Nagelprobe für den Marxismus (4)

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Zu dem Prozess sollte man sich Erfindungen wie 3D-Drucker noch hinzudenken. Sie sind ja keine Science Fiktion mehr. Sie würden also den Bedürfnisträger die Produktion benötigter Kleinteile mittels eines Universalgrundstoffs und herunterladbarer Software erlauben.

http://4.bp.blogspot.com/-tEpx8tnzDHQ/UXZDMUHCj4I/AAAAAAAAAVA/R_e5SzzUzxc/s390/GdG.JPGFür Wissenschaftler mag die Vorstellung, die Verhältnisse auf dem „Musikmarkt“ hätten Mustercharakter für die den Kommunismus erfordernden Produktivkräfte (wie in „Gemeinschaft de Glückssüchtigen“ näher ausgeführt), suspekt sein. Mir fiel als weniger vollständig ausgeprägtes Problem der Folgen der Warenform für geistiges Eigentum das Problem der Generika ein. Südafrika kalkulierte die Eigenproduktion eines Anti-Aids-Mittels mit einem Zehntel des Handelspreises, sofern die „Lizenzgebühr“ entfiele.  

 

Die digitalisierte Form ermöglichte den im Prinzip (!!!) kosten- / aufwandslosen „Transport“ aller geistigen Elemente des Bedürfnisbefriedigungsprozessen zum Nutzer. Es wäre nur ein einmaliger Aufwand weltweit zur Erarbeitung des geistigen Teilprodukts und seiner Digitalisierung erforderlich. Die „Endfertigung“ erfolgte durch den „Endnutzer“, der das konkrete Bedürfnis befriedigen will. Die verschiedenen Zwischenstufen, die inzwischen den Hauptteil des Preises eines Endproduktes ausmachen, die Aufwendungen für Werbung inbegriffen, fielen bei vielen Produkten ganz, bei noch mehr Produkten überwiegend weg.

Mit einem Schlag entfiele der Hauptteil aller Produktionsarbeit weltweit für alle in Frage kommenden Güter. Die Zeit wäre für Dienstleistungen direkt an Menschen gewonnen, die unter kapitalistischen Bedingungen nur „lohnend“ ist, wenn die Arbeitenden mit einer Vergütung unter „Wert“ abgespeist werden können.

Das Niveau der Produktivkräfte ermöglichte und erforderte bereits eine im absoluten Sinne „gesamtgesellschaftliche“ Zugängigkeit der neuen Potenzen, die kapitalistische „Verkehrsform“ existiert aber gerade dadurch, dass diese Zugängigkeit ausgeschlossen wird.

 

Mit diesen Potenzen löst sich übrigens scheinbar nebenher ein dialektisches Problem, dass Karl Marx bei der Konzeption zu seinem Hauptwerk „Das Kapital“ (hauptsächlich Band 1) zu umgehen versuchte. In diesem Grundlagenwerk der politischen Ökonomie geht Marx von der Existenz von Waren aus. Im Übergang von der Urgemeinschaftlichkeit des Schaffens von Gebrauchswerten zur Herstellung von Waren mit ihrem Doppelcharakter aus Gebrauchswert und dem primären Tauschwert, der aus der vergegenständlichten gesellschaftlich anerkannten abstrakten Arbeit versuchte er die sich entfaltenden Keime der in Geld und Kapital kulmulierenden Tauschwertigkeit nachzuweisen. ...

 

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