Von gesellschaftlicher Anerkennung (grins) notwendiger Arbeit

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Die Grundlage von allem, was wir heute kennen, ist die Arbeitsteilung.

In der Natur, die dem Menschen unmittelbar vorausging, gab es nur eine Grundlage für Arbeitsteilung: Die geschlechtliche, also dass die Frauen etwas "produzieren" konnten, ohne das die Gemeinschaft nicht weiter hätte bestehen können: neue Menschen. Von dem abgesehen, was damit unmittelbar zusammenhing, machte vom Prinzip jedes Mitglied der Gruppe alles, was insgesamt zu tun war. Auf dieser Basis entwickelte sich auch ein - wie auch immer ausgestaltetes - Matriachat. Zwar war sicher die Kraft beim Jagen usw. bei den Frauen kleiner, aber da noch alle Mitglieder der Gruppe gebraucht wurden, wurde nicht gewertet - außer eben dem Privileg, dass kein Mensch existierte, ohne den Geburtsakt der Frauen.

Dann begannen die verschiedenen Arbeitsteilungen. Immer hieß das, dass die einen etwas einbrachten, was die anderen nicht in gleicher Qualität und Quantität erbringen konnten. Wer also seinen Kameraden anbot, für sie die ganze Tageszeit Spere, Pfeile und Bögen, Werkzeuge anzufertigen, dessen Angebot wurde nur anerkannt, wenn die anderen zu dem gedanklichen Schluss kamen, dass sie diese Arbeit nicht selbst gleich gut machen konnten und der Anteil an der Beute demzufolge "angemessen" schien. Es werden also Dinge getauscht, bei denen jeder weiß, was die Arbeit des anderen "gekostet" hat (an Arbeitszeit und Mühe) und insgesamt für beide ein zu teilender Gewinn blieb.

Schwieriger wurde dies bei "Landwirtschaft". Hier arbeitet der "Landwirt" übers Jahr ... und der Krieger kommt für Minuten und nimmt ihm alles weg. Auch eine Form der "Anerkennung": Die "Leistung" des einen kann der andere nicht gleichwertig erbringen. Dabei fällt die Vor-Arbeit des Kriegers, also sich in entsprechende Form zu bringen, weniger ins Auge. Entscheidend ist der unmittelbare Augenblick.

Diese Art der "Anerkennung" hatte mehrere Nebeneffekte: Zum einen wird die "Kriegsarbeit" mehr geschätzt, weil sie höher bewertet wird, zum anderen birgt diese Hochschätzung die Gefahr in sich, dass keine "Landwirte" überleben, sondern zuerst nur die Krieger ... und dann auch die nicht mehr, weil sie keine "Landwirte" verpflegen. Es ergibt sich die Notwendigkeit, einen Mechanismus zu installieren, bei dem Nichtarbeiter sich Arbeiter halten konnten, die Kraft einer Gesamtgewalt ihr Mehrprodukt "freiwillig" abgaben. Inzwischen waren dazu geistige "Arbeiter" verselbständigt, die merkwürdige Macht besaßen. Wer aus kluger Beobachtung die Wiederkehr von Flut, Dürre, Kälte usw. vorhersagen konnte, hatte mit solchem Wissen eine Macht, der auch der Krieger nicht ebenbürtiges entgegenhalten konnte. Er hätte nicht tauschen können und hatte Angst, die wieder zu einer neuen "Anerkennung" führte.

Veröffentlicht in Theorie

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