Was mir gerade so einfiel ... oder agitier nur, Väterchen ...

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Linke, Kommunisten gar, haben den berechtigten Wunsch, dass ihnen "die Menschen" folgen ... und wundern sich oft, dass die es nicht tun. Nun kann das verschiedene Gründe haben. Die objektiven kann ich hier einmal weglassen: Wenn jemand in eine soziale Lage aufgestiegen ist, dass ihn die Vorstellungen von einer "Arbeiterklasse" anwidern, sollte man sich nicht wundern, wenn er sich gegen deren verkündete Anschauungen wehrt. Aber es gibt natürlich Probleme, da muss man sagen "Selber schuld!"

Der wichtigste Gedanke ist das Zuhören. Einer der besten deutschen politischen Kabarettisten, Volker Pispers, stellte einmal fest, dass man, um den Kapitalismus als absurd begreifen zu können, seine Logik verlassen muss. Es ist also leicht, aneinander vorbei zu reden. Mein Lieblingsbeispiel sind da die Beschäftigten einer Rüstungsfirma. Es gibt tatsächlich eine "niedere" Logik, derzufolge die Herstellung möglchst vieler Handfeuerwaffen genau in ihrem Werk etwas Vernünftiges ist. Krieg gibt es sowieso, Waffen werden überall hergestellt, verdient wird überall daran ... Warum soll das nicht an "meinem" Standort "Arbeitsplätze sichern"?!

Tatsächlich verteidigen sogar so genannte "Arbeitnehmervertreter", also Gewerkschaften" Rüstungsschmieden mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung. ... Und sie haben Recht! Wer einfach so Konversion zur Arbeitsplatzsicherung fordert, muss natürlich auch langfristig mindestens gleich hohe Profitraten sichern können. Man muss also dem Gegenüber, der so weit denkt, zuerst zuhören ... und ihm (erst) dann vorschlagen, eine Ebene höher zu denken: Träte man weltweit für Verhältnisse ein, in denen Kriege keine Zukunft hätten, dann würde sich auf der einen Seite Rüstung nicht mehr lohnen, auf der anderen Seite wären zahlungsfähige "Drittwelt-Bewohner" ein Partner für  erfolgreichen zivilen Warenaustausch. 

Und dann könnte man vorsichtig noch eine Etage höher steigen: Herrschten Eigentumsverhältnisse, in denen das Vermehren des eigenen Besitzes im Kampf gegen alle anderen nicht das erste Lebensziel sein muss, dann könnte man viel ruhiger und friedlicher im weitesten Sinn arbeiten. Damit der Andere einem gedanklich folgt, muss er aber erst soweit sein. Da kann man ihm nicht gleich mit "Revolution" kommen, die er machen müsse. Denn er liest zwar nicht BLÖD, aber ist doch Polittalk-gebildet. Und dort hat er gelernt, in einer Logik zu bleiben, in der WIR DEN GRIECHEN Geld in den Rachen werfen ... und nicht den Banken. Also auf zur Kleinarbeit!!! 

Veröffentlicht in politische Praxis

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