Über Coffeeshops, Verbote und FKK - eine unwissenschaftliche Betrachtung (1)

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Man könnte meinen, bestimmte Erfahrungen macht die Menschheit einmal und dann sind sie da, aber denkste: Den erfolgreichsten "Feldversuch" mit einer "Verbotsaktion" gegenüber einem "Genussmittel" haben uns die USA geliefert mit ihrer "Prohibition". Sie schufen sich Legenden, in denen Al Capone und andere Großverbrecher zu bedeutender regulärer Macht gelangten. Ich meine hier mit Großverbrecher nicht die Bankengründungen, die auch Brecht als größere Verbrecherorganisationen ansah und die uns neudeutsch "systemisch" legal ausrauben dürfen. Ich meine hier nur das, was im bürgerlichen Rechtsverständnis selbst als "Verbrechen" gilt. Einen größeren Bumerang im Kampf mit dem Alkoholismus konnte man sich kaum leisten, als den Konsum einfach zu verbieten. Nachher lohnte sich eben das illegale Geschäft mehr.

Man muss gewisse Süchte nicht gut finden, nicht für Suff oder Hasch sein. Ich nehme auch an, dass das die niederländischen Sozialdemokraten eigentlich nicht sind. Aber Genüsse sind eben Genüsse, weil sie wer genießen will. Solange sich alles um Gewinne aus Geschäften dreht, wird jemand im illegalen Markt diese Gewinne wittern. Der Sumpf ist also am besten und dauerhaftesten ausgetrocknet, wenn man mit dem Handel mit im weitesten Sinn "Drogen" nichts gewinnen kann. Wenn es schon einen Sonderfall wie den niederländischen gibt, also dass sich die Tradition der Coffeshops durchgesetzt / herumgesprochen hat, dann ist es für selektierende Verbote zu spät. Die Rechtslage des Nachbarn verfälscht die innere Situation: Es ist logisch, dass Deutsche nach Holland kommen, um unbelästigt zu kiffen. Wenn sie das nicht an öffentlichen Orten können, werden sie "Angebote" nutzen, eshalblegal zu tun. ... also für die Dealer ist es doch "vernünftig", den Geld bietenden Deutschen ihren Hasch "notfalls "draußen" zu verkaufen. Da wird sich doch was machen lassen ...

 

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