Was mache ich nun als bald Nobelpreisträger?!

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Liebes Nobelpreis-Komitee,
heute wurde ich durch die Medien darüber informiert, dass mir der Friedensnobelpreis 2012 verliehen wurde. Mit mir ca. 499 Mio. andere Menschen in verschiedenen Staaten, aber eben auch mir.
Deshalb erlaube ich mir, Ihnen mitzuteilen, dass ich die Annahme des Friedensnobelpreises verweigere. 
- Weil ich in einem Land lebe, in dem Konzerne an Kriegen weltweit
verdienen, und zwar mehr als in jedem anderen EU-Land. So lieferte "Deutschland allein zwischen April 92 und April 94 - trotz
 Embargo - Waffen im Wert von 320 Mio. Dollar an Kroatien" (Quelle: "DER SPIEGEL" 32/94).
- Weil ich in einem Land lebe, dessen damaliger Außenminster Hans-Dietrich Genscher (FDP) durch die von ihm massiv voran getriebene Anerkennung von Kroatien und Mazedonien als Nationalstaaten entscheidend zum Jugoslawien-Krieg beigetragen haben. Zudem die Lügen des späteren Kriegsministers Rudolf Scharping (SPD), und die neue Auschwitz-Lüge des damaligen Außenministers Joseph Martin Fischer (Grüne). 
- Weil ich in einem Land lebe, dessen Regierung eine hohe Verantwortung dafür trägt, dass Menschen auf der Flucht an den EU-Außengrenzen oder auf offenem Meer zu Tode kommen. Und die verantwortlich ist für die miserablen Bedingungen, unter denen Flüchtlinge in diesem Lande zu leben gezwungen sind.
- Weil ich in einem Land lebe, dessen aktuelle Regierung dafür verantwortlich ist, dass Armut und Verzweiflung in anderen (europäischen) Staaten in unglaublichem Ausmaß zunehmen, die Menschen Lohn und Brot, das Dach überm Kopf und schließlich auch den Lebensmut verlieren.
Das und noch ein paar Gründe mehr veranlassen mich dazu, auf diesen Preis zu verzichten. Nett, dass Ihr an mich gedacht habt, aber für mich ist das nix. Frieden ist für mich mehr als die Abwesenheit von Krieg - und selbst das ist nicht in allen europäischen Staaten garantiert.
Was ich eigentlich sagen wollte: 
Ich nehme den Preis nicht an!!!
MfG
Birgit Gärtner
PS: Damit sie auf dem Ding nicht sitzen bleiben, würde ich vorschlagen, den Preis an Stelle von mir an den kurdischen Kriegsdienstverweigerer Halil Savda zu verleihen, der seit dem 1. September 2012 ca. 1.300 km per Pedes in dem Militärstaat Türkei zurücklegt, um für den Frieden und gegen Zwangswehrdienst zu demonstrieren. 



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