Wenn die (heimlich) Herrschenden von Klassenkampf sprechen - Die Ausrottung der "Überflüssigen" als Satire (3)

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Also weiter im Text. Und man beachte: Hier wird kein Marxismus betrieben. Hier entpuppt sich "nur" etwas, was der Marxismus z.B. "Großbourgeoisie" genannt hätte ... zu ungebremster Größe ... kein SF (auch wenns so klingt ...)!!!

junge Welt, 30.04.2013 / Thema / Seite 10Inhalt

Planetarische Herrschaft

Ökonomie. Einblick in die Strategien der Superreichen: Mit ihren Funktionseliten ­entwickeln sie postkapitalistische Machtstrukturen

Von Hans Jürgen Krysmanski
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Eine andere Spezies?

Wie läßt sich dieses ultimative, transnational operierende Privateigentum noch demokratisch kontrollieren? Im Juli 2001 fragte dasselbe Magazin ahnungsvoll auf einer Titelseite: »Wem gehört die Welt?« und entdeckte im »Kampf um den Globalkapitalismus eine neue, erstmals wirklich internationale Protestgeneration. Sie heizt Politikern und Konzernchefs ein – und zwar zu Recht. Die globale Weltwirtschaft, mächtig und krisenanfällig zugleich, braucht neue Spielregeln.« Die Einschläge im World Trade Center und im Pentagon wenige Monate später drängten die internationalen Proteste für ein Jahrzehnt in den Hintergrund. Der Welt und den politischen Bewegungen wurde, beginnend mit dem Irak-Krieg, eine gewaltsamste Geopolitik aufgezwungen. Die Spielregeln einer vernünftigen Weltinnenpolitik galten auch für die verbleibende Supermacht nicht mehr. Die soziale Ungleichheit in der entwickelten Welt wuchs dramatisch. Die Reichen wurden immer reicher. Und der »Globalkapitalismus« war von undurchsichtigen, staatsfernen Herrschaftsstrukturen durchzogen.

Hinzu kam die Cyberrevolution. In der Tat hatte sich mit der digitalen Globalisierung eine tiefgreifende Veränderung im Aneignen und Enteignen vollzogen. Das neue kapitalistische Privateigentum an den Produktionsmitteln verpflichtete nicht mehr, konnte es auch nicht mehr, denn es hatte sich in einem globalen Imperium immaterieller, digitaler Produktivkräfte unangreifbar verteilt. Man konnte diese Welt Finanzkapitalismus nennen. Hinter all dem aber stand letztlich die ultimative Privatheit des Superreichtums.

»Evolvieren die Reichen zu einer anderen Spezies?« fragt Robert Frank, Journalist des Wall Street Journals. Futurologen wie Paul Saffo sagen angesichts der schnellen Fortschritte in der Biotechnologie voraus, daß bald künstlich erzeugte Ersatzorgane, spezielle Medikamente, Roboter und künstliche Gliedmaßen das Leben erheblich verlängern werden – Fortschritte, die sich nur die Superreichen werden leisten können. Und damit stelle sich die Frage nach einer Zukunft, in der zwischen den Klassen eine biologische Kluft aufbricht und in der sich die Superreichen zu einer völlig neuen Spezies entwickeln, die mindestens 20 Jahre länger lebt, länger aktiv ist, noch mehr Reichtum akkumulieren kann und diese Vermögen und die damit verbundene Macht noch folgenreicher als bisher auf ihre Nachkommen überträgt. ...

 

Mein Anteil zur Gegenwehr liegt inzwischen vor: 

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