Revolution?

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Im Prinzip begrüße ich den Wandel der aktuellen DKP, den neuen Wind, den der Patrik Köbele einbringt. Insofern stimme ich im Großen und Ganzen auch seinen Interviewaussagen zu. Trotzdem sollte man zwei Einschränkungen machen.

Köbele beschwert sich ausgerechnet über das Fragezeichen hinter Revolution. Sicher gibt es einflussreiche Führungskreise, die das im Sinne von "Was denn, etwa Revolution?!" meinen. Ich nehme allerdings nicht an, dass diese Interpretation die zuerst zutrefende ist. Ich billige der Partei zu, danach zu fragen, wann eine Revolution auf die Tagesordnung gesetzt werden kann. Ich halte es leider für ein Zeichen vonRealismus, wenn diese Frage im September 2013 in Deutschland noch mit einem Nein beantwortet werden muss. Wer immer und überall mit "Revolution!"sgeschrei herumläuft, erreicht damit nicht die Millionen, die ihm folgen müssen.

Ahnlich geht es mir mit der kategorischen Aussage zur Kriegszustimmung. Beim augenblicklichen allgemeinen Kräfteverhältnis wäre sie richtig. Im Moment bedeutet mitwurschteln in einer Regierung Mitmachen bei allen ihren wesentlichen Schweinereien. Eine Partei, die noch so wenig im Volk verankert ist, ja selbst innerhalb des gegen diesen Staat mobilisierbaren Volks auf der Straße, dass sie davon träumt, mit 10 % Zustimmung Parlamentsitze zu bekommen anstatt eigene Politik zu machen, eignet sich nur als Anhängsel. Und da muss man sich konkret die Personen ansehen, die als potentielle Partner in nicht schwarzen Parteien zur Verfügung stehen ... und es ist klar, dass mit denen JEDE Revolution ausfällt. Es müssen neue Kräfteverhältnisse her. "Die Straße" müsste eine kommunistische Faktion ins Parlament geschickt haben, die Partei "Die Linke" müsste sich als ihr klarer Bündnispartner sehen ... dann hätten auch linkere Gruppierungen innerhalb von SPD und Grünen Bewegungsfreiheit für Koalitionen. Solange das noch wie ein guter Witz klingt, ist allerdings klare Oppositionsarbeit, konstruktive Oppositionsarbeit gefordert und keine Anbiederung mit den Merkels mit anderem Parteibuch.

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