Selbstbekenntnis (1)

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Immer wieder ein neuer Anfang.

Nachdenken. Hoffen auf Verstehen.

Stell dir vor, du siehst eine Katastrophe vor dir, neben dir sitzt einer, der sieht sie auch. Er ruft dir zu: Sag, was soll ich tun? Und du rufst zurück: Ja aber was denn?

Keine Sorge: Stellst du dir die Situation mit umgekehrter Besetzung vor, wird’s auch nicht besser.

Also, scheiß Deutschland, wie sieht es aus?

Wie viel muss ich predigen, dass die Erde mit allem, was darauf lebt, am meisten von den Menschen bedroht wird? Dass wir uns gegenseitig fertig machen? Muss ich das? Zu welchen Büchern soll ich greifen, um aus ihnen abzuschreiben? Bringt das was? Jeder kann die lesen. Entweder, er will die Botschaft hören oder er will sie nicht hören. Ganz offen: Ich würde sie auch gern nicht hören. Für mich persönlich musste ich es annehmen: Die Welt ist, wie sie ist und nicht so, wie sie sein sollte und könnte. Solange ich nichts daran ändern kann, eine nicht nur wertlose, sondern peinigende Erkenntnis.

Wie kann man – und hier behaupte ich einfach, dass ich zu diesem „man“ gehöre, irgendwo dazwischen stecke – solche persönlichen Lasten mindern, ohne sich NUR auszuklinken und NUR so zu tun, als ginge einen „das alles“ nichts an. Viele sind gut in Selbstverleugnung. Geht es ihnen nicht zu schlecht, meinen sie, sie könnten nicht klagen, geht es ihnen beschissen, dann kann man auch nix dran ändern.

Ich möchte mir helfen.

Ich möchte jedem helfen, der einmal einen Moment hat, zu sagen, wär schön, wenn mir jemand hilft.

Ich sage gleich, ich suche keine Nische, nur für mich.

Ich bin so vermessen, so anmaßend, dass was ich für richtig halte, als Ratschlag zu verbreiten, wie jeder einzelne Mensch den Wunsch, als Einzelwesen, als ganz außergewöhnlich einmaliges Ich, glücklich zu werden, mit der Aufgabe verbinden kann, DIE MENSCHEN zu glücklicherem Leben zu verhelfen.

 

Nein. Ich meine das nicht im Sinne, gehe in dich und fühle dich glücklich mit dem, was du hast. Ich gebe ja zu, sich mit dem zu begnügen, was „man“ eben hat, ist ein möglicher Weg zum individuellen Wohlbefinden. Es ist aber eine Form bewusster Selbsttäuschung. Jeder erinnert sich an die Fabel vom Fuchs und den Trauben, in der der Fuchs jene Traube, die ihm zu hoch sind, für sauer erklärt. Das wäre aber nicht das Schlimmste. Schlimmer ist, dass wir damit eine ethische Straftat begehen. Die meisten Rechtssysteme kennen den Begriff der unterlassenen Hilfeleistung. Strafbar ist also, einen Schaden für gefährdete Mitmenschen nicht auf eine zumutbare Weise zu verhindern versucht zu haben. ...

Veröffentlicht in Zukunft denken

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