Wenn die (heimlich) Herrschenden von Klassenkampf sprechen - Die Ausrottung der "Überflüssigen" als Satire (2)

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Nein, ich bin nicht fertig. Der Artikel ist eigentlich nur in Häppchen zu verkraften. Aber diesmal beinnen wir mit dem ersten Happen:

junge Welt, 30.04.2013 / Thema / Seite 10Inhalt

Planetarische Herrschaft

Ökonomie. Einblick in die Strategien der Superreichen: Mit ihren Funktionseliten ­entwickeln sie postkapitalistische Machtstrukturen

Von Hans Jürgen Krysmanski
In gewisser Weise sind Steueroasen Waffendepots. »Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen«, sagte Warren Buffett, mit über 60 Milliarden Dollar Privatvermögen einer der reichsten Männer der Welt, 2006 in einem Interview. Jedes Imperium breitet sich aus durch Krieg, auch das unsichtbare Imperium des großen Geldes. Ein guter Teil seines Waffenarsenals – und das ist das Geld – ist rund um den Planeten in Depots, genannt Steueroasen, versteckt. Was haben die Superreichen mit diesen Machtmitteln vor, mit diesen 30 bis 50 Billionen Dollar? Nur konsumieren bis zum Gehtnichtmehr, das wäre zu wenig in dieser gefährlichen Welt.

Reden wir, wenn wir über Superreiche sprechen, über die unersättlichen Bank- und Industriemanager, deren Millionengehälter gedeckelt werden sollten? Sicher auch. Aber das sind angesichts der Dimensionen, die sich uns heute erschließen, immer noch kleine Fische. Chrystia Freeland, Geschäftsführerin und Redakteurin der Abteilung »Verbrauchernachrichten« bei Reuters, regelmäßiger Gast des Weltwirtschaftsforums in Davos, hat im Oktober 2012 ein Buch unter dem Titel »Plutocrats. The Rise of the New Global Super Rich and the Fall of Everyone Else« (Die Plutokraten. Der Aufstieg der neuen, globalen Superreichen und der Absturz von allen anderen) veröffentlicht, in dem sie die Dinge auf den Punkt bringt: »Zivilisten – das heißt alle diejenigen, die nicht an der Wall Street oder in Silicon Valley arbeiten – denken wohl, daß die 68 Millionen Dollar Jahreseinkommen des Chefs von Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, kurz vor der Bankenkrise oder der 100-Millionen-Dollar-Bonus im Jahre 2008 von Andrew Hall, dem Derivate-Spitzenhändler von Citigroup, fürstliche Einkommen sind. Auf Wall Street selbst aber betrachten sich sogar solche Top­angestellten börsennotierter Unternehmen als kleine Mitläufer im Vergleich zu den Chefs von Hedge-Fonds, Venture-Kapital-Firmen und nicht öffentlich gelisteten Privatunternehmen.«

Und was sind das für Bevölkerungsgruppen, »wo die Vermögen jedes Jahr ohne große Anstrengungen um dreistellige Millionensummen wachsen (…). Wo Family Offices oder gleich die eigene Bank das Geld verwalten.« Wo Clans wie die Quandts, wie es im März 2012 im Spiegel hieß, von denen es doch viele in Deutschland gibt, sich »allein aufgrund ihres BMW-Pakets über eine Dividende von 650 Millionen Euro freuen«.
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Mein Anteil zur Gegenwehr liegt inzwischen vor: 

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