Pflüger pflügt den Boden um

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Harald Pflüger wagt einen provokativen Artikel auf seinem Blog. Er verweist nämlich auf einen anderen Beitrag in einer Regionalzeitung. Der klingt positiv. Diskutieren wir dabei nicht darüber, ob 7000 oder 20000 Demonstranten. Entscheidend ist etwas Anderes. Der Beitrag spricht etwas nicht aus, was aber eine logisch zwingende Konsequenz seiner Gedankenführung ist: Wenn es zu wenig ist, solidarisch dabeizustehen, dann kann das nur heißen, anzugreifen und damit einzugreifen. Das missbräuchlich angewendete Gewaltmonopol wäre im Konkreten nur durch kompensierende Gegengewalt der Demonstranten aufzuheben gewesen. Natürlich kann es dabei dann schon von Bedeutung sein, wären mehr als 70000 Demonstranten aufmarschiert. Aber auf jeden Fall wird praktisch das staatliche Gewaltmonapol in Frage gestellt, sprich: Revolution gefordert. Im konkreten Fall wäre das aber wahrscheinlich einer durch die Gewaltbereiten, also die Polizisten, gewollten Provokation gleich gekommen. Endlich hätte es einen Anlass gegeben, ohne letzte Vorbehalte auf die Kapitalismusgegner wahllos einzudreschen. Man kann davon ausgehen, dassdie Gewalt gesiegt hätte ... Sollten die Demonstranten da mitspielen? Als Konsequenz sollte trainiert werden, die Aufspaltung von Demonstrationen zu verhindern. Das scheint mir wichtig. Taktische Finessen des Zurückweichens, um die Polizei ins Leere laufen zu lassen, um schnell potentielle Lücken zu füllen.

Übrigens ... für DDR-Bürger(rechtler): Man vergleiche die Staatsgewalt des Kapitalstaates mit dem Einsatz der "Volkspolizisten" währens der Wendedemos. M.E. verhallten dort die "Keine Gewalt!"-Rufe nicht ungehört.

Wie könnte eine Revolution ablaufen? Auf jeden Fall brauchen die Demonstranten generell mehr Zuspruch. 

Noch ein übrigens ... Die Art der offiziellen Berichterstattung über Occupy Frankfurt legt den Schluss nahe, dass die unbedingte Verhinderung der genehmigten Demo wirklich strategisches Ziel taktischer Härte war ...

Zu guter Letzt: Die da in Frankfurt demonstriert haben, waren besonders verantwortungsvolle Mitbürger. Sie verdienen außer unserer Solidarität vor allem unsere Achtung.

 

Wie kann es passieren, dass 20.000 Demonstranten zuschauen ?

 

 
Im "Journal Frankfurt" habe ich einen bemerkenswerten Leserbrief gefunden, der uns alle angeht:
 
"2.6.2013, 13:16 Uhr:
Wie kann es passieren, dass 20.000 Demonstranten zuschauen, wie 1.000 Menschen von der Polizei unter skandalösen Umständen einzeln abgeführt werden. Wie kann es passieren, dass sich 20.000 Menschen das Recht nehmen lassen zu demonstrieren. Eine Polizei und deren Führung, einschl. des hessischen Innenminsters nehmen sich das Recht, die Demonstrationsfreiheit mit Füßen zu treten. Diese 1.000 Eingekesselten sind unsere "Kinder". Diese 1.000 Eingekesselten haben unsere tatkräftige Solidarität verdient, und nicht ein "solidarisches Zuschauen". Als am 1. Mai die braven "Eltern" auf dem Römerberg gegen die Nazis demonstrierten, haben sie die "Drecksarbeit" unseren "Kindern" überlassen. Ohne deren Einsatz am Ostbahnhof, wären die Nazis aufmaschiert. Eine Polizei, die die Verfassung mit dem Knüppel bricht, hat keinen Anspruch auf das Gewaltmonopol in diesem Staat. Angesichts dieser Entwicklung, das ist ja nicht das erste mal in Frankfurt, dass die Polizei die Verfasung mit Füßen tritt, müssen wir doch einmal gründlich nachdenken, ob diese naive Form des Protestes noch zeitgemäß ist.

Meine Solidarität gehört "unseren Kindern", die angesichts der Ereignisse, den Glauben an unsere Demokratie nach und nach verlieren.
 
Jochen Meurers, Frankfurt am Main"
 

Veröffentlicht in politische Praxis

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