Was unterscheidet Edward Snowden von Präsident Obama und linke von "rechten" Politikern?

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Gern wird der jeweilige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika als der "mächtigste Mann der Welt" tituliert. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass sich in den Händen dieses Präsidenten überdurchschnittlich viele persönliche Entscheidungskompetenz ballt, in erster Linie natürlich daher, dass der Staat, dem er als erster Mann vorsteht über die meisten Gewalt- bzw. Machtmittel in Händen hält, dem Rest der Welt seine Position aufzuzwingen. Wie weit dies geht zeit die Vasallenhandlung einiger juristisch unabhängiger europäischer Staaten als es um die Jagd auf einen Verbrechensaufdecker. Die Schoßhündchen des Weltherrn erdreisteten sich, einen Staatschef eines unabhängigen Landes zu kapern in der Erwartung, er könne einen Feind in seine Sicherheit schleusen.

Und doch: Wie wenig Macht hat der Präsident wirklich? Der Zeitung "junge Welt" ist besonders anzurechnen, dass sie die Erwartungen an der aufsteigenden Hoffnungsstern schon zu einer Zeit dämpfte, als allgemein der große demokratische Wandel von ihm erwartet wurde. Sie bezog sich damals auf ein technisches Problem jedes Präsidenten: Die tatsächliche Kompetenz und Einarbeitungsmöglichkeit eines Mannes an der Spitze ist begrenzt. Er bedarf einer Schar von Beratern in "Fachfragen". Die jW analysierte die ausgewählten Berater und die Gründe der Entscheidungen. Schon da wurde deutlich, dass das Frontgesicht den großen Wandel symbolisieren sollte, während die tatsächlichen (kapitalkräftigen) Mächtigen bereits "Übersetzer" ihrer politischen Linie eingeschleust hatten. Praktisch eingekauft, weil das große Spektakel finanziert werden musste. Inzwischen sind alle progressiven Projekte, für die sich die Person Obama "stark gemacht" hatte, gescheitert. Letztlich setzte sich die Lobby von Geld und Einfluss durch. 

Ähnlich sieht es mit allen bürgerlichen Parteien aus. Meist simulieren gesichter politische Macht, bilden sich Schauspieler auf großer Bühne selbst, sie haben etwas zu sagen, was zählt. Und natürlich zählt es wirklich, wenn es mit den Wünschen der hinter ihnen stehenden Kreise übereinstimmt. Und natürlich schränken internationale Machtkonstellationen ihren Bewegungsspielraum ein. 

Schlimm sind die Linken, die das entweder nicht merken oder sich bewusst anbiedern, selbst auf der großen Marionettenbühne eine Rolle zugebilligt zu bekommen - wobei besonders häufig die Rolle des "Führe jede echte Oppositon in uns ungefährliche Bahnen" (neu) vergeben wird. Da darf man sogar etwas sagen ...

Ein viel zu wenig erörtertes Problem einer echten Systemalternative ist die erforderliche persönliche Integrität ihrer Vertreter. Wer nicht durch die Krücke Kapital gestützt wird, muss selbst einen geraden Rücken haben. Diese Menschen müssen sich selbst verantworten. Sie müssen sogar ihren Weg in die Menschenmassen voll Unmut gegenübe dem System finden.

Snowden verbietet wohl seine Herkunft aus dem Reich des dumpfen Antikommunismus, ein wirklicher "Linker" zu sein. Aber er braucht ein aufrechtes Ich. Er musste sein Gewissen über alles stellen, was die bestehende Ordnung ihm vorgab. Aber er hat auch das Gefühl wahrer Macht: Sein Handeln bewegt das Denken wesentlicher Teile der Bevölkerung de gangen Erde. Sosehr er als gejagter Verräter erscheinen mag ... er ist die Verkörperung des menschlichen Individuums. Solange es solche Menschen noch gibt und wenn sie sich mit der Kraft de Massen verbinden vermögen, besteht ... Hoffnung ...

Veröffentlicht in Venezuela u.a.

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