Mut einer Tageszeitung

Veröffentlicht auf

Die "Junge Welt" ist eine Tageszeitung mit mehreren unterschiedlich stark ausgeprägten Alleinstellungsmerkalen, was weniger verschraubt politikerdeutsch gesprochen heißt, dass man in ihr Dinge lesen kann, die man in anderen Zeitungen nicht oder zumindest nicht so zu lesen bekommt. Zum Jahresende 2012 hat sie allerdings eine besondere Leistung vollbracht.

Erkläre jemandem, der das Blatt nicht kennt, warum gerade die, vor allem bei einem, der Papierzeitungen sowieso für überholt hält. Ein Argument, das für mich von besonderer Bedeutung ist, ist bei jW die Doppelseite 10/11. Hier wird der Rahmen einer Tageszeitung gesprengt und der Anspruch von Postillen wie "Spiegel" und "Stern" wird eingelöst - allerdings mit weniger "Sensationslüsternheit". Man liest also zu verschiedensten Themen Hintergrundinformationen, Zusammenhänge umfassender Art oder Analysen einzelner Wissenschaftler ... denen u.U. in einer Folgeausgabe von einem anderen widersprochen wird. Meist marxistisch, immer "links". Manchmal geht eine Debatte über mehrere Zeitungen. (Ich behaupte nicht, dass einem JEDER Beitrag gefallen muss.)

Zum Jahresende 2012 wird die eigene Tradition getoppt: Vier Tage Doppelseite mit progressiven Tendenzen der Religion ... dem Alten Testament, also dem Boden des Christentums, den Gedanken des jüdischen Glaubens. Eigentlich ist das Pflichtlektüre für denkende Köpfe.

Notfalls kann man es im Internet lesen (aber die Zeitung selbst zu abonnieren, hilft der Zeitung mehr und auch dem Leser):

IN DER SERIE UNTERDRÜCKUNG UND FREIHEIT IM ALTEN TESTAMENT:

Unterdrückung und Freiheit im Alten Testament

Gott als Name für den Weg aus der Unterdrückung des Menschen durch den Menschen

Veröffentlicht in Geschichte

Kommentiere diesen Post