Was juckt uns heute eine "Novemberstimmung" im Jahre 1923?

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Die "junge Welt" schockiert mitunter durch wilde Ausbrüche aus dem Format einer Tageszeitung. Am drastischsten trifft dies auf die "Thema"-Doppelseiten zu. Zwar sind dort auch Hintergrundartikel zu aktuellen Ereignissen zu finden, hauptsächlich geht es aber um "Zeitloses" oder Vergangenes. Ich wäre echt interessiert, wie viele jW-Leser beispielsweise jenen Artikel über den August 1923 tatsächlich gelesen haben. Ich fürchte, es werden wenige gewesen sein. Was berührt uns der alte Schrott?

Dabei hat die Beschäftigung mit Geschichte einen Vorzug: Zumindest weiß man, wie die Sache ausgegangen ist, im konkreten Fall also, dass die Revolution nicht stattgefunden hat und die "Weimarer Republik" in verändertem Tempo ihrem Untergang im Faschismus entgegengegangen ist.

Was aber gerade bei diesem Ausgangswissen möglich ist, ist das geistige Training beim Analysieren einer Gesamtsituation. Wie entwickelt man Strategie und Taktik. Gerade die hier diskutierten Abläufe zeigen eines auf: "Man" braucht ein klares "Endziel". Dann jedoch beginnt das immer neue Überlegen, was wie wann möglich anzustreben ist. "Man" kann allzu leicht von sehr kurzfristigen Entwicklungen überrollt werden. Im taktischen Vorteil sind dabei eigentlich immer die Herrschenden. Heute betrifft das das Problem der Abhörsystematik. Natürlich kann eine "Revolutionswelle" über Internet / Facebook ausgelöst und organisiert werden. Wir müssen aber davon ausgehen, dass den dabei auch nötigen Überraschungseffekt nur eine strenger organisierte "interne" Struktur erreichen kann. Diese wiederum braucht Verknüpfungen mit "der Masse" UND geistige Klarheit ... Oh-oh ...

 

 

 

9.-November-Stimmung

Im August 1923 stürzt eine Streikwelle die bis dahin reaktionärste Regierung der Weimarer Republik. Die KPD wird für kurze Zeit zur Mehrheitspartei der Arbeiterbewegung

Von Leo Schwarz ...

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