Man muss gelegentlich auch siegen

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Die "junge Welt" widmet heute gleich zwei Beiträge den Kämpfen der chilenischen Jugend um eine umfassende Bildungsreform. Einmal ein Artikel auf der Auslandsdoppelseite (nur per Online-Abo oder in der Printausgabe) und ein Interview. Das hat mehrere Gründe: Zum einen ist es den chilenischen Jugendlichen gelungen, ihr "Einzelinteresse" mit der Gesamtentwicklung der Gesellschaft zu verknüpfen, es also als "Klassenkampf" zu erkennen. Zweitens Ist die Mobilisierungsausdauer beeindruckend.  Drittens stehen offenbar die normalen Bürger auf Seiten der Protestierenden.

Nun fehlt eben viertens noch: Im Moment ist auch die Regierungsseite nicht bereit, die grundsätzlichen Forderungen zu erfüllen. Anstatt dessen versucht man durch etwas Kosmetik dem Protest die Breite zu nehmen.

An der Überlegung der chilenischen Regierung ist etwas dran, was sich auf alle großen Auseinandersetzungen ausdehnen lässt und dessen Bedeutung sich in der "Stuttgart 21"-Abstimmung widerspiegelt: Wenn der schnelle Erfolg ausbleibt, lockern sich die Reihen. Es muss sich also zeigen, ob erstmals ein Jugendprotest zu echter gesellschaftlicher Bewegung führt. Wenn ja, setzte dies Zeichen im Klassenkampf .... 

Veröffentlicht in Venezuela u.a.

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