Todesstrafe für den Imperialismus!

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... und dann kommt die Enttäuschung: Eigentlich geht es nur um den letzten Rundbrief der Freunde von Abu Jamal. Aber als Motto gefiele mir der Satz doch: Es wäre die letzte zu vollziehende Todesstrafe weltweit und rettete mehr Menschenleben, als wir uns vorstellen können:

 

Der letzte Monat war von der Auseinandersetzung um das Leben von Troy Davis bestimmt. Nachdem es sich seit April abgezeichnet hatte, kam Anfang September der Hinrichtungsbefehl in dem höchst umstrittenen Fall heraus. Troy Davis war 1991 zum Tode verurteilt worden. In den Folgejahren stellte sich heraus, dass es außer manipulierten Zeugenaussagen keine konkrete Beweise gegen ihn gab. Bereits dreimal konnte lautstarker Protest eine Hinrichtung des Afroamerikaners verhindern. Demonstrationen in über 300 Städten brachten den Fall am 16. September erneut weltweit in die Medien. Viele Menschen in den USA und darüber hinaus schlossen sich der Forderung nach Absetzung der Hinrichtung an. Auch die Forderung nach einer Freilassung von Troy Davis wurde laut. Zum ersten Mal seit vielen Jahren berichteten die Medien in den USA und Europa massenhaft über die Widersprüche sowie die Proteste und motivierten so viele weitere, sich anzuschließen. Auch ein ehemaliger US Präsident und ein ehemaliger FBI Chef schlossen sich der Forderung nach Rücknahme der Todesstrafe gegen Troy Davis an. Die Behörden von Georgia setzten auf Konfrontation - am 21. September ermordete der Bundesstaat Troy Davis. Richterin Penny Freesmann hatte den Hinrichtungsgefehl unterschrieben und sich trotz millionenfacher Aufforderung geweigert, ihn zurück zu ziehen. Troy Davis sagte direkt vor seiner Ermordung: "Es gibt noch viele Troy Davis’. Der Kampf zur Abschaffung der Todesstrafe wird durch mich nicht gewonnen oder verloren, sondern durch unsere Stärke und indem wir voranschreiten und jeden Unschuldigen, der irgendwo auf der Welt eingesperrt ist, retten. Wir müssen dieses Unrechtssystem Stadt für Stadt, Staat für Staat und Land für Land beseitigen."

 

Viele Menschen waren geschockt und in Gedanken bei der Familie von Troy Davis, dessen Hinrichtung zunächst noch vom US Supreme Court für einige Stunden angehalten, dann aber dennoch vollstreckt wurde. Nach dem 21. September sagten viele: Erst trauern wir um Troy Davis - und morgen beginnen wir uns zu organisieren, damit das nie wieder einer oder einem Gefangenen passiert.

 

Sorgen wir alle dafür, dass der Justizmord an Troy Davis auf die Verursacherinnen zurück fällt. Am 10. Oktober ist von der UN ausgerufener Tag gegen die Todesstrafe. Denkt euch was aus, um sie daran zu erinnern. Abschaffung der Todesstrafe - weltweit!

 

 

Am 9. Dezember 2011 jährt sich Mumias politisch motivierte Inhaftierung zum 30. Mal. In der näheren Zukunft werden sich vermutlich auch bei ihm die juristischen Weichen in Bezug auf Todesstrafe oder lebenslange Inhaftierung stellen. Die länderübergreifende Bewegung findet es jetzt wichtig, in aller Deutlichkeit darzustellen, dass es neben der Abschaffung der Todesstrafe auch immer um Mumias Freilassung geht. In diesem Land beginnen ab Oktober überregionale gemeinsame Aktivitäten, um Mumias Freilassung stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

 

Dazu gibt es bereits erste Termine und regionale Mobilisierungen. Bitte verlinkt alle die dazugehörende Webseite und helft mit, Mumias Freilassung in seinem 30. Haftjahr auf die Tagesordnung zu bringen:

 

30 Jahre Haft - Freilassung von Mumia jetzt!

http://www.freiheit-fuer-mumia.de

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