Messi löste gerade Gerd Müller als Fußball-Torschützenkönig ab ...

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Man kann schon nicht mehr Jugendlicher sein, wenn man noch Gerd Müller kennt. Trotzdem könnte er Statistik-Freaks ein Begriff geblieben sein. Er führte über Jahrzehnte die Torschützen-Liste an ... in der Welt die, nicht die in Bayern.

Ich schaue inzwischen nicht mehr Fußball. Seinerzeit faszinierte mich jener Sonderfall Müller. Normalerweise gibt es nur ein herausgehobenes Individuum im Mannschaftssport Fußball: den Torwart. 

Aber so einer wie der Müller war trotzdem etwas Faszinierendes. Eigentlich war er ein schlechter "Stürmer" oder Spieler. Figürlich nicht ideal, man erwartete von ihm keine Superlaufleistungen oder so. Bei Fernsehübertragungen, wo die Kamera dem Ball folgte, war er nicht sonderlich oft im Bild. Aber ... Man hätte denken können, er lauerte stundenlang in Abseitsposition vorn auf seinen Auftritt. Wenn es nämlich ernst wurde, also ums Tor ging, da war er plötzlich da, bot sich zum Zuspiel an und vergab seine Chancen selten, es lohnte sich also, ihn anzuspielen, obwohl jede gegnerische Mannschaft gewarnt war und ihn eigentlich besonders bewachte. Eine Mannschaft aus lauter Müllers wäre sang- und klanglos untergegangen, eine Mannschaft mit DEM Gerd Müller war kaum zu schlagen.

Was hat das mit einem politischen Blog zu tun?

Vom Gegner gepflegt geistert auch in den eigenen Reihen noch immer eine makabre Vorstellung vom Kommunismus herum: Die Gemeinschaft der Gleichen marschiert im Gleichschritt (ode Parade- / Stechschritt) liniengenau aneinande ausgerichtet vorwärts. Eine Katastrophe!!! Der Kommunismus, den wir aufbauen müssen, muss eine Gemeinschaft von Individuen sein, die nach ihren Besonderheiten leben können. Jeder gibt das, was er am besten kann. Eben, weil ihm das natürlich auch am meisten Spaß macht. Klar, DER Gerd Müller hat natürlich nicht Nein geschrien, wenn es ums Verdienen von Millionen ging. Aber in einer Welt, in der es nirgendwo Millionen zu verdienen gäbe, wäre er auch DER Gerd Müller geworden, so nehme ich zumindest an, weil seine talentgestützten Auftritte des Erfolgs wegen so etwas wie einen Glücksrausch erzeugten.

In der DDR ist das schon nicht zu 100 % verkannt worden. Ein Manfred von Ardenne bekam eben sein Institut.

Im Kommunismus wird es schwieriger werden besonders weit herauszuragen. Aber es gibt natürlich für die Menschheit weniger schädliche Anerkennungen als sich in Kapital verwandelndes Geld. 

Übrigens konnten sehr viele Fußballer mit dem "verdienten" Geld nichts Vernünftiges anfangen. Die vielen Schicksale, wo sie schlicht abgezockt worden sind, weil sie eine gewisse Gutgläubigkeit bewahrt hatten, könnte auch als Argument für einen anderen Mechanismus des Miteinander-Umgehens heranziehen ...

Veröffentlicht in unsere Epoche

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