Warum wohl habe ich bei der nachfolgenden Pressemitteilung meine eigenen Truppe ein ungutes Gefühl?

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Jede Verunglimpfung andersartiger Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu Gruppen mit besonderen ethischen, rassischen, religiösen oder sexuellen Merkmalen lehne ich ab. 

Ich weiß noch nicht, auf welche einzelnen Aussagen sich die PM in jenem "unabhängigen" Bericht bezieht. Aber irgendwie sagt mir mein Gefühl, dass hier eine Identität zwischen "Juden" und dem Staat Israel angenommen worden ist.

Mitunter sagt ein Text mehr aus dadurch, was er nicht anspricht als dadurch, was gesagt wird. Oder bedeutet das, dass 20 % "der Deutschen" in Deutschland "Rechtsextreme, Holocaust-Leugner und extremistische Islamisten" sind?!

 

Vielleicht entsteht ein neuer, klarerer Sinn, wenn wir als Überschrift wählten "Semiten, hegt unseren Semitismus"?

Bin ich etwa kein Semit?!

 

»Deutliche Zeichen gegen Antisemitismus setzen«

Künstlerinnen und Künstler in ver.di wenden sich nachdrücklich gegen antisemitische Tendenzen

Ein durch den Deutschen Bundestag in Auftrag gegebener Antisemitismusbericht, der am Montag, dem 23. Januar 2012 in Berlin vorgestellt wurde, sieht Judenfeindlichkeit in Deutschland weit verbreitet. In dem Bericht der unabhängigen Expertenkommission heißt es: »… das Internet spiele bei der Verbreitung von Antisemitismus eine besondere Rolle. Rechtsextreme, Holocaust-Leugner und extremistische Islamisten nutzten das Netz mit großer Selbstverständlichkeit als Plattform für ihre Propaganda.«

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) warnte bei der Vorstellung des Berichts davor, sich mit dem Antisemitismus nur im Zuge spektakulärer Vorfälle zu beschäftigen: »Der Antisemitismus ist ein dauerhaftes Phänomen.« Bei 20 Prozent der deutschen Bevölkerung haben die Experten antisemitische Tendenzen festgestellt.

Die ver.di-Beauftragte für Kunst und Kultur, Regine Möbius, fordert mit Nachdruck eine breite Positionierung gegen Judenfeindlichkeit in der Gesellschaft. »Das bedeutet«, so Möbius, »besonders den Kindern und Ju-gendlichen den Holocaust als Teil der deutschen Geschichte eindringlich zu verdeutlichen. Den Schulen kommt dabei eine besondere Rolle zu.

Wir Künstlerinnen und Künstler in ver.di appellieren gegen antisemitische Tendenzen, Handlungen, Vorurteile und auf Unwissen basierende Klischees gegenüber Juden und dem Judentum. Es gilt, gemeinsam deutliche und sichtbare Zeichen für ein demokratisches und weltoffenes Deutschland zu setzen.«

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