Möchtet ihr diese "Mitte" sein?

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Die gestrige "junge Welt" brachte titelseitig einen Extremisten-Artikel über einen geistigenTiefflug der Bundesanstalt für politische Bildung. Man hätte den abtun können mit der Grundaussage: Das ist "Klassenkampf" der herrschenden Klasse, wenn auch einer in dumpfester Form. Aber er war eben so dumpf, dass die Jungs ihre steuerfinanzierte Schmiererei selbst aus dem Netz entfernt haben. (»Die Linken fackeln Luxuskarossen ab, und die Rechten kontern mit den sogenannten Dönermorden.« Zitat aus dem Video der Bundeszentrale für politische Bildung  »Ahnungslos – was ist Extremismus?« )

Sicher ist die Sprachkonstruktion mit dem "Kontern" ein Ausrutscher. Aber der Gedankengang als solche ist zweifelsfrei so gewollt.

Mich erschreckt aber etwas Anderes - und ich wäre gespannt, wie das in den Köpfen der Jugendlichen ankommt. Schauen wir uns die Grafik an:

 

http://www.jungewelt.de/serveImage.php?id=41459&ext=.jpg

 

Als erstes fiel mir die beabsichtigte Ähnlichkeit vin "Links- und Rechtsextremisten" auf. Das ist aber eine praktische Erfahrung, dass gerade seitens der Rechten linke Symbolik nachgeamt wird. Aber die beiden Typen stehen für sich. In der "Mitte" jedoch stehen militärisch exakt die Ordentlichen, die Merkmalslosen, die Glibberschwiegersöhne der gehobenen Mittelschicht, die bedingungslosen zu allem Jasager. Ist den Produzenten aufgefallen, wie faschistisch das ist? Es sagt schon etwas, dass auf Weiblichkeit verzichtet wurde. Die totale Konformität als Idealbild für die Jugend? Maos Drillich-Anzüge hatten ja wenigstens einen praktischen Sinn: Die Armen wurden "ordentlich gekleidet". Hie ist das Negative des Maoismus, nämlich die vorsätzliche Leugnung allen Individuellens, zum Leitbild der freien (?!) Marktwirtschaft (!) gemacht. Nur wenn du durch nichts aus der Masse abstichst, kannst du was werden! Man muss bedenken, dieses Machwerk zielt auf das Unterbewusstsein und auf das Bewusstsein junger Menschen zugleich.  Bisher nahm die FDGO für sich in Anspruch, dass keiner "gleichgeschaltet" würde, dass dies ein Merkmal des "Kommunismus" wäre. Hier wird dieses Ziel - unabhänig davon, wann es wo wie eingelöst wurde - als Ziel aufgegeben. "Extremismus" als Schreckgespenst machts möglich.

Sind wir an dem Punkt, an dem Kommunisten die BÜRGERLICHEN (!) Freiheiten verteidigen müssen ... und keine mekt es, alles lässt sich verdumpft gleichschalten? Wie sagte Brecht: Wehret den Anfängen!

Veröffentlicht in Taktik des Gegners

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