NRW: Nun sieht man klarer ...

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Langsam lüftet sich der Nebel. Die Frage ist, wie lange es dauert, bis sich allgemein Klarheit einstellt.

Deutschland braucht - wie die Welt - radikale gesellschaftliche Alternativen. Die müssen, um positiv zu sein, die Option "Kommunismus" im urmarxschen Sinn einschließen. Also weder die Praxis eines Josef Stalin darf für Linke eine Option sein noch die Selbstzerfleischung in solchen Diskussionen. Bauen wir einen Sozialismus auf, der wirklich eine gewalt- und herrschaftsfreie Gesellschaft vorbereitet.

Tendenzen hierzu gab und gibt es nicht nur in der marginalisierten kommunistischen Linken sondern auch in der "zentristischen" Partei Die Linke. 

Die Mittel des Kapitals dagegen waren von Anfang an vielfältig.  Da waren Bespitzelung und Verfolgung in eine Art und Weise, bei der das öffentliche "Stasi"-Gebrüll dazugehörte, aber eher unter die Volksweisheit einzuordnen war von "Was ich selbe denk und tu, trau ich auch den andern zu."

Also Mittel 2: Propaganda in allen Feinheitsgraden, Missbrauch der Kunst, Delegitimierung de DDR weit über wirkliche Schwächen hinaus, von der Verabsolutierung einzelner Erscheinungen ganz abgesehen.

Mitte 3: Der Klassiker. Einsatz von Spaltern. Gezielte mediale Aufpumpung von Anpasslern als "Realos", die de Gesamtpartei einen "sozialdemokratischen" Anstrich geben sollten. Natürlich nicht im Bebelschen Sinn sondern eben für eine Noske-Zörgiebel-Praxis (in "Weimarer" Zeiten "Sozialdemokraten, die aktiv die blutige Verfolgung systemkritischer Bewegungen handhabten).

Alles hat nicht den ehofften Erfolg gezeitigt.

Nun also die Piraten. Ich will die systemkritischen Potenzen innerhalb der Partei nicht wegreden. Der Kern der Auftritte der Parteivertreter richtet sich aber auf reine Formfragen, also wie Politik gemacht werden soll - nicht in welche Richtung. Alles hübsch. Der Fortschritt hat sich nie und wird sich nie durch die Wahl von Massen durchsetzen, die gesellschaftliche Verhältnisse schon vollständig verstanden haben und die wissen, wohin es gehen kann und muss. Die Mehrheit kann es immer erst einmal höchstens zur Erkenntnis eines "So geht es nicht weiter!" bringen. Das sind die, die beinahe zufällig die Systemalternative wählen, weil sie darin  ihren PROTEST ausgedrückt sehen. 

Mit den Wahlen in Schleswig-Holstein und NRW ist eines gelungen: Das kritische Protestpotential ist von der potentiellen Systemalternative erfolgreich getrennt worden. Die Systemalternative würde so "ausgetrocknet", weil sie letztlich auch die Propagandisten des unmittelbar Machbaren dem linken Spektrum entzieht. Die als, die meinen, mit "etwas mehr links" innerhalb der (jetzigen!!!) SPD (!!!) etwas erreicht zu haben.

So wird Deutschland zum schlimmsten Ort des Alten, Reaktionären. Armes Deutschland. Zumindest Ideen des Fortschritts sind einstmals hierher gekommen. Sollte nun auch das Geschichte sein? Sollen wir warten, in welchem anderen Land der Untergang de Menschheit vehindert wird?

Es wäre traurig, wenn ausgerechnet die Piraten, die als Reaktion auf fortschrittliche Produktivkraftpotenzen (das Internet) entstanden sind, zum praktischen Säureguss auf realen Fortschritt würden. Im Moment ist dieses Bild nicht unrealistisch.

Veröffentlicht in Taktik des Gegners

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