ich ausgelassen. Das ganze Kapitel, allerdings ebenfalls gekürzt, kann man hier nachlesen. Ich hoffe auf Daumendrücker ....

 

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